Ich bin, was ich trage

Region - Fast Fashion, schnelle verschwenderische Mode oder hochqualitative Stoffe und Fasern. Wofür entscheide ich mich bei der enormen Masse von angebotener Kleidung und was entspricht meinen Vorstellungen und Erwartungen.

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  • © Lana Grossa

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Die Versuchung groß, Naturfasern als ökologischer einzustufen als Kunstfasern. Andererseits ist unser Weltbedarf so groß, dass wir diesen Bedarf definitiv nicht durch Naturfasern und die damit verbundene Umweltbelastung decken können. Es stellt sich also die Frage, ob die Lösung der Umwelt­problematik tatsächlich in der Gestaltung der Textilien liegen kann oder ob wir nicht vielmehr bei der Gestaltung unseres Konsumverhaltens ansetzen müssen.

Naturfasern haben einen natürlichen Ursprung, das bedeutet, sie werden aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen gewonnen. Das ist auch der entscheidende Unterschied zu Chemiefasern, die einerseits aus synthetischen Polymeren hergestellt werden.

Baumwolle ist die am meisten genutzte Naturfaser. Durch die Herstellung von konventioneller Baumwolle werden Natur und Umwelt ausgebeutet. Es lohnt sich, auf Kleidung aus zertifizierter Biobaumwolle umzusteigen.

Baumwolle
Naturfaser, die von Sträuchern gewonnen wird, weich und hautsympathisch, stark saugfähig und luftdurchlässig, pflegeleicht und widerstandsfähig, aber mit einer langen Trocknungszeit

Leinen
Leinen wird aus der Flachspflanze gewonnen, weist eine hohe Festigkeit auf, ist luftig und angenehm kühl, hautsympathisch, pflegeleicht und reißfest. Neigt aber zu starkem Knittern.

Gerade bei tierischen Naturfasern, die aus den Haaren oder dem Fell von Tieren gewonnen werden, sollte die Herkunft und der Preis der Kleidung kritisch hinterfragt werden. Bei billigen Produktionen und entsprechenden Preisen stand meistens nicht gerade das Tierwohl im Vordergrund.

Seide
aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen, knitterarm und formbeständig, atmungsaktiv und temperaturausgleichend, leicht und schnell trocknend, mit edlen, natürlichem Glanz.

Wolle und edle Tierhaare
Schafwolle, Alpaka, Kaschmir, Mohair, usw. werden durch Schur oder Kämmen gewonnen, ist wärmeisolierend, atmungsaktiv und temperaturausgleichend. Sie kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und hat geringe Knitter- und Schmutzanfälligkeit, eine gute Elastizität, nimmt kaum schlechte Gerüche an, neigt aber zum Verfilzen, Pillen und Eingehen.

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob es besser wäre, Chemiefasern zu konsumieren. Polyester z.B. wird aus Erdöl hergestellt und ist nicht biologisch abbaubar. Allerdings werden für die Herstellung weniger als ein Prozent des weltweit geförderten Erdöls genutzt.

Polyacryl, Poliamid, Polyester

Kunstfaser auf Erdölbasis oder chemischen Esther-Verbindungen. Fasern sind licht- und wetterbeständig, weich und formstabil, pflegeleicht, filzfrei, sie knittern weniger, haben eine gute Farbechtheit, gute Pillingeigenschaft.

Die Mischung macht's!
Grundsätzlich kann man sagen, dass Mischgarne strapazierfähiger, leichter und besser waschbar sind als reine Naturfasern. Mischgewebe sind licht- und wetterbeständig, formstabil, scheuer- und reißfest und weisen eine gute Farbechtheit auf. Zudem wird auch das Pillingverhalten der Wolle verbessert.

Beim Kleiderkauf von Naturfasern am besten auf vertrauenswürdige Textilsiegel achten (GOTS, OEKO-Tex, Fairtrade Cotton).

Ein guter erster Schritt in die richtige Richtung, um den Fast Fashion Wahnsinn zu stoppen, ist es seinen Konsum generell zu überdenken. Kaufe zertifizierte Kleidung, kaufe Secondhand und versuche am besten weniger zu konsumieren.

Von: Ulrike Henn, Donnerstag, 10. Februar 2022 - Aktualisiert am Freitag, 01. April 2022
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