Illegale Mülldeponien in Wendelsteiner Wäldern

Wendelstein - 21. März 2021 Internationaler Tag des Waldes.

Der internationale Tag des Waldes wurde von der FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations = Ernährungs- und - und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) am 21. März 1971 als Antwort auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen.

Die Botschaft lautet seither: Schützt die Wälder, statt sie zu zerstören und nutzt die Wälder auf nachhaltige Weise.

Aber Regen- Misch- und Nadelwald werden weltweit ohne Skrupel mehr denn je abgeholzt und vernichtet.

Die Wälder sind nicht nur Nutzwälder, sondern sie sind auch die Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen. Der Wald reguliert unser Klima und ist für den Menschen ein Platz zum Erholen und Entspannen. Wir sollen im Wald „baden“, so nennen es die Japaner. Beim Spaziergang durch den Wald wird der Blutdruck gesenkt und das Immunsystem gestärkt.

Deshalb freuen wir uns auch im Frühling auf den ersten Waldspaziergang und es gibt dabei viel zu entdecken:

Die ersten Wildkräuter wie Bärlauch, Löwenzahn, Brennnessel und viele andere mehr sprießen an ihren Plätzchen. Die Bäume „schlagen“ aus, Vögel zwitschern, es duftet nach Wald, Holz und Frühlingsblumen. Insekten und Bienen sind unterwegs und sammeln in Weidenkätzchen und Co.

Beim Waldspaziergang stellen wir aber auch fest, das nicht jedem der Wert des Waldes bewusst ist.

Die beliebten Freizeit- und Wanderwege mit ihren Sitzbänken sind von Zigarettenkippen, Plastikverpackungen und Getränkedosen und ganz aktuell leider auch oft mit CoronaMasken gesäumt.

An Waldrändern und Waldparkplätzen rund um Wendelstein hinterlassen die Menschen ihre Müllspuren im Vorbeigehen und laden auch mal schnell Müllsäcke und anderes ab.

Aber immer mehr umweltbewusste Mitbürger:innen sammeln inzwischen regelmäßig (ohne viel Aufhebens) den Müll der anderen ein, soweit dies möglich ist. Dafür meinen herzlichsten Dank. Leider sehe ich, dass gereinigte Plätze und Wege sehr schnell immer wieder verschmutzt werden.

Sprachlos machen mich aber vor allem die Plätze in den Wendelsteiner (privaten) Wälder, die oft als Müllentsorgungsplatz genutzt werden. Hier wird seit langem verschiedenster Unrat entsorgt. Von Asbestplatten und Kunststofffolien über Hausmüll, Bauschutt, Autoreifen, Altmetall und vieles anderes ist dort zu finden.

Dieser Müll schadet der Pflanzen- und Tierwelt sowie dem Boden und dem Grundwasser und somit unserer Trinkwasserversorgung.

Selbst Pflanzenabfälle aus unseren Gärten sind problematischer für die Natur als man es vermutet. Pilzsammler, Waldfreunde, Waldbesitzer und Förster sind immer wieder entsetzt, was man so alles findet.

Dabei ist Müll entsorgen doch relativ einfach: Wir haben Restmülltonnen, Biotonnen, Papiertonnen und gelbe Säcke. Es gibt Container für Gartenabfälle, der Sperrmüll wird bei Bedarf zuhause abgeholt (bequemer geht es nicht), der Rest kann in den Recyclinghöfen oder Baustoffdeponien abgegeben werden. Der Weg zum Recyclinghof ist oft kürzer als der Weg in den Wald und Müll sachgerecht entsorgen ist wichtig für die Umwelt, zudem ist Müllabladen im Wald kein Kavaliersdelikt.

Ein müllfreier Wald sollte unser aller Ziel sein, weil wir hier leben.

Hier eine Auswahl von Müllbildern aus den Wendelsteiner Wäldern. Jeder Platz ist mir bekannt. Vieles liegt hier seit Jahren, einiges ganz frisch und man fragt sich, warum hier nicht schon längst etwas dagegen getan wurde.

 

Von: Elvira Kühnlein (Umweltbeauftragte der Marktgemeinde Wendelstein), Freitag, 26. März 2021 - Aktualisiert am Dienstag, 20. April 2021
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Markt Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/markt-wendelstein

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