Jägersee – droht ein Badeverbot?

Region - Was gibt es, kurz vor der Badesaison, neues von den Jägerseen – den beiden beliebten Bade- und Angelgewässern, die idyllisch im Reichswald zwischen Wendelstein und Feucht gelegen sind.

  • der große Jägersee

    der große Jägersee
    © grüner OV Wendelstein

Welche Bedeutung haben die beiden Jägerseen?
Die Jägerseen sind zwei Badeseen zwischen Wendelstein und Feucht. Es gibt keine Infrastruktur wie Parkplätze, Umkleiden oder Kioske, dafür sauberes Wasser, Platz zum Picknicken und Ruhe in der Natur. Zusätzlich nutzen Angler des Fischereivereins Altdorf die Gewässer. Gebadet wird erwartungsgemäß meist in den Sommermonaten, jedoch sind auch Gruppen von Winter- oder Eisbadenden bekannt.

Welche Messwerte lagen bislang vor?
Als Badegewässer werden die Jägerseen vom Landratsamt regelmäßig auf die üblichen Problemverursacher wie Escherichia Coli, Intestinale Enterokokken und Blaualgen getestet.

Im Jahr 2024 wurde zudem auf Drängen der Wendelsteiner Grünen auf die Giftstoffe Barium, Arsen sowie Toluole (Lösungsmittel) getestet, um eine Gefährdung der Badenden auszuschließen, die eventuell durch das Einsickern von Giftstoffen aus der nahegelegenen MUNA ins Grundwasser entstehen könnte.

Gott sei Dank, mit dem Ergebnis – Baden unbedenklich.

Was ist neu?
Aus der Zeitung mussten nun die Wendelsteiner und Feuchter Bürger erfahren, dass bei einer Beprobung durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, die von besorgten Bürgern veranlasst wurde, erhöhte Werte von PFAS-4 nachgewiesen wurden. Im großen Jägersee wurde PFAS-4 in der Konzentration von 380 ng/l gefunden.

PFAS-4 bezeichnet eine Gruppe von vier spezifischen, besonders kritischen per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Diese Ewigkeitschemikalien sind extrem langlebig, reichern sich in der Umwelt und im Menschen an und gelten als gesundheitsschädlich. Im Regelfall versteht man unter der Bezeichnung PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS (so verkürzt Wikipedia).

Schwierig ist die Informationspolitik des Landratsamtes.
Die gefundenen Konzentrationen sind gemäß dem Landratsamt für Badegäste unbedenklich, selbst wenn geringe Mengen von Wasser beim Baden verschluckt werden. Der Verzehr von Fischen aus den Jägerseen hingegen ist seit Bekanntwerden der Ergebnisse im Oktober verboten. Untersuchungen an gefangenen Karpfen laufen noch, mit Ergebnissen wird erst in ein paar Monaten gerechnet, doch hier geht es wohl in erster Linie um die Verzehrqualität der Fische.

Was bedeutet das?
Aktuell ist das nicht abschließend zu beurteilen. Das Landratsamt hat Gründe, das Baden für ungefährlich zu erklären. Entsprechend spricht nichts dagegen, weiter in den Jägerseen zu baden. Folgeuntersuchungen sind aus unserer Sicht notwendig.

Die drängendste Frage ist, wo die Verunreinigungen herkommen. Handelt es sich um Ausspülungen aus der nahegelegenen MUNA, von der PFAS-Verunreinigungen bekannt sind, oder gibt es eine andere Ursache?

Diese Frage muss bald und für die Bürger transparent beantwortet werden. Wünschen würden wir uns, dass das Landratsamt proaktiv die Bürger informiert, anstatt dass die Grünen oder der Anglerverein das übernehmen müssen.

Weil wir hier leben.

Barbara Dorfner und Martin Mändl, beide grüner Ortsverband Wendelstein

Von: Martin Mändl (Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein), Sonntag, 29. März 2026 - Aktualisiert am Montag, 13. April 2026
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Ortsverband Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-wendelstein

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