Jetzt schnell noch Nistkästen aufhängen

Hilpoltstein - Jeder kann im Garten und auf dem Balkon helfen – Einzug in Nisthilfen ist fast garantiert

  • Feldsperling

    Feldsperling
    © Ingo Rittscher, LBV Bildarchiv

  • Nistkastenpflege – altes Nest entfernen

    Nistkastenpflege – altes Nest entfernen
    © Peter Bria, LBV Bildarchiv

  • Nistkastenpflege – altes Nest entfernen

    Nistkastenpflege – altes Nest entfernen
    © Peter Bria, LBV Bildarchiv

Die Tage werden wieder länger und vielerorts ist das Gezwitscher morgens nicht mehr zu überhören: Mit lautem Gesang haben die Singvögel ihre alljährliche Balz angestimmt. Und damit beginnt auch die Suche nach einem geeigneten Nistplatz für die kommende Brutsaison. „Auf ihrer Suche nach einer passenden Bleibe haben viele Vögel zunehmend mit Wohnungsnot zu kämpfen, denn natürliche Brutplätze sind rar“, so die LBV-Biologin Anne Schneider. Insbesondere die intensive Nutzung der offenen Landschaft, aber auch die trostlosen Schotter- und Rasenwüsten mancher Hausgärten erschweren ihnen die Wohnungssuche. Der LBV ruft deshalb dazu auf, für Höhlenbrüter jetzt Nistkästen in Gärten und auf Balkonen aufzuhängen. Anderen Vögeln wie Amsel und Rotkehlchen kann man mit einer Hecke aus heimischen Sträuchern bei der Wohnungssuche helfen.

Nisthilfen sind praktischer Naturschutz. Wer außerdem einen naturnahen Garten hat, in dem die Vögel das ganze Jahr Nahrung finden, kann voll belegte Nistkästen erwarten. „Die meisten Nisthilfen werden mit einer sehr hohen Erfolgsgarantie von den Vögeln angenommen“, erklärt Anne Schneider. „Wer gerne Nisthilfen aufhängen möchte, sollte sich jetzt aber beeilen, denn einige Vogelarten wie zum Beispiel Meisen haben sich schon zu Paaren zusammengefunden und verschaffen sich nun einen Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt“, so Schneider weiter.

„Auch für eine Reinigung der Kästen wird es höchste Zeit“, meint Schneider. „Wer es die kommenden Tage nicht schafft, sollte die Vögel dann lieber nicht mehr stören.“ Alte Nester kann man einfach herausnehmen. Wegen der Vogelflöhe und möglicher anderer Parasiten empfiehlt es sich jedoch, Handschuhe zu tragen. Tabu sind dabei Reinigungsmittel.

Mit einem Nistkasten kann man nicht nur Meisen, sondern auch Spatzen oder Staren bei der passenden Quartierssuche helfen. „Mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand ist die neue Vogelwohnung im Nu auch leicht selbst zusammengezimmert“, weiß die LBV-Fachfrau. Als wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen ist zu beachten, dass nur naturnahe und niemals chemisch behandelte Materialien verwendet werden. Mit einem Aluminiumnagel lässt sich das fertige Heim ganz einfach an einem Baum befestigen ohne diesen zu beschädigen.

Aufgehängt werden können Nistkästen überall. Zu achten ist dabei lediglich auf eine Mindesthöhe von 2,5 Meter, eine stabile Aufhängung und ein Schutz vor Nesträubern wie Katzen und Mardern. Eine Ausrichtung des Einflugloches zwischen Süden und Osten ist wünschenswert, jedoch, wie das jährliche Säubern der Kästen, ein „besonderer Service, den die Natur eigentlich nicht bietet“, so Anne Schneider. „Wird ein Kasten gar nicht angenommen, sollte man ihn einfach in eine andere Gartenecke umhängen.“

Anleitungen zum Bau von Nistkästen und viele weitere wichtige Infos gibt es in unserer kostenlosen Broschüre und unter www.lbv.de/nistkasten. Wer es nicht mehr schafft, selbst eine Nisthilfe zu bauen, kann auf ein breites Angebot im LBV-Naturshop zurückgreifen.

Von: Sonja Dölfel (LBV-Pressestelle), Mittwoch, 27. Februar 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 07. März 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »LBV Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/lbv-bayern
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.