Jung und Vermieter? Wohnungskauf mit Perspektive

Region - Wenn man nach dem Berufseinstieg den Zeitpunkt für die eigenen vier Wände noch nicht für gekommen hält, kann der Kauf einer vermieteten Wohnung eine Alternative sein. Das gilt, sofern der Preis stimmt und die Chancen auf eine Wertsteigerung gut stehen. Späterer Einzug nicht ausgeschlossen.

  • Gute Entscheidung: Wohnung mit Aussicht auf Wertsteigerung

    Gute Entscheidung: Wohnung mit Aussicht auf Wertsteigerung
    © Westwing / BHW Bausparkasse

Das Einkommen nach dem Studium ist auskömmlich, doch die Zeit für einen Wohnungskauf erscheint trotzdem nicht reif. Zum Beispiel, weil aus beruflichen Gründen ein Ortswechsel ansteht – ein Dilemma! Wer dennoch zügig in Betongold investieren will, kann eine vermietete Wohnung erwerben. Sie verspricht regelmäßige Mieteinnahmen. Und die Chance auf Wertsteigerung: Die Wohnungen in den sieben größten deutschen Städten hatten zwischen 2015 und 2023 einen jährlichen Wertzuwachs von etwa sieben Prozent.

 

Langfristige Investition

Ein Apartment, in dem ein Mieter wohnt, ist meist günstiger zu kaufen als eine unvermietete Immobilie. „Es hat zudem den Vorteil, dass man mit den Mieteinnahmen einen Teil seiner Finanzierungskosten decken kann“, erklärt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. Dennoch sollte man auch Eigenkapital einbringen, mindestens 20 Pro-zent. „Wichtig ist, den Erwerb als langfristige Investition anzugehen.“ Für eine Mietwohnung sind Renditen von rund drei Prozent nach Steuern realistisch. Vor dem Kauf sollte ein Sachverständiger den Sanierungsbedarf gründlich checken. Auch sollten sich Interessenten überzeugen, dass das Mietverhältnis im Kaufobjekt problemlos funktioniert.

 

Entscheidungsoptionen

„Mit einer vermieteten Wohnung hat man später viele Entscheidungsoptionen“, so der Experte von BHW. Wer nach einigen Jahren selbst einziehen will, dem bleibt Zeit, den Übergang vorzubereiten. Für die Anmeldung des Eigenbedarfs gilt ohnehin eine Sperrfrist von mindestens drei Jahren nach Kauf. Die Kündigungsfrist für das Mietverhältnis beträgt zum Beispiel bei einer vorherigen Mietdauer von acht Jahren neun Monate. Zieht man einen Verkauf der Wohnung in Betracht, sollte man an die Spekulationsfrist denken: Zehn Jahre nach Kauf kann der Eigentümer die Wohnung ohne Spekulationssteuer weiterverkaufen. Bei einem vorzeitigen Verkauf legt das Finanzamt den persönlichen Steuersatz auf den Gewinn zugrunde.

Immobilienkauf ohne Eigenkapital?

Was tun, wenn Eigenkapital für eine Immobilie fehlt? Man könnte sich dafür entscheiden, den Erwerb zu 100 Prozent durch einen Immobilienkredit zu finanzieren. Auf den ersten Blick eine einfache Lösung – doch sie birgt Risiken.

Bei ei­ner Voll­fi­nan­zie­rung be­strei­ten Er­wer­ber den ge­sam­ten Kauf­preis und oft auch noch die Kauf­ne­ben­kos­ten kom­plett über ein Hy­po­the­ken­dar­le­hen. Ei­ne Pra­xis, die mit Vor­sicht zu ge­nie­ßen ist. Für Ban­ken ent­steht da­durch ein grö­ße­res Ri­si­ko für die Rück­zah­lung, das sie durch ei­nen Zins­auf­schlag an ih­re Kun­den wei­ter­ge­ben. Der Zins­satz kann so deut­lich über den Kon­di­tio­nen von Dar­le­hen lie­gen, bei de­nen zum Bei­spiel 20 Pro­zent Ei­gen­ka­pi­tal in ei­ne Fi­nan­zie­rung ein­ge­bracht wer­den.

Vor­teil Ei­gen­ka­pi­tal

Durch die bei ei­ner Voll­fi­nan­zie­rung ver­gleichs­wei­se ho­hen Mo­nats­ra­ten kön­nen Spiel­räu­me im mo­nat­li­chen Ein­kom­men schnell auf­ge­braucht sein. Dies gilt be­son­ders in der Pha­se der An­schluss­fi­nan­zie­rung nach En­de der ers­ten Zins­fest­schrei­bung, so­fern bei stei­gen­den Zin­sen die Rest­schul­den noch hoch sind. Die BHW Bau­spar­kas­se emp­fiehlt, min­des­tens 20, bes­ser 30 Pro­zent des Kauf­prei­ses durch Ei­gen­mit­tel ab­zu­de­cken. „Auch Rück­kaufs­wer­te aus Le­bens­ver­si­che­run­gen, zu­tei­lungs­rei­fe Bau­spar­ver­trä­ge oder zins­lo­se Ver­wand­ten­dar­le­hen ak­zep­tie­ren Ban­ken als Ei­gen­ka­pi­tal“, so Holm Breit­kopf, Ex­per­te von BHW. „Vor dem Ab­schluss ei­ner Fi­nan­zie­rung soll­ten im­mer al­le Op­tio­nen ge­prüft wer­den.“

Bau­stein Bau­spa­ren

Wer ei­nen Bau­spar­ver­trag in die Fi­nan­zie­rung ein­bin­det, senkt durch das an­ge­spar­te Gut­ha­ben den Kre­dit­be­darf – und da­mit das Ri­si­ko für die fi­nan­zie­ren­de Bank. Zu­dem wer­den für Bau­spar­dar­le­hen güns­ti­ge und vor al­lem fes­te Zin­sen über die ge­sam­te Lauf­zeit ver­ein­bart, ein Än­de­rungs­ri­si­ko bei stei­gen­den Zin­sen wird ver­mie­den. Und es fal­len auch kei­ne Zins­auf­schlä­ge aus ei­ner nach­ran­gi­gen Ab­si­che­rung im Grund­buch an, wie sonst bei Im­mo­bi­li­en­kre­di­ten üb­lich.

Von: www.postbank.de, Samstag, 07. Dezember 2024
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