Kampf für die Werte und die Freiheit Europas

Kammerstein - Der ukrainische Generalkonsul Yurii Nykytiuk referiert in Kammerstein über die Lage in seinem Heimatland.

  • Der ukrainische Generalkonsul Yurii Nykytiuk (mi.) im Dialog mit dem Landtagsabgeordneten Volker Bauer (li.) sowie Wolfram Göll, Erster Bürgermeister Kammersteins.

    Der ukrainische Generalkonsul Yurii Nykytiuk (mi.) im Dialog mit dem Landtagsabgeordneten Volker Bauer (li.) sowie Wolfram Göll, Erster Bürgermeister Kammersteins.
    © Robert Schmitt

Der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine hat innerhalb von drei Jahren eine schreckliche Bilanz zur Folge: Die Ukraine hat seit Kriegsbeginn 46 000 Opfer zu beklagen.   380 000 Verletzte kommen hinzu. 6,4 Millionen Ukrainer sind ins Ausland geflüchtet. Auf russischer Seite sind bis heute 350 000 Soldaten ums Leben gekommen. 600 000 sind verwundet worden. Monatlich sterben gegenwärtig 30 000 Russen. „Es ist ein Vernichtungskrieg.“      

Der ukrainische Generalkonsul Yurii Nykytiuk hat in Kammerstein auf Einladung des Landtagsabgeordneten Volker Bauer (CSU) nicht nur die beängstigenden Zahlen geschildert. Er hat auch mehrmals die Bedeutung der Unterstützung seines Heimatlands durch die EU betont. „Es geht nicht nur um die europäische Identität der Ukraine, sondern um die Werte und die Freiheit Europas“, war der Generalkonsul überzeugt. „Jeder zerstörte Panzer, jedes abgeschossenes Flugzeug macht Europa sicherer.“ Mit großer Sorge erfülle ihn die hybride Kriegsführung Putins. „Die russische Propagandamaschinerie funktioniert weltweit“, so der Generalkonsul.

Zuversichtlich war er, was einen Sieg der Ukraine betrifft. „Es ist möglich zu gewinnen, wenn wir, technische Überlegenheit schaffen, um die Nachschublinien zu zerstören“, sagte der Diplomat. „Dafür brauchen wir Taurus“, fügte Nykytiuk hinzu und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die neue Bundesregierung hier eher zu einer Lieferung bereit sei als die Ampel unter Kanzler Olaf Scholz. „Immerhin will Friedrich Merz die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas machen“, zitierte der Konsul die Ziele der schwarz-roten Koalition.

Yurii Nykytiuk war „Deutschland und seinen Bürgern dankbar für jede Unterstützung“. Hinter den USA mit 116 Milliarden Euro und der EU mit 99 Milliarden Euro sei die Bundesrepublik mit 21 Milliarden Euro Hilfe der drittgrößte Geber. „Das ist nicht hoch genug einzuschätzen und ich hoffe, wir können das eines Tages mit guten Taten zurückzahlen“, erklärte Nykytiuk. Auch beim Schutz für ukrainische Flüchtlinge liege Deutschland ganz vorne. „1,236 Millionen Ukrainer sind von ihrem Land aufgenommen worden.“ In Polen sind es eine Million und in der Tschechischen Republik 400 000.

 Mit Blick auf Friedensverhandlungen machte Yurii Nykytiuk die Position der Ukraine sehr deutlich. „Für uns muss die territoriale Integrität sowie die freie Bündniswahl erhalten bleiben und es darf keine Einschränkungen für unsere Armee geben“, skizzierte er die Bedingungen. „Keiner will den Frieden mehr als wir“, versicherte Yurii Nykytiuk, der zugleich die Überzeugung vertrat, dass der russische Präsident Putin der entscheidende Faktor ist. „Sollte er eines Tages nicht mehr sein“, prophezeite er, „werden die Politiker Russlands mit Friedensangeboten in den EU-Hauptstädten Schlange stehen.“

Von: Robert Schmitt, Freitag, 16. Mai 2025 - Aktualisiert am Freitag, 23. Mai 2025
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