Kanalfest mit Wetterglück
Röthenbach b. St. W. - Da hatte die örtliche Freiwillige Feuerwehr gehörigen Dusel mit dem Wetter zu ihrem diesjährigen Kanalfest. Noch tags zuvor stand der Festplatz nach einem Gewitterregen unter Wasser, aber am Samstag blieb es trocken, wenn auch kühl.
So fanden sich über Tausend Gäste am Ludwigskanal ein, um mit ihrer Feuerwehr ein unbeschwertes Grillfest im Freien zu feiern. Anders als bei der Kirchweih, an der man einen Ausfalltag wegen Regens auch einmal verkraften kann, setzt das Kanalfest alles auf eine Karte: Der eine Tag des Festes muss das nötige Wetterglück haben oder das Fest fällt ins Wasser.
Sehr gut angenommen wurde wieder das Fahren mit dem großen Arbeitsboot der Feuerwehr. Wann kann man schon einmal den Ludwigskanal von der Perspektive der Wasserlinie aus bewundern? Eine lange Schlange bildete sich, doch die Jugendfeuerwehrleute paddelten die Kinder, teils mit ihren Eltern im Boot, pausenlos und recht wacker zwischen Schleuse und Steg hin und her. Derweil durften an Land die Kinder in der Wurfbude Zielwerfen. Auch hier wurden sie von der Feuerwehrjugend Röthenbachs betreut, unter der Leitung von Tina Buker. Für viele Kinder war der Höhepunkt die Prämierung und das Zuwasserlassen der mitgebrachten, selbst gebastelten Lichterschiffchen in der Dämmerung. Am Mittwoch baute die Wehr die erst dann getrockneten Zelte ab und Vorstand Tobias Buker schloss mit seiner Mannschaft und einem dankbaren Lächeln an den Wettergott alle Arbeiten erfolgreich ab.
Doch die Freiwillige Feuerwehr war nicht nur als Festausrichter gefragt. Am Festtag musste man bereits um 7:30 Uhr auf die Autobahn A73 ausrücken und Erste Hilfe für den Fahrer eines gegen einen Baum geschleuderten PKWs leisten. Doch am Nachmittag staunten die Kommandanten Gerhard Vater und Tilo Bergmann nicht schlecht, als man mitten im Festbetrieb wieder auf die Autobahn ausrücken musste. Diesmal war auf Höhe der Raststätte Feucht auf der A9 ein mit 20to Schweinehälften beladener Sattelzug umgekippt. Auch hier war man zwar als erste Feuerwehr vor Ort und konnte schnell Hilfe leisten, aber man wurde von den vielen mitalarmierten Feuerwehren der Nachbargemeinden auch schnell wieder zum Fest entlassen. Die Feuerwehr hilft eben zusammen, beim Fest und im Einsatz.
