Klimaschutz - was geht mich das an?
Wendelstein - Unser Klima ändert sich, das spüren wir alle - ein paar Beispiele: Dass in den Wintern immer weniger Schnee liegt, ist offensichtlich, aber für den Einzelnen vielleicht auch nicht so schlimm.
Dass der langjährige Trend der Temperatur von 1951 bis 2019 im Freistaat Bayern bei +1,9 °C liegt, ist statistisch bewiesen. Auch wenn es sich nicht jeden Sommer so anfühlt, in der Zukunft wird es öfter heißere Sommer und längere Hitzeperioden geben. Das Temperaturmittel kennt nur eine Richtung – nach oben.
Dass gerade Starkregenereignisse zunehmen, ist (leider) offensichtlich. Starkregenereignisse nehmen zu, weil mehr Hitze zu mehr Regen führt – schließlich muss das verdunstete Wasser wieder irgendwo hin. Was im Baubereich früher als Jahrhunderthochwasser qualifiziert worden ist, kommt jetzt alle paar Jahre vor. Und das führt ganz direkt zu mehr vollgelaufenen Kellern. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat die Unwetterschäden in Deutschland für das Jahr 2024 mit 5,5 Milliarden EURO beziffert – und das sind nur die Schäden, für die die Versicherungen auch tatsächlich aufgekommen sind. Das geht jeden von uns an, denn die Kosten, die die Versicherungen übernehmen, tragen am Ende wir alle mit unseren Beiträgen. Der Klimawandel betrifft uns alle persönlich, nicht zuletzt zeigt sich das in unserem Geldbeutel. Die gute Nachricht ist, jeder Einzelne kann etwas tun, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.
Was kann ich vor Ort tun?
Der Natur mehr Raum geben, also Begrünen und Entsiegeln. Begrünen kann man Flachdächer, Fassaden, Vorgärten, Terrassen und vieles mehr. Entsiegeln lassen sich alle bisher wasserundurchlässigen Flächen. Das kann ganz klein beginnen, mit einem Gerüst für Kletterpflanzen oder einer Hecke anstatt eines Zauns. Auch Bäume statt Rasen oder Pflaster sind eine gute Idee.
Warum hilft das?
Entsiegelte Flächen saugen Regenwasser auf, manchmal spricht man von dem Konzept einer Schwammstadt. Während auf einer geteerten oder gepflasterten Fläche das Wasser abläuft und sich am Gulli staut oder in die Keller drückt, speichert Erde den Regen und gibt ihn zeitverzögert tiefer in den Boden und damit ins Grundwasser ab. Der Unterschied zeigt sich bei Starkregen, wenn das Wasser von den versiegelten Flächen nicht gespeichert wird und die Ableitungsmöglichkeiten erschöpft sind – dann kommt es zu Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern etc...
Begrünte Flächen sorgen für natürlichen Schatten und Kühlung. Das Phänomen kennt jeder, der einen Platz im Biergarten unter einem Baum mit einem Platz unter einem Sonnensegel vergleicht. Zusätzlich verdunsten Pflanzen Wasser, was zu Verdunstungskälte führt.
Entsprechend gilt – je grüner, desto besser. Und dafür kann jeder Einzelne etwas tun.
Weil wir hier leben.
Martin Mändl, Marktgemeinderat
BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN
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