Kornburg unter Wasser
Kornburg - Am 26. Juli hat nachmittags ein Starkregen große Teile Kornburgs unter Wasser gesetzt. Innerhalb einer Stunde fielen mehr als 60 Liter Wasser pro Quadratmeter. In der Nacht folgten noch einmal einige kräftige Schauer hinterher.
Kornburg hat grundsätzlich schon immer das Problem, dass das Grundwasser relativ hoch steht. In alten Karten sind große Bereiche von Kornburg West und Kornburg Nord als Sumpfgebiete markiert. Viele Häuser in den letzten Jahrzehnten wurden ohne Betonwanne gebaut und sind deshalb sehr empfindlich gegenüber Wassereinbrüchen.
In den städtischen Planungen wurde dieses grundsätzliche Problem nicht groß berücksichtigt und die Bebauung wurde in Kornburg nach Westen und vor allem Norden immer weiter getrieben. In der Schenkendorfstraße und der Hohenfelsstraße gab es schon in den letzten Jahrzehnten immer wieder Probleme bei Starkregen. Mein Hinweis darauf bei der Bürgerversammlung wurde so beantwortet, dass die Entwässerung in Kornburg in Ordnung sei und man nur dann ein Problem hat, wenn man seinen Hausanschluss nicht sichert.
Diese Aussage ist nachweislich falsch, denn es gibt einige Hausbesitzer in der Schenkendorfstraße, die ihr Haus vorbildlich mit Rückstauventilen gesichert haben und trotzdem drückt immer wieder Wasser durch die Kellerwände. Es kommt so viel Wasser von Kornburg Nord, dass es nicht abfließen kann. Vor einigen Jahren hat die Stadt eine kleine Verbesserung unternommen. An der Bushaltestelle Schenkendorfstraße wurde ein Überlauf auf die Wiesen westlich der Seckendorfstraße geschaffen.
Dieser Überlauf funktioniert grundsätzlich, ist aber offensichtlich viel zu schwach ausgelegt. Während 150 Meter weiter bei der Sparkasse die Straße bis zu 80 cm unter Wasser stand, kam laut Mitbürgern durch den Überlauf nur ein kleiner Strahl. Dabei liegen die Wiesen tiefer als der Parkplatz an der Sparkasse.
Leider ist die Situation sehr unbefriedigend und eine Lösung nicht einfach. Die Zahl der Starkregen wird zunehmen, das ist einfache Physik. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen und die permanente Erwärmung der Atmosphäre ist messbar. Schon letztes Jahr gab es bei einem Starkregen in Greuth mehr als 50 Liter Wasser pro Quadratmeter und das ist bei uns etwa der langjährige Durchschnitt in einem Monat.
Doch was tun? Die Häuser sind nun einmal gebaut und es gibt kaum Freiflächen, die Wasser aufnehmen können. Bei Starkregen werden also immer wieder ungeheure Wassermassen wegtransportiert werden müssen.
Eine Verbesserung der Situation wäre es definitiv, wenn man den Bereich westlich der Bushaltestelle Schenkendorfstraße als echtes Überlaufgebiet nutzt. Durch die Wiesen dort verlief früher sogar ein Bach, der das Wasser nach Westen abfließen ließ. Also wären die Gegebenheiten an dieser Stelle optimal. Im schlimmsten Fall wäre das Gras oder die Heuernte auf den Wiesen zerstört und das müsste selbstverständlich entschädigt werden. Aber die Kosten dafür wären nur ein Bruchteil der Schäden, die seit vielen Jahren bei den Häusern anfallen.
Die Lösung mit einer Ableitung großer Wassermengen auf die Wiesen würde auch zu der immer wieder beschworenen Schwammstadt passen. Wir wollen hoffen, dass all die Sonntagsreden zu Schwammstadt, Kaltluftgebieten und Lebensqualität in Nürnberg nicht wieder einer Bebauung geopfert werden. An der Schenkendorfstraße kann die Stadtführung zeigen, was die großen Reden wert sind.
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