Kritik an Plänen des Landkreises
Roth - Die Beratung zum Rahmenplan für das neue Wohngebiet im Westen der Stadt geriet zu einer Abrechnung mit den Plänen des Landkreises. Quer durch die Fraktionen hagelte es Kritik. Die Erweiterung des Landratsamts solle auch Leerstände in der Innenstadt einbeziehen, hieß es. Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp zeigte sich unbeeindruckt. Selbst die Kreistagsfraktionen unterstützen den Rother Rat nicht.
Die nochmalige Vorstellung des Rahmenplans für das Wohngebiet Westring-West einschließlich Entwicklung der Kreisklinik und des Landratsamts hat im Rother Stadtrat zu einer Diskussion über Planungen des Landkreises zur Erweiterung des Landratsamts geführt. Dort werden mindestens 1500 Quadratmeter neue Bürofläche gebraucht. Nach den Plänen des Landrats und des Kreisbaumeisters sollen sie ausschließlich im Umfeld des bestehenden Gebäudes entwickelt werden. Das stieß auf Kritik mehrerer Stadtratsmitglieder.
Jutta Schäffler (Grüne), Jochen Gürtler (CSU) und Sonja Möller (Freie Wähler) bemängelten, dass es keine Absicht gebe, leer stehende Gebäude in der Innenstadt Roths zu nutzen. „Das würde zu einer Belebung dort führen“, waren alle drei überzeugt. „Das wäre sehr wichtig für die Kreisstadt.“ Konkret ging es um das Sparkassengebäude in der Hilpoltsteiner Straße und die Rothmühlpassage.
Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp war eigens in die Stadtratssitzung gekommen, um die Pläne des Landkreises zu schildern und sich den Fragen des Gremiums zu stellen. Laut seiner Darstellung soll die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes insbesondere auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Weinbergwegs entstehen. Dabei soll auch die Eingangssituation zum alten Landratsamt verbessert und eine offene, parkähnliche Verbindung zwischen alter und neuer Bebauung geschaffen werden. „Wir wollen ein Bürgerlandratsamt im Grünen mit innerer Teamorientierung, in dem modernes Arbeiten möglich ist und alle Büros mit Bürgerkontakt gut auffindbar und offen sind“, schilderte Möllenkamp die Pläne des Landkreises.
Zu den Einwänden aus dem Stadtrat hatte er eine klare Haltung. Er fand es besser, die Pläne so weiterzuverfolgen, wie sie nun auf dem Tisch liegen. „Das Sparkassengebäude ist zu klein und innen nicht als Verwaltungsgebäude geeignet“, so der Kreisbaumeister. „Ich würde es lieber anders sehen, aber man muss dem Landratsamt das zugestehen“, sagte CSU-Fraktionschef Daniel Matulla. Richard Radle, Fraktionschef der Grünen, hielt die Zentralisierung an einem Ort für kritisch. „Das braucht es in Zeiten der Digitalisierung eigentlich nicht mehr“, erklärte er auf Nachfrage.
Wie aus sicherer Quelle zu erfahren war, sind die jeweiligen Kreistagsfraktionen durchaus mit den Einwänden ihrer Parteifreunde im Rother Stadtrat konfrontiert worden. Überzeugen konnte man sie allerdings nicht. CSU, SPD und Grüne im Kreistag werden weiter der Linie des Landrats und des Kreisbaumeisters folgen. Sie soll ab März Grundlage für die Ausschreibung eines Architekten-Wettbewerbs sein, über den im Oktober eine Jury entscheiden wird.
Der Stadtrat stimmte dem Rahmenkonzept mit 17 gegen sechs Stimmen zu. Rechtlich verbindlich ist damit allerdings noch nichts. „Wir werden jetzt noch einmal in die Anhörung der Behörden und Träger öffentlicher Belange gehen und eventuelle Anregungen einarbeiten“, schilderte Stadtbaumeister Wolfgang Baier das weitere Vorgehen. „Daraus werden wir dann einen Bebauungsplan entwickeln und zur Rechtskraft bringen.“
Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Kosten für die Erschließung im neuen Wohngebiet. Dabei wollte vor allem Daniela von Schlenk wissen, wie hoch sie für das Wohngebiet seien und ob sich der Landkreis an den Kosten der Zufahrt zum Krankenhaus und den Parkplätzen dort beteilige. Denn es wird von Norden her eine Straße durch das Wohngebiet geben, die vom Personal und Lieferanten als Zufahrt genützt werden soll. Zahlen wurden zu beiden Sachverhalten nicht genannt. „Wir werden im Februar in nichtöffentlicher Sitzung darüber informieren“, hieß es von Stadtbaumeister Wolfgang Baier. „Wieso nichtöffentlich?“, wollte von Schlenk wissen. „Das liegt doch im öffentlichen Interesse und ist kein Hexenwerk“, lautete ihr Einwand. „Diese Informationen“, begründete Erster Bürgermeister Andreas Buckreus die Entscheidung für eine nichtöffentliche Behandlung, „haben Einfluss auf die Verkaufspreise der Grundstücke und die Vertriebsstrategie.“
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