Kult-Band gastiert auf Kult-Bühne
Hilpoltstein - Die Country- und Rockabilly-Band „Smokestack Lightning´“ bringt das Publikum beim Open-Air-Konzert im Kreuzwirtskeller auf Temperatur. Ihre Wurzeln liegen in Schwabach und Nürnberg.
„Zurück zu den Wurzeln.“ So könnte man die Schauplätze der jüngsten Auftritte von „Smokestack Lightnin´“ am besten zusammenfassen. Immerhin ist die Band 2003 in Nürnberg vom Schwabacher Bernie Batke gegründet worden und hat seither viele europäische Länder erobert. Wer nun so durch die Region tourt, für den darf ein besonders legendärer Ort nicht fehlen.
Der Garten des Kreuzwirtskellers (KWK) hat einen wunderbaren Rahmen für ein entspanntes Open-Air-Sommerkonzert mit Rockabilly- und Country-Musik geboten. Gut zwei Stunden lang lieferte „Smokestack Lightnin´“ vor allem den besonderen Sound ihrer im Oktober 2024 vorgestellten jüngsten LP. Das kraftvolle Album namens „My Vinyl Resting Room“ umfasst zwölf Tracks, die eine Mischung aus Eigenkompositionen, Coverversionen und Kollaborationen mit internationalen Songschreibern bieten. Alles in allem exzellente Musik mit Leidenschaft und Präzision abseits des Mainstreams.
Der charakteristische Stilmix aus gefühlvollem Country, Folk, Rockabilly und Rock'n'Roll gepaart mit dominanten Gitarren liefert eine authentische Klangqualität und Texte, in denen sich die Band mit Themen wie Vergänglichkeit, Träumen und Lebenswegen auseinandersetzt. „Ein Sound, der mitten ins Herz geht“, jubeln die Kritiker und finden, „das Album festigt den Kultstatus“ von „Smokestack Lightnin´“. Kult-Band und Kult-Kleinkunstbühne also Hand in Hand. Nicht zum ersten Mal. Bereits 2021 waren „Smokestack Lightnin´“ zu Gast in der Burgstadt. Die Anregung zum Comeback kam von der Band selbst. „Uns hat es damals super gefallen“, erklärte Bassist und Lead-Sänger Bernie Batke den Gästen. „Wir kommen gerne wieder“, fügte er am Ende des Konzerts hinzu.
Kein Wunder. Schließlich war das Ambiente der Location schon zu Beginn perfekt. Als die Sonne in Hilpoltstein aber knapp über dem Horizont stand, hat sich eine geradezu magische Atmosphäre entwickelt. Das Licht suchte sich seinen Weg durch den dichten Baumbestand und tauchte die erhöhte Bühne in einen goldenen Schimmer, der die emotionale Wirkung der Musik um ein Vielfaches verstärkte. Die Seele der Songs kam so noch viel besser zur Geltung. Es entstand eine echte emotionale Verbindung zum Publikum. Einige tanzten sogar. Der warme Abend wird den etwa 250 Gästen gewiss noch lange in Erinnerung bleiben. Selbst Erster Bürgermeister Markus Mahl genoss die energiegeladene Performance.
„Es ist nicht alles schlecht, was aus den USA kommt“, meinte KWK-Chef Robert Engel und hob den starken Einfluss der Nashville-Musikszene auf die Band hervor, den sie dort förmlich „aufgesogen hat“, wie Engel es ausdrückte. Immerhin haben die Fränkischen Fab Four ihr Album „Stolen Friends“ im US-Country-Mekka produziert. Die engen Kontakte zu den Musikern dort haben den Stil der deutschen Americana-Interpreten mitgeprägt.
Das Konzert fand unter den Gästen großes Lob. Auch unter dem Gesichtspunkt „Wurzeln“. Schließlich wird der KWK bereits seit 1975 von einem Arbeitskreis der SPD ehrenamtlich als Kleinkunstbühne betrieben. „Unsere Wurzeln reichen also tief“, meinte eine Genossin. „Nach Jahrzehnten bietet der Keller immer noch großartige Events“, lautete ihre Einschätzung. Insbesondere bei den Open-Air-Konzerten. „Wer nicht hier war, hat etwas verpasst“
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