Landtagspräsidentin Ilse Aigner beim Landfrauentag

Schwanstetten - „Ist unsere Demokratie gefährdet?“ Die Bäuerinnen aus dem Landkreis Roth und aus Schwabach trafen sich in Schwanstetten, um von Ilse Aigner Antworten auf die heikle Frage zu erhalten. Die Landtagspräsidentin enttäuschte nicht. „Sie hat gesprochen wie eine Bundespräsidentin“, kommentierte Kreisbäuerin Monika Volkert den Vortrag der CSU-Politikerin mit Blick auf die Gerüchte um ihre Kandidatur für das höchste Staatsamt in Deutschland.

  • Kreisbäuerin Monika Volkert begrüßt Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Schwanstetten.

    Kreisbäuerin Monika Volkert begrüßt Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Schwanstetten.
    © Robert Schmitt

  • Ilse Aigner warnt in Schwanstetten vor dem Einfluss von Fake-News auf Social Media.

    Ilse Aigner warnt in Schwanstetten vor dem Einfluss von Fake-News auf Social Media.
    © Robert Schmitt

  • Ilse Aigner trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Schwanstetten ein.

    Ilse Aigner trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Schwanstetten ein.
    © Robert Schmitt

  • Der Vorstand der Landfrauen Roth-Schwabach mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

    Der Vorstand der Landfrauen Roth-Schwabach mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner.
    © Robert Schmitt

  • Die 64-jährige Ingrid Martin aus Breitenlohe (2. v. li.) singt seit 40 Jahren im Landfrauenchor.

    Die 64-jährige Ingrid Martin aus Breitenlohe (2. v. li.) singt seit 40 Jahren im Landfrauenchor.
    © Robert Schmitt

Der diesjährige Landfrauentag für den Landkreis Roth und die Stadt Schwabach hat eine Frage gestellt, die in Deutschland derzeit gewiss viele Menschen bewegt. „Ist unsere Demokratie gefährdet?“, wollten die etwa 300 Landfrauen samt Gästen in der Gemeindehalle Schwanstettens wissen. 

Für eine tragfähige Antwort haben die Bäuerinnen auf einen prominenten Gast aus München gesetzt. Schließlich gehört Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) zu jenen Politikerinnen, die in höchsten Ämtern verschiedener Ebenen Verantwortung für die Demokratie getragen haben. Die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und bayerische Wirtschaftsministerin gilt in ihrer Rolle als Landtagspräsidentin als moderierend, demokratiebewusst und überparteilich anerkannt. Sie warnte vor externen Risiken in einer sich geopolitisch verändernden Welt ebenso wie vor innenpolitischen Einflüssen durch soziale Medien und einer Politik, die sich nicht den unmittelbaren Problemen Deutschlands widmet. 

In diesem Rahmen lobte sie die Bundesregierung, die seit der Wahl ihrer Meinung zufolge durchaus wichtige Projekte auf den Weg gebracht habe. Insbesondere für die Landwirtschaft sei mit der Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ein „Zeichen an die Bauern gesetzt worden, das Wettbewerbsfähigkeit und Nachteilsausgleich sicherstellt“.

Zugleich kritisierte sie, dass in der Gesellschaft oft ein Bild der Landwirtschaft gezeichnet werde, das nicht der Realität entspreche. „Bayerische Bauern arbeiten nachhaltig, wollen den Boden erhalten sowie das Tierwohl gewährleisten“, war sie überzeugt, „und das alles an die nächste Generation weitergeben“. Sie wollte „eine Lanze für die Landwirtschaft brechen“, weil sie wichtige Leistungen erbringe. „Energie, Forst, Pflege der Kulturlandschaft und Ernährungssicherheit“, zählte sie auf, „damit wir täglich etwas auf dem Teller haben“, so Aigner. „Diese Grundsicherheit ist ganz entscheidend für die Akzeptanz der Demokratie“, betonte sie.

Als große Gefahr für die Demokratie bezeichnete sie den teilweise von außerhalb Deutschlands gesteuerten Einfluss sozialer Medien. „Dort wird transportiert, was nicht der Realität entspricht und es wird Stimmung gegen die Demokratie gemacht“, und sie warnte: „Das hat Auswirkungen auf die Akzeptanz der Demokratie, denn es ist der ernsthafte Versuch, sie zu destabilisieren.“ Demgegenüber bescheinigte sie den etablierten Medien eine kritische Informationsarbeit, die an journalistischen Standards ausgerichtet ist. „Es gibt keine Hofberichterstattung und keine Systemmedien“, stellte Ilse Aigner fest.

Zugleich trat sei einem „neuen Frauenbild aus den USA“ energisch entgegen. „Die so genannten Tradwifes bieten kein zeitgemäßes Rollenbild, weil sie Frauen auf Kinder und Kochen reduzieren“, beschrieb Aigner den Grund für ihre Kritik an dem neuen Trend. „Landfrauen sind aber alles andere als Tradwifes, denn angesichts ihrer Leistungen sind sie vielmehr Managerinnen, ohne die vieles nicht laufen würde auf den Höfen und in den Dörfern“, so die Landtagspräsidentin. Dennoch ist es Handlungsbedarf. Denn im Vergleich zum EU-Schnitt von 32 Prozent gebe es in Deutschland lediglich elf Prozent weibliche Hofchefs. In Bayern seien es mit neun Prozent noch weniger.

Kreisbäuerin Monika Volkert ergänzte, dass Demokratie „genau hier vor Ort beginnt“ und die Landfrauen seien hier ein wichtiger Faktor. „Denn wir gestalten mit, indem wir Verantwortung in den Familien, auf den Höfen und in den Vereinen übernehmen“, so die Landfrauen-Vorsitzende. „Demokratie lebt vom Zusammenwirken“, meinte auch Julia Sorgenfrei von der Evangelischen Landjugend und die Landwirtschaftsamts-Chefin Ingrid Bär hob die Bedeutung der Menschenrechte, der Gewaltenteilung und rechtsstaatlicher Verfahren hervor. Christine Reitelshöfer machte auf ein aus ihrer Sicht bedenkliches Ergebnis aus Umfragen aufmerksam. „Nur mehr 49 Prozent der Bevölkerung glauben an die Demokratie“, so die Bezirksbäuerin. Für sie müssen deshalb bereits die Familien „Lernorte der Demokratie“ sein. „Mach mit, bring Dich ein“, müsse das Signal immer lauten, fasste Ingrid Bär zusammen.

Wie immer war auch der Landfrauenchor Bestandteil des Landfrauentags. Dabei ist eine langjährige Sängerin ausgezeichnet worden. Die 64-jährige Ingrid Martin aus Breitenlohe ist seit 40 Jahren Mitglied des Landfrauenchors. Nicht so lange gibt es die Alphornbläser Kammerstein. Sie existieren seit 2016 und sind häufig zu Gast bei den Landfrauen-Treffen. 

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Samstag, 28. Februar 2026 - Aktualisiert am Dienstag, 03. März 2026
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