Lehrbienenstand Königshammer – Der Umzug der Waldameisen

Wendelstein - Waldameisen sind wichtige Nützlinge in unseren Wiesen und Wäldern. Sie stehen unter strengem Naturschutz! Leider raubt diese Ameisenart gern die Bienenbrut und kann somit unsere Bienenvölker zugrunde richten.

  • Der ungünstig am Bienenhaus gelegene Waldameisenhaufen

    Der ungünstig am Bienenhaus gelegene Waldameisenhaufen
    © Vereinseigen

  • Schichtweise wird die Ameisenburg erst sorgfältig abgetragen und wieder zusammengesetzt

    Schichtweise wird die Ameisenburg erst sorgfältig abgetragen und wieder zusammengesetzt
    © Vereinseigen

  • Der Umzug  zum neuen Standort ist geschafft.

    Der Umzug zum neuen Standort ist geschafft.
    © Vereinseigen

Unglücklicherweise haben die großen Krabbler ihr Ameisennest direkt neben unser Vereinsgebäude gebaut und die Ameisenstraße verläuft direkt zu unseren Vereinsbienen. Das geht zu weit - der Ameisenstaat muss umziehen! Extra hierzu wurden Manuela P. und Roland S. von der Ameisenschutzwarte Bayern zu Ameisenhegern ausbildet.

In drei Stufen erfolgte der Umzug der geschützten Tierart:

1) Umzug des Hauptteils der Ameisenburg mit dem kompletten Nest, möglichst vielen Eiern und der Ameisenkönigin an den neuen Standort, der mindestens 300 Meter vom alten Nest entfernt liegen muss, da sonst - ähnlich wie bei unseren Bienen - die Tierchen wieder zurück wandern.

2) Nach 3 bis 6 Tagen haben die restlichen Ameisen am alten Standort bereits wieder versucht aus den Resten ein neues Nest zu bilden. Auch dieses wird wiederum an den neuen Standort verbracht. 

3) Nach weiteren 3 bis 6 Tagen wiederholt sich Punkt 2.

Da die Ameisen ihre hochprozentige Ameisensäure bis zu 30 cm weit zur Verteidigung versprühen, war Schutzkleidung und vorsichtiges Arbeiten angesagt. Die Dämpfe waren teilweise so stark, dass die Arbeit kurz unterbrochen werden musste, um frische Luft zu schnappen.

Am neuen Standort wurde die Burg in umgekehrter Reihenfolge des Abbaus wieder aufgebaut und mit Futter (innen Zuckerteig und außenrum mit einem Ring aus Haushaltszucker) versorgt. Zum Abschluss bekamen die kleinen Krabbler noch Baumaterial zur Verfügung gestellt, damit sie sich bald wieder wohnlich eingerichtet haben. Wir hoffen, dass sie sich schnell eingewöhnen.


Wir bedanken uns bei unseren netten "Forstnachbarn", die so großes Engagement zeigten und dem Umzug zu einem geeigneteren Standort in ihrem Wald zustimmten. Dafür bedanken sich die Ameisen, indem sie den Wald pflegen, z. B. den Boden lockern, Samen von Wildpflanzen verbreiten, Ungeziefer fressen und vieles mehr.

Von: Manuela Piotrowski (Schriftführerin), Donnerstag, 17. Juni 2021 - Aktualisiert am Montag, 28. Juni 2021
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Zeidlerverein Wendelstein 1912 e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/zeidlerverein-wendelstein

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