Lehrstellenbörse in Hilpoltstein

Region - In der Stadthalle Hilpoltstein haben sich über 80 Aussteller, Betriebe, Behörden, Kammern, Schulen und Verbände präsentiert. Die Messe bot Schülerinnen und Schülern direkte Gespräche mit Ausbildern und Auszubildenden, Einblicke in den Berufsalltag, Broschüren und Bewerbungstipps. Wir stellen eine Auswahl der Angebote vor.

  • Hilpoltsteins Erster Bürgermeister Markus Mahl mit Organisatorin Melanie Antretter,

    Hilpoltsteins Erster Bürgermeister Markus Mahl mit Organisatorin Melanie Antretter,

  • Mit ein wenig Glück gab es am Stand der Heidecker HT-Group einen Preis zu gewinnen.

    Mit ein wenig Glück gab es am Stand der Heidecker HT-Group einen Preis zu gewinnen.
    © Robert Schmitt

  • Die Ausbildungs-Truppe des Landratsamts Roth.

    Die Ausbildungs-Truppe des Landratsamts Roth.
    © Robert Schmitt

  • Britta Saponaro (2. v. re.), Verkaufsleiterin beim Sanitätshaus Draxler,  wirbt um Auszubildende für den Fachverkauf in Hilpoltstein und Schwabach.

    Britta Saponaro (2. v. re.), Verkaufsleiterin beim Sanitätshaus Draxler, wirbt um Auszubildende für den Fachverkauf in Hilpoltstein und Schwabach.
    © Robert Schmitt

  • Fähnrich Jonathan Auer stammt aus Ansbach. In Hilpoltstein erklärte er seine Beweggründe für die Wahl einer Ausbildung zum Marine-Offizier.

    Fähnrich Jonathan Auer stammt aus Ansbach. In Hilpoltstein erklärte er seine Beweggründe für die Wahl einer Ausbildung zum Marine-Offizier.
    © Robert Schmitt

Am Samstag, 14. März 2026, hat in der Stadthalle Hilpoltstein die Hilpoltsteiner Lehrstellenbörse stattgefunden – organisiert vom Jugendreferat der Stadt Hilpoltstein in enger Kooperation mit der Unternehmerfabrik im Landkreis Roth.

Viele Jugendliche nutzten die Chance für persönliche Beratungen und erste Bewerbungen vor Ort. An vielen Ständen war auch der unmittelbare Kontakt zu aktuellen Auszubildenden möglich, die im direkten Gespräch Auskunft über ihre Erfahrungen und die Besonderheiten der Lehrfirma gaben. Austausch auf Augenhöhe also. „Wir wollen jungen Leuten zeigen, wie viele Berufe mit guten Chancen es gibt“, sagte Hilpoltsteins Erster Bürgermeister Markus Mahl bei der offiziellen Eröffnung. „Dafür setzen wir auf eine breite Mischung verschiedener Branchen und Bildungseinrichtungen.“

 

Die Heidecker HT Group ist ein weltweit gefragter Spezialist für modulare Raumlösungen für Kliniken und Labore, mit 220 Beschäftigten.

Sie stellte ihre technisch-planenden und fertigenden Ausbildungen in den Mittelpunkt. Das mittelständische Unternehmen wirbt mit innovativen Projekten für Krankenhäuser und Hochsicherheitslabore auf dem gesamten Globus, modernen Arbeitsplätzen, flexiblen Zeiten und individueller Förderung. Am Stand konnten Besucher Modelle, Pläne und reale Bauteile anschauen.

Wichtige Ausbildungsangebote sind

Konstruktionsmechaniker/in (m/w/d): Schwerpunkt Blechbearbeitung – Schneiden, Kanten, Biegen, Bohren und Schweißen von Bauteilen für modulare Raumsysteme. Azubis lernen die gesamte Fertigungskette in der Produktion in Heideck kennen und arbeiten an hochpräzisen Anlagen für Kliniken und Labore.

Technische/r Systemplaner/in (m/w/d): Erstellung detaillierter Zeichnungen und Pläne für technische Anlagen und Bauteile oder Elektroinstallationen. Fachrichtungen u. a. elektronische Systeme oder Stahl- und Metallbau – von der Konzeption bis zur Umsetzung in internationalen Projekten.

Bei den technischen Berufen werden für den bevorstehenden Ausbildungsbeginn am 1. September noch Bewerber gesucht. Voraussetzungen dafür sind mathematische Bildung, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick. Im kaufmännischen Bereich werden Industriekaufleute sowie Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement ausgebildet.

Besondere Vorteile sind „die Tätigkeit in einer zukunftssicheren Branche, ein gutes Betriebsklima in einem wachsenden inhabergeführten Unternehmen, attraktive Ausbildungsvergütung, Weiterbildungsmöglichkeiten und hohe Übernahmechancen“, zählt Sandra Baumeister aus der Personalabteilung auf. „Wir setzen auf innovative Technologien, um das Gesundheitswesen von morgen aktiv mitzugestalten“, schilderte die 24-jährige Ausbildungsexpertin die Besonderheit der HT Group. „Wir haben also insbesondere für die Gen Z ein gutes Angebot, denn man kann sich mit unseren Leistungen voll identifizieren“, ist Baumeister überzeugt. In der Ausbildung wird Wert auf betriebliche Praxis gelegt. „Im ersten Jahr geht es um Grundlagen, danach wird man sofort in Projekte eingebunden.“ Bewerbungen laufen über karriere@htgroup.de oder das Online-Formular auf der Website.

 

Das Landratsamt Roth präsentierte sich als attraktiver Arbeitgeber im öffentlichen Dienst des Landkreises.

In der Behörde arbeiten etwa 600 Beschäftigte. Die Ausbildungen sind praxisnah in verschiedenen Ämtern und Sachgebieten angesiedelt, etwa Bau, Umwelt, Soziales und Straßenbau. Die Beschäftigung bei der öffentlichen Hand gilt als besonders krisensicher mit sehr guten Übernahmechancen.

Am Stand konnten Interessierte direkt mit Ausbildern sprechen und sich einen Überblick verschaffen. „Der Vorteil im Landratsamt ist, dass man nach Jahren wechseln kann“, sagt Ausbildungsleiterin Daniela Melsbach aus Hilpoltstein, die selbst Verwaltungsfachangestellte ist. Sie überwacht pro Jahr die Ausbildung von bis zu 40 Nachwuchskräften, die neben der großen Vielfalt bei ihren Einsatzgebieten auch von guten Aufstiegsmöglichkeiten profitieren. Melsbach kann dabei auf einen umfangreichen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Während ihrer Ausbildung war sie im Bauamt, in der Führerscheinstelle, bei der Grundsicherung im Sozialamt und im Büro des Landrats eingesetzt.

Wichtige Ausbildungsangebote am Landratsamt sind

Verwaltungsfachangestellte/r (m/w/d): Umfassende Beratung von Bürgerinnen und Bürgern, Bearbeitung von Anträgen, Kennenlernen zahlreicher Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie deren praktische Umsetzung in den verschiedenen Ämtern des Landratsamts.

Beamter/Beamtin (Zweiter und dritter Qualifikationsebene): Helfende, beratende und dienstleistende Tätigkeiten für die Bevölkerung – von der Antragsbearbeitung bis zur Entscheidungsfindung.

Straßenwärter/in (m/w/d): Pflege und Instandhaltung von Straßen, Verkehrsflächen und Infrastruktur am Kreisbauhof.

Gärtner/in (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau): Gestaltung und Pflege öffentlicher Grünanlagen, Parks und Straßenbegleitgrün.

Fachinformatiker/in für Systemintegration: Aufbau, Wartung und Support von IT-Systemen und Netzwerken im gesamten Landkreis.

Mediengestalter/in Digital und Print: Erstellung von Broschüren, Plakaten, Websites und digitalen Medien für die Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises.

Besondere Highlights sind aus Sicht von Daniela Melsbach abwechslungsreiche Einsätze in unterschiedlichen Bereichen, flexible Arbeitszeiten, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Tarifvergütung sowie die Möglichkeit, später in vielen Fachbereichen zu arbeiten. Das Landratsamt bot am Stand auch Infos zu Praktika und Schnuppertagen an, um den Alltag vorab zu testen.

 

Das Draxler Sanitätshaus aus Schwabach mit Filialen in Hilpoltstein – und ab Mai auch in Wendelstein – präsentierte Ausbildungen im Gesundheitsbereich, die Handwerk mit direkter Patientenarbeit verbinden.

Die Berufe sind zukunftsorientiert im Orthopädie- und Rehatechnik-Bereich. Die 26-jährige Nina Meyer aus Nürnberg absolviert im zweiten Lehrjahr die Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin. „Medizinische Kenntnisse und handwerkliches Geschick bilden die Grundlage“, erzählt sie, „denn die Anatomie des Fußes und des Beins bis hinauf zum Becken ist für orthopädische Maßschuhe entscheidend.“

Wichtige Ausbildungsangebote beim Draxler Sanitätshaus:

Orthopädietechnik-Mechaniker/in (m/w/d) (Standorte Hilpoltstein und Schwabach): Herstellen, Anpassen und Reparieren individueller orthopädischer Hilfs-mittel, Orthesen, Prothesen und Rehahilfsmittel. Betreuung und Beratung von Patienten im Innen- und Außendienst. Verarbeitung verschiedener Materialien. Fertigung von Fußeinlagen (teilweise mit CNC-Fräse). Verschiedene Messtechniken zur Körperanalyse.

Verkaufsleiterin Britta Saponaro stellt die Vorzüge der Einzelhandelskaufleute im Draxler Sanitätshaus heraus: „Als Fachverkauf haben wir bessere Öffnungszeiten als der normale Einzelhandel und wir haben einen sehr engen Kontakt zu unseren Kunden, auf deren Bedürfnisse man in Abstimmung mit der Werkstatt sensibel und feinfühlig eingehen muss.“

Es gibt drei Berufsbilder:

Kaufmann/-frau Einzelhandel im Sanitätshaus (m/w/d): Führen von Verkaufs- und Beratungsgesprächen, Kundenerfassung und Annahme von Beratungsaufträgen in unserer Branchensoftware am PC, Kassenverwaltung, Anmessen, Anpassen und Versorgen mit orthopädischen und rehatechnischen Hilfsmitteln.

Kaufmann/-frau für Büromanagement (m/w/d): Umgang mit unserer Branchensoftware, Erstellung und Bearbeitung von Kostenvoranschlägen und Rechnungen, Krankenkassenabrechnungen, Bearbeitung des Posteingangs, Telefonische und schriftliche Korrespondenz mit Kunden und Krankenkassen.

Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen (m/w/d): Umgang mit unserer Branchensoftware, Erstellung und Bearbeitung von Kostenvoranschlägen und Rechnungen, Bearbeitung von Genehmigungen und Direktaufträgen, Bearbeitung des Posteingangs, telefonische und schriftliche Betreuung und Korrespondenz mit Kunden, Krankenkassen und Verordnern, Hilfsmittelverwaltung, Abrechnung von Leistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern.

Voraussetzungen für diese Ausbildungen: Erfolgreicher Schulabschluss (mind. qualifizierender Hauptschulabschluss), handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen, Interesse und Freude am Umgang mit Menschen.

Weitere Vorteile sind ein modernes Arbeitsumfeld im Gesundheitswesen, gute Weiterentwicklungsmöglichkeiten, sehr hohe Übernahmechancen, Wertschätzung auf Augenhöhe, kostenfreie Parkplätze und gute ÖPNV-Anbindung.

    

Die Bundeswehr war mit einem großen Stand mit umfangreicher Besetzung vertreten und präsentierte sowohl zivile Berufsausbildungen, also ohne Wehrpflicht oder Uniform, als auch militärische Laufbahnen.

Als einer der größten Ausbilder Deutschlands bietet sie staatlich anerkannte, duale Ausbildungen in über 50 Berufen an – von technisch-handwerklich über kaufmännisch bis medizinisch. Beispielsweise medizinische Fachangestellte und Schreiner. „Gegenwärtig arbeiten gut 81 000 Zivilbeschäftigte bei der Bundeswehr“, erklärt Karriereberater Ronny Kühnel. Der Hauptmann bot vor Ort individuelle Beratungen und Termine für Einstellungstests an. Die Ausbildungen finden in modernen Bundeswehr-Werkstätten, Kasernen oder Dienststellen statt und kombinieren im herkömmlichen dualen System Praxis mit Berufsschule. Bewerbungen sind im Karrierecenter Nürnberg, Allersberger Str. 190, 90461 Nürnberg, 0911 4396-202, oder unter www.bundeswehrkarriere.de möglich

Wichtige zivile Ausbildungsangebote für 2026 sind:  

•  Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik (3,5 Jahre): Planung, Installation und Wartung von Elektroanlagen, Gebäudetechnik und Energieversorgung in Bundeswehr-Einrichtungen.

•  Industriemechaniker/in: Fertigung, Montage und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen – Schwerpunkt auf Präzisionstechnik.

Gärtner/in (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau): Pflege von Außenanlagen, Grünflächen und Sportplätzen auf Bundeswehr-Geländen.

•  Kfz-Mechatroniker/in: Wartung und Reparatur von Dienstfahrzeugen aller Art.

Fachinformatiker/in für Systemintegration: Aufbau und Betreuung von IT-Netzwerken und Systemen.

Besondere Vorteile, die am Stand stark betont wurden, sind eine attraktive Ausbildungsvergütung nach Tarif, bereits ab dem ersten Jahr 1300 bis 1500 Euro jährlich steigend, 30 Tage Urlaub und kostenlose Unterkunft bei Bedarf. Ferner umfassende Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, sehr hohe Übernahmequote, einen krisenfesten Arbeitsplatz sowie internationale Einsatzmöglichkeiten. Viele Besucher interessierten sich für die Kombination aus Praxis in hochmodernen Werkstätten und theoretischer Ausbildung. 

Wer mit dem Gedanken spielt, Soldat zu werden, für den gab es ebenfalls den richtigen Gesprächspartner. Jonathan Auer ist auf dem Weg zum Marineoffizier. Der 20-jährige Fähnrich stammt aus Ansbach und ist nun im hohen Norden stationiert. An der Offiziersschule in Flensburg hat er sich zwei Jahre auf seine militärischen Aufgaben als Vorgesetzter vorbereitet und dabei zugleich auch alle Rangposten durchlaufen. „Man fängt ganz unten an, damit man erleben kann, was Führung bedeutet“, sagt Auer, der bald Psychologie in Hamburg studieren wird. Denn ein eigenständiges Studium unter 50 verschiedenen Richtungen gehört zur Offiziersausbildung, bei der man keine Geldsorgen hat, denn man wird bezahlt wie ein fertiger Beamter im mittleren Dienst.

   

Die Hilpoltsteiner Lehrstellenbörse 2026 kam richtig gut an. 

Die Besucher informierten sich direkt bei den Ausbildern und Auszubildenden der ausstellenden Unternehmen zu den unterschiedlichsten Berufen und den jeweiligen Zukunftschancen. Aussteller berichteten von zahlreichen interessierten Gesprächen und sogar von ersten Bewerbungen.

Von: Robert Schmitt und Markus Streck (meier Redaktion), Dienstag, 17. März 2026 - Aktualisiert am Dienstag, 05. Mai 2026
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