Lies mir bitte etwas vor!

Nürnberg und Umgebung - In vielen Schulen etablieren sich Lesehunde als Co-Pädagogen, denn Hunde können die Lesefähigkeit von Grundschülern enorm verbessern. Darüber hinaus werden die Schüler nach einem Hundeeinsatz zum weiteren Üben motiviert. Auch der Verein Therapiehunde Deutschland e.V. ist mit Lesehunden in verschiedenen Schulen im Einsatz.

  • Lesehund Elvis

    Lesehund Elvis
    © Therapiehunde Deutschland

  • Lesehund Elvis

    Lesehund Elvis
    © Therapiehunde Deutschland

Trotz der allgemeinen Schulpflicht können in Deutschland etwa 6,2 Millionen Menschen schlecht oder gar nicht lesen oder sind lediglich dazu in der Lage, nur einzelne Sätze, aber keine zusammenhängenden Texte lesen und schreiben zu können. Bei fast jedem zehnten Erwachsenen genügt das Lese- und Schreibverständnis den Anforderungen an einen Viertklässler nicht. In einer Gesellschaft, in der Informationen nach wie vor im Wesentlichen in schriftlicher Form weitergegeben werden, sind die Folgen für die Betroffenen erheblich. Sie schämen sich, weil sie nicht richtig lesen können und leiden unter Ängsten, wenn sie in Situationen kommen, in denen ihre Schwächen offen zutage treten. Sie werden von und in der Gesellschaft diskriminiert und stigmatisiert und in der Folge haben sie stetig Misserfolge.

Ein Teil der vom Analphabetismus betroffenen Schülerinnen und Schüler „mogelt“ sich bereits ab dem Schulbeginn durch alle Jahrgangsstufen und viele schaffen es mit dieser Mogelei sogar bis zu höheren Schulabschlüssen. Doch Kinder mit Leseschwäche stehen seelisch enorm unter Druck, wenn sie laut vor der ganzen Klasse vorlesen sollen. Sie haben Angst, Fehler zu machen und auch Angst vor der Kritik der Lehrkraft oder dem Hohn der Mitschülerinnen und Mitschüler.

Ein Lesehund – wie Elvis – kommt jede Woche für 15 Minuten zu einem leseschwachen Kind und hört, nur begleitet von der Hundeführerin oder dem Hundeführer mit einem erweiterten Führungszeugnis und einer speziellen Qualifikation durch den Verein Therapiehunde Deutschland, in einem ruhigen Raum ohne Lehrkräfte, Eltern und Mitschüler geduldig zu. Der Hund kritisiert nicht, er korrigiert nicht und er fordert auch nichts ein.  Er ist empathisch, lässt sich streicheln und ist einfach nur da. Dadurch lernen die Mädchen und Jungen flüssiger und besser vorzulesen, weil ihnen der Hund die Angst nimmt und ihnen neues Vertrauen in ihre Fähigkeiten gibt.

Und eines Tages sitzt der Schülerin oder dem Schüler kein Hund, sondern eine staunende Lehrerin gegenüber, die die positiven Veränderungen kaum glauben kann. Lesehunde können auch Kindern mit Leseschwierigkeiten helfen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Eine Studie der Universität Rostock kam zu dem Ergebnis, dass die Stressfaktoren weniger werden, wenn Kinder einem Hund vorlesen. Der Lernprozess wird positiv beeinflusst, weil der Hund das Kind unvoreingenommen annimmt. Er vermittelt den Lesekindern Sicherheit und Entspannung und schafft es dadurch, dass Kinder angst- und stressfrei lesen und dem Unterricht wieder freudig folgen.

Wenn Sie einen Hund haben, auf den die Beschreibung „Kampfschmuser“ zutrifft und Sie der Ansicht sind, dass Ihr Engagement bei den Therapiehunden genau Ihr Ding wäre, dann nehmen Sie einfach Kontakt mit dem Verein auf:

www.therapiehunde-deutschland.team– Telefon: 0911.884008

Von: Sabine Beck (freie Journalistin - Medienbüro Die.Schreiberei ), Freitag, 14. Januar 2022 - Aktualisiert am Montag, 17. Januar 2022

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