Mehrgenerationenhaus in Georgensgmünd feiert Richtfest
Georgensgmünd - Erika Kohl und ihre Bau-Gruppe haben sich im Zentrum Georgensgmünds einer alten Gastwirtschaft angenommen, die zum Wohnort für verschiedene Generationen werden soll. Nun ist dort die Vollendung des Dachstuhls gefeiert worden. Seit März 2025 läuft der Bau unter Leitung des Petersgmünder Architekten Michael Gsaenger. Spätestens Anfang 2027 werden die zehn Wohnungen bezugsfertig sein.
Richtfest mitten in Georgensgmünd. Am Anger 12 entsteht ein Mehrgenerationenhaus, das bereits weit fortgeschritten ist. Bis Ende des Jahres werden wenige Meter von der Fränkischen Rezat entfernt zehn Wohnungen fertig sein, in die Menschen verschiedener Altersstufen einziehen werden.
Vier Wohnungen mit 42, 52, 84 und 90 Quadratmeter sind noch frei. Als Mieter oder Mieterin für die beiden großen Wohnungen sucht die Bau-Gruppe mit Initiatorin Erika Kohl noch Alleinerziehende oder Familien. Gast beim Richtfest war auch Erster Bürgermeister Friedrich Koch. „Für mich als Bürgermeister ist das ein Gewinn, da es sich um ein Haus mit Geschichte im Herzen von Georgensgmünd handelt, das erhalten bleibt und in das neues Leben einzieht“, sagte das Gemeindeoberhaupt.
Mehrgenerationenprojekte gelten durchaus als Antwort auf mitunter problematische gesellschaftliche Entwicklungen. Elternpaare und Alleinerziehende suchen Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Seniorinnen und Senioren, aber auch Singles mittleren Alters wollen nicht vereinsamen. Manchmal brauchen sie auch niedrigschwellig und unbürokratisch erste Unterstützung, um weitergehenden Hilfebedarf zu verhindern oder hinauszuzögern.
Außerdem steht in einem Wohnhaus mit mehreren Generationen unter einem Dach auch stets ganz allgemein das soziale Miteinander bei gemeinsamen Erlebnissen und Festen im Mittelpunkt. „Gemeinsam statt einsam“ lautet der Slogan. Ihn hat sich auch das Projekt „Wohnen in Zukunft in Gmünd“ zu eigen gemacht, das schon weit fortgeschritten ist. Nun haben die Verantwortlichen des Umbaus des ehemaligen Gasthauses mit Garten und Anbau den Abschluss des Dachstuhlbaus gefeiert und blicken positiv in die Zukunft. Zum Richtfest sind Handwerker, Nachbarn, Investoren, Eigentümer und künftige Mieter gekommen.
„Gemeinsam statt einsam“ bedeutet, dass die Mitglieder individuell wohnen können, sich aber im Alltag gegenseitig unterstützen. „Dabei soll ein rücksichtsvolles, tolerantes, wertschätzendes und offenes Miteinander und Füreinander entstehen“, sagt Erika Kohl. Wichtig sei, fügt sie hinzu, dass die eigens dafür gegründete „Baugruppe“ kein Bauträger sei. „Wir wollen daran nichts verdienen“, betont Kohl. Zuschüsse der Gemeinde, von Freistaat und Bezirk helfen, das drei Millionen-Projekt zu stemmen.
In dem ehemaligen Gasthaus sollen sechs, in der Scheune vier Wohnungen entstehen. Ihre Größen liegen zwischen 42 und 90 Quadratmeter. Dort sollen Familien, Alleinerziehende und Singles einziehen. Ein Gemeinschaftshaus wird den Wohnbereich ergänzen. Eine ehemalige Biergartenfläche und eine große Kastanie sind erhalten geblieben. „Wir organisieren hier eine ökologisch sinnvolle Sanierung alter Bausubstanz“, sagt Erika Kohl. Verantwortung für den baulichen Teil trägt der Petersgmünder Architekt Michael Gsaenger. „Es läuft gut auf der Baustelle“, sagt er. Dort redet auch der Denkmalschutz mit. In dem sanierten Ensemble sollen Lebensfreude und Lebensqualität beispielsweise durch gemeinsames Kochen und Essen, Feiern und Gartengestaltung sowie altersgerechte Unterstützungsleistungen entstehen. Dazu gehört auch die „Leih-Oma“ aus der Nachbarwohnung.
Das Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass sich die zukünftigen BewohnerInnen zu etwa je einem Drittel auf Menschen unter 40 Jahren, mittelalte zwischen 40 und 60 Jahren sowie Seniorinnen und Senioren „60 plus“ aufteilen. „Sie bringen sich jeweils nach ihren Fähigkeiten und Talenten ein und engagieren sich unter einem Dach für- und miteinander“, beschreibt Erika Kohl die Pläne für die Hausgemeinschaft. „Wir wollen einen Lebensstil pflegen, der vom ‚Miteinander leben’ und von ökologischem Bewusstsein geprägt ist“, ergänzt die Sozialpädagogin. Gegenseitige Hilfe und Unterstützung im Alltag eingeschlossen.
Das barrierefreie Gemeinschaftshaus mit Küche wird an den ehemaligen Biergarten angrenzen. Dort sollen öffentliche Veranstaltungen wie kleine Konzerte, Ausstellungen und Vorträge möglich sein. Diese Nutzung könnte in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen erfolgen. „Ziel ist ein Raum für soziales Miteinander und Vernetzung“, erklärt Erika Kohl. Das Projekt will eine kinderfreundliche Gemeinschaft bieten. Vorteile des Wohnhauses sind nach Darstellung Kohls die zentrumsnahe Lage, die Nähe zur Alltagsversorgung wie Bäckerei und Metzgerei, zur Gastronomie, Banken, Ärzten und Apotheken sowie zu Grünanlagen und Spielplätzen. Ferner starten im unmittelbaren Umfeld öffentliche Verkehrsmittel. Car-Sharing wolle man auch anbieten, hieß es.
Weitere Seiten zum Thema:
