Metallbau braucht Nachwuchs – Birgit Bast begeistert junge Menschen fürs Handwerk
Roth - Das Metallbau-Handwerk leidet unter Azubi-Mangel. Dagegen möchte Birgit Bast ankämpfen. Als Berufsorientierungsbotschafterin des Metallhandwerks zeigt sie jungen Menschen, wie modern, vielseitig und zukunftssicher das Handwerk heute ist. Dafür ist sie regelmäßig in der Realität und auf Social Media unterwegs. Sie will ihre Botschaft unmittelbar und aktiv an die Jugend übermitteln.
„Wir brauchen Nachwuchs – und zwar dringend.“ Für Birgit Bast ist das mehr als nur eine Feststellung. Die 41-jährige gelernte Industriekauffrau und Geschäftsführerin der Rother Firma „Stahlgeschwister“ engagiert sich seit drei Jahren als Berufsorientierungsbotschafterin (BOB) des Metallhandwerks. Ihr Ziel: jungen Menschen zu zeigen, wie modern, vielseitig und zukunftssicher das Metallhandwerk heute ist.
„Ich bringe das Handwerk direkt zu den Jugendlichen“, sagt Bast. Dabei setzt sie vor allem auf eines: „Anfassen statt nur zuhören.“ In Schulen, auf Ausbildungsmessen und bei Veranstaltungen können Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren, was Metallhandwerk bedeutet – vom Schweißsimulator über verschiedene Challenges bis hin zum beliebten Tresorknacken.
Für ihr großes Engagement in der Nachwuchsgewinnung und ihren Einsatz für die Vernetzung von Schulen und Wirtschaft wurde Bast mit dem SCHULEWIRTSCHAFT-Preis Bayern ausgezeichnet. Neben persönlichen Begegnungen setzt sie dabei ganz bewusst auch auf Social Media. Denn dort müsse Berufsorientierung ebenfalls stattfinden: dort, wo Jugendliche täglich unterwegs sind.
„Viele junge Menschen haben noch immer ein völlig falsches Bild vom Handwerk“, sagt Bast. Alte Maschinen und schwere körperliche Arbeit bestimmten häufig die Vorstellung. „Dabei ist Metallhandwerk heute Hightech.“ Digitale Planung, moderne Laseranlagen, automatisierte Fertigung und kreative Projekte gehören längst zum Berufsalltag.
Und vor allem bietet das Metallhandwerk jungen Menschen Perspektiven. „Das Handwerk hat Zukunft. Aber diese Zukunft funktioniert nur, wenn wir junge Menschen dafür begeistern“, betont Bast. Für sie gehört deshalb eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben, Innungen und Wirtschaft zu den wichtigsten Bausteinen erfolgreicher Nachwuchsarbeit.
Wie kreativ Metall sein kann, zeigt sie auch gemeinsam mit ihrem Bruder Christian Modi. 2020 gründeten die Geschwister „Stahlgeschwister“. Das Unternehmen produziert unter anderem Feuertonnen, Windlichter, Schlüsselanhänger und individuelle Produkte aus Stahl. Christian Modi führt zudem die Metallbau Modi GmbH in Obersteinbach, die 1973 von Hubert Modi gegründet wurde.
Auch ungewöhnliche Aktionen gehören für Birgit Bast zur Berufsorientierung. So entstand am Rothsee ein großes Stahlherz, das nicht nur Fotomotiv, sondern zugleich Botschafter für das Metallhandwerk sein soll. „Wir müssen neue Wege gehen, wenn wir junge Menschen erreichen wollen.“
Genau darum geht es auch bei SCHULEWIRTSCHAFT Bayern: Schulen und Unternehmen zusammenzubringen, Jugendlichen praxisnahe Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen und den Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium zu erleichtern. Berufsorientierungsbotschafter besuchen dafür Schulen, stellen Berufe und Karrierewege vor und schaffen direkte Kontakte zur Wirtschaft.
Für Bast ist dabei Authentizität entscheidend. „Jugendliche merken sofort, ob jemand für das brennt, was er erzählt.“ Ihr Anspruch ist deshalb klar: nicht nur über das Handwerk sprechen, sondern Begeisterung erlebbar machen.
Seit März bringt sie diese Perspektive zusätzlich in den Rother Stadtrat ein. Doch egal ob als Unternehmerin, Berufsorientierungsbotschafterin oder Stadtratsmitglied – beim Thema Nachwuchs verfolgt Birgit Bast ein klares Ziel: „Wir müssen jungen Menschen zeigen, welche Chancen im Handwerk stecken. Metallhandwerk ist modern, kreativ und hat Zukunft – jetzt müssen wir dafür sorgen, dass auch die nächste Generation diese Zukunft für sich entdeckt.“
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