Mit positiver Sichtweise durch diese Zeit!

Region - Ja, es nervt! Wir können dieses „C“-Wort nicht mehr hören. Täglich neue Zahlen, Einschränkungen, Ungewissheit… Aber es gibt auch positive Auswirkungen, wenn wir sie auch als solche wahrnehmen.

  • Seit zehn Jahren kümmert sich Renate Ullrich um das Seelenwohl ihrer Klientinnen und Klienten.

    Seit zehn Jahren kümmert sich Renate Ullrich um das Seelenwohl ihrer Klientinnen und Klienten.
    © heikebeyerlein-fotografie

Ja, auch ich verreise gern mit meinem Blümchenkoffer, möchte die Welt kennen lernen, möchte mich mit Freunden treffen, ins Konzert gehen, lecker essen ins Restaurant und noch vieles mehr. Das ist aber grade nicht möglich.

Jetzt haben wir 2 Möglichkeiten: Wir klammern uns an das, was uns gerade fehlt, versinken fast schon in Depressionen oder Wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Keine Frage, ich bin für den letzteren Weg!

Eine Frage der Sichtweise

Wenn wir das Positive an der Situation suchen und wertschätzen, öffnen wir uns für neue Wege. Das ist eine große Chance, die uns kurzfristig helfen und unsere Lebensweise auch nachhaltig verändern kann. Dazu möchte ich ein paar Beispiele bringen:

Der Freizeitstress entfällt. Wir müssen, gerade jetzt, nicht von einer Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen. Und nein, wir müssen uns nicht unbedingt noch vor Weihnachten sehen! Wir brauchen uns auch keine Ausreden einfallen zu lassen, mit diesem Virus ist alles abgedeckt.

Natürlich wäre es schön, den nächsten Urlaub zu planen und sich dann darauf zu freuen. Das ist eben gerade schwierig. Wie können wir auch hier die Sichtweise ändern? Die Highlights, die uns sonst gut durch das Jahr führen, fallen weg.

Eigentlich ganz einfach! Ich muss nicht „weiter, höher schneller“ als mein Nachbar. Muss keinen übertreffen, komme nicht völlig gestresst vom Urlaub nach Hause. Vor lauter: „das muss man ja alles gesehen haben“ kommen wir kaum zum Entspannen und laufen weiter auf 110 %.

Wann sind wir das letzte mal bewusst durch den Wald um die Ecke gelaufen? In aller Ruhe? Es müssen ja nicht immer nur die Palmen am (langweiligen) weißen Strand sein. Bei genauem Hinsehen ist die große Linde am Alten Kanal doch viel schöner und interessanter! Es gibt unzählige Bücher und Internetseiten, mit den Sie Ihre Sinne für das scheinbar Alltägliche schärfen können. Aber es liegt auch einfach an uns, mit offenen Augen durch unsere Orte, Wälder, Natur zu streifen und die kleinen und großen Wunder und Sehenswürdigkeiten aufzusaugen – so wie wir es in den letzten Jahren vielleicht nur in fernen Ländern gemacht haben. Sehen Sie sich unsere schöne Region mal mit den Augen eines Touristen an! Entdecken Sie unsere Natur neu, mit den wissbegierigen Augen eines Kindes oder Forschers. Mit Lupe und Fernglas ausgestattet erweiteren Sie Ihren Horizont noch weiter – ohne große Kosten und lange Anreisen.

Was wir jetzt haben ist Zeit. Zeit, die wir gut für uns nutzen können

Zeit, um intensive Gespräche zu führen, fern von jeglichem „small talk“. Ja, persönliche Treffen sind gerade schwierig. Dafür gibts viele Apps zur Videotelefonie – und auch das Telefon hat seinen Reiz nicht verloren. Hohe Telefongebühren gehören der Vergangenheit an, davon haben wir früher geträumt!

Wir haben Zeit, die man gut mit der Familie verbringen kann. Nein, nicht jeder vor dem Smartphone, sondern man kann diese Zeit auch gemeinsam nutzen. Vielleicht erinnern wir uns an längst vergessene Brett- oder Kartenspiele? Das hat uns doch früher schon Spaß gemacht, warum eigentlich jetzt nicht mehr? Außerdem gibt es unzählige neu entwickelte Spiele. Informieren Sie sich einfach und lassen Sie sich in ganz neue Spielwelten entführen!

Schauen Sie mal ins Bücherregal. Sicher steht da noch das ein oder andere Buch, das Sie sich vor längerer Zeit gekauft haben, das Sie aber nie gelesen haben?! Nein, dann nutzen Sie doch Buchtipps oder lassen sich in der Bücherei oder Buchhandlung beraten, um Neues zu entdecken. Jetzt ist endlich Zeit zu Lesen!

Ja, wir haben auch Zeit, um kreativ zu werden.

Gerade die Vorweihnachtszeit bietet sich doch förmlich an. Wie gemütlich kann das sein! Vielleicht Weihnachtsmusik im Hintergrund, die Teekanne am Stövchen und schon entsteht der ein oder andere Stern für den Christbaum. Gemeinsam mit Kindern oder Enkelkindern sind solche Abende Erlebnisse, an die man sich lange erinnert! Haben Sie spontan keine Idee, dann gehen Sie doch mal in den Bastelladen vor Ort!

Back to the roots

Wenn uns dieses Virus etwas lehren möchte, dann könnte es: „back to the roots“ sein. Weniger Geschwindigkeit und Oberflächlichkeit, mehr Achtsamkeit für uns, unsere Mitgeschöpfe, unsere Umwelt. Mehr Ruhe und Gelassenheit. Finden Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist und leben Sie es jetzt umso intensiver.

Um sich selbst zu finden, muss man nicht zwingend den Jakobsweg gehen. Auch hier und jetzt haben wir die Zeit, die wir brauchen, um unsere Gedanken zu Ende zu denken.

Ich wünsche allen die Kraft und den Mut, sich für neue Wege zu öffnen und trotz allem optimistisch in die Zukunft zu blicken. Bestimmt schon bald können wir ein Stück vom „alten Leben“ zurück haben und werden bis dahin viel Neues entdeckt haben. Vieles wissen wir schon jetzt mehr zu schätzen.

Von: Renate Ullrich (meier Redaktion), Freitag, 20. November 2020 - Aktualisiert am Montag, 30. November 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Praxis für Psychotherapie Renate Ullrich (HPG) « finden Sie unter: www.meier-magazin.de/psychotherapie-ullrich

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