NEIN zur P53–Südtrasse – BI in Büchenbach gegründet

Büchenbach - Ohne P53-Stromtrasse wollen Ottersdorf, Tennenlohe, Ungerthal und alle weiteren Ortsteile Büchenbachs in Zukunft leben. Dies wurde deutlich, als sich im alten Tennenloher Schulhaus rund 120 Bürgerinnen und Bürger versammelten, um sich über die Südtrasse der 380-kV-Leitung zu informieren, die an diesen Orten vorbeigeführt werden soll.

  • Logo der BI Büchenbach

    Logo der BI Büchenbach

  • QR-Code BI Büchenbach

    QR-Code BI Büchenbach

Büchenbachs Bürgermeister Helmut Bauz hatte zu der Informationsveranstaltung eingeladen. Der Einladung folgten nicht nur viele Bürgerinnen und Bürger, sondern auch 10 Gemeinderäte aller im Büchenbacher Gemeinderat vertretenen Parteien und Vertreter anderer Bürgerinitiativen. Der Tennenloher Feuerwehrschulungsraum fasste nicht alle besorgten Bürger, so dass sich diese im Flur stauten.

Bürgermeister Helmut Bauz war sehr erfreut über das rege Interesse und gab eine kurze Präsentation des Neubauprojektes der Juraleitung. Bei der Informationsveranstaltung von TenneT für Bürgermeister und Gemeinderäte habe sich gezeigt, dass alle betroffenen Kommunen im Landkreis Roth gegen den Bau der Stromtrasse sind. So werde nicht das St.-Florians-Prinzip betrieben, wonach der Trassenverlauf auf andere abgewälzt werden soll, sondern der Bau an sich werde, egal wo, abgelehnt.

Im Anschluss berichteten Werner Emmer und Hermann Lorenz vom „Energiebündel-Roth-Schwabach“ sowie Herr Strobl von der Bürgerinitiative „Rettet das Schwabachtal“ über ihre Einschätzung zum grundsätzlichen Erfordernis der Juraleitung und den Planungsentwürfen von TenneT. Die Redner waren sich darüber einig, dass die geplanten P53-Trassen nicht zur oft genannten Versorgungssicherheit während der zu erwartenden Energiewende dienten. Vielmehr stünden wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. So bekomme die dem holländischen Staat gehörende Planungsgesellschaft TenneT vom Bund garantierte Renditen von 6,91% auf ihr eingesetztes Eigenkapital - mehr als nahezu überall sonst auf dem Anlegermarkt. Die Zeche zahlen sollen dabei zum einen die betroffenen Bürger entlang der Trassen durch die Zerstörung des Landschaftsbildes, der Natur durch den immensen Flächenverbrauch (Fundamentgröße bis 20 x 20 m, bis 95 m hohe Masten) und durch große gesundheitliche Risiken wie statistisch erhöhtes Leukämie-, Demenz- und Depressionsrisiko im direkten Umfeld der Hochspannungsleitungen.

Zum anderen würden die hohen Kosten der Trassen von derzeit geschätzt 61 Mrd. Euro zukünftig auf alle Stromnutzer umgelegt, schätzungsweise 59 € pro Haushalt und Jahr. Selbst nach Auskunft von TenneT diene die Trasse zu 40% dem europäischen Stromhandel.

Herr Christian Strobl führte aus: Tenne plane zunächst ohne Erdverkabelung. In Niedersachsen müssen – im Gegensatz zu Bayerns Sollvorschrift - 400 m Abstand eingehalten werden, ansonsten muss Erdverkabelung erfolgen. Die geplanten Leitungen würden eine 11,5-fache Kapazitäts- oder Leistungserhöhung im Vergleich zu den bisherigen 220-kV-Leitungen bewirken, während laut der MDN, der Main-Donau-Netzgesellschaft, der Stromverbrauch gleichbleibend sei. Der Stromüberschuss würde daher zu einem großen Teil nach Österreich weiter transportiert. Die Trassen dienten der Kapazitätserweiterung, wie man auf der Website der Bundesnetzagentur nachlesen kann. (netzausbau.de: „Es stärkt … die Transport­kapazität in Richtung Österreich.“) Ein 12-facher Stromverbrauch in unserer Region sei jedoch auch zukünftig trotz Energiewende nicht zu erwarten, weil an vielen Stellen Strom gespart werden würde. Windräder, Photovoltaikanlagen mit Speichern und ein intelligentes Netz könnten die Stromversorgung in der Zukunft sicherstellen.

 

Die Taktik des Abwälzens und das St. Florians-Prinzip scheine fest zum Portfolio von TenneT zu gehören. Ursprünglich sollte die Trasse nördlich von Schwabach verlaufen. Nach jahrelangen Protesten der Betroffenen wird nun eine Umgehung südlich von Schwabach unter anderem durch die Gemeinde Büchenbach angedacht. Dies wurde am 22.05.2019 bekannt. Nun spielt TenneT durch provokante Trassenplanungskorridore bewusst einzelne der bereits über 50 gegründeten Bürgerinitiativen entlang der geplanten Trassen gegeneinander aus, um ein geschlossenes Vorgehen dieser gegen die P53 zu verhindern.

Um die Bürgerinteressen der Gemeinde Büchenbach zu vertreten und den Bau der Trasse zu verhindern, wurde als Konsequenz des Informationsabends die „Bürgerinitiative Büchenbach - NEIN zur P53-Südtrasse“ gegründet, deren Sprecher Wolfgang Schmid ist. Ziel sei es, gemeinsam mit allen anderen Bürgerinitiativen gegen den Trassenneubau vorzugehen. Die Bürgerinitiative freue sich über jeden Mitstreiter. Auch bisher nicht Betroffene, etwa direkt in Büchenbach lebende Mitbürger könnten durch die schnellen Planungsänderungen von TenneT binnen kürzester Zeit betroffen werden. Dies wolle man gemeinsam und solidarisch verhindern.

Wer möchte, könne sich unter www.stromautobahn.de über gut recherchierte Zahlen, Daten und Fakten zum Widerstand gegen den Trassenneubau informieren.

Die „Bürgerinitiative Büchenbach - NEIN zur P53-Südtrasse“ veröffentlicht auf Facebook in der gleichnamigen Gruppe aktuelle Informationen und Veranstaltungen gemeinsam mit anderen Trassengegnern.

Infos über Artikel und Aktionen der Bürgerinitiative
Auch über die Mailadresse P53Buechenbach@t-online kann man sich mit der Bürgerinitiative in Verbindung setzen, um kreative Ideen und Zeit einzubringen.

Durch Scannen des QR-Codes (rechts neben dem Artikel) mit dem Smartphone erreicht man direkt die Facebook-Seite für einen Austausch mit Trassengegnern.

Von: Wolfgang Schmid (Sprecher der Bürgerinitiative), Montag, 15. Juli 2019 - Aktualisiert am Dienstag, 20. August 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bürgerinitiative Büchenbach - NEIN zur P53-Südtrasse« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bi-buechenbach

Weitere Artikel zum Thema:

Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.