Neue Grundschule in Kammerstein

Kammerstein - In 20 Monaten Bauzeit ist in Kammerstein ein neues Schulhaus entstanden, das sowohl pädagogisch als auch in Sachen "Nachhaltigkeit" Maßstäbe setzt. Schulfamilie, Bürgerinnen und Bürger sowie Kinder und Politiker aller Ebenen haben das barrierefreie Passivhaus mit Photovoltaikanlage und Stromspeicher nun offiziell seiner Bestimmung übergeben. 149 Schülerinnen und Schüler werden dort in acht Klassenzimmern unterrichtet.

  • Kammersteins Erster Bürgermeister Wolfram Göll (li.) und Schulleiterin Melanie Grillenberger freuen sich über den Zuschuss aus München für die Schulsportanlage. Landtagsabgeordneter Volker Bauer hat ihn in der CSU-Fraktion angeregt.

    Kammersteins Erster Bürgermeister Wolfram Göll (li.) und Schulleiterin Melanie Grillenberger freuen sich über den Zuschuss aus München für die Schulsportanlage. Landtagsabgeordneter Volker Bauer hat ihn in der CSU-Fraktion angeregt.
    © Robert Schmitt

  • Alle freuen sich über das neue Schulhaus. Landrat Ben Schwarz (re.) und Landtagsabgeordneter Volker Bauer (li.) feierten mit der Schulfamilie und Erstem Bürgermeister Wolfram Göll.

    Alle freuen sich über das neue Schulhaus. Landrat Ben Schwarz (re.) und Landtagsabgeordneter Volker Bauer (li.) feierten mit der Schulfamilie und Erstem Bürgermeister Wolfram Göll.
    © Robert Schmitt

  • Vor der hochmodernen und pädagogisch ausgereiften Grundschule feierten Politiker, Schulfamilie sowie Bürgerinnen und Bürger nach dem offiziellen Teil ihr neuen Schulhaus.

    Vor der hochmodernen und pädagogisch ausgereiften Grundschule feierten Politiker, Schulfamilie sowie Bürgerinnen und Bürger nach dem offiziellen Teil ihr neuen Schulhaus.
    © Robert Schmitt

  • Der Spielplatz im Pausenhof kann nicht nur zu Unterrichtszeiten genützt werden.

    Der Spielplatz im Pausenhof kann nicht nur zu Unterrichtszeiten genützt werden.
    © Robert Schmitt

Die Kisten sind ausgepackt, die Tafeln hängen und die Spielgeräte auf dem Pausenhof werden schon gut genutzt. Bereits seit Montag nach den Osterferien lernen die Kammersteiner Grundschulkinder in ihrem neuen Zuhause am Fuße des Heidenbergs in acht Klassenzimmern und zwei Lernwerkstätten. Am Samstag ist das helle, moderne Schulhaus offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Mit anschließendem Tag der offenen Tür für alle, die sich endlich selbst ein Bild machen wollten. Der Andrang war überwältigend. Insbesondere Eltern und Kinder haben Erstem Bürgermeister Wolfram Göll und der Gemeinde Kammerstein als Bauherren „zu dieser neuen wunderbaren Schule“ gratuliert, wie zu hören war.

Der Neubau ist ein echtes Vorzeigeprojekt der Gemeinde. „Es ist der größte Bau seit Errichtung der Reichsburg zu Beginn des 13. Jahrhunderts“, erklärte Wolfram Göll mit einem Augenzwinkern. Vom Spatenstich bis zur Einweihung hat es gerade einmal 20 Monate gedauert. „Das ist Rekordzeit. Wer große Bauprojekte in unserem Land und in anderen Kommunen verfolgt, weiß, dass das nicht selbstverständlich ist“, sagte Wolfram Göll. Er würdigte das Gebäude als Symbol für Fortschritt und Gemeinschaft: „Diese neue Grundschule ist mehr als ein Gebäude. Sie ist ein Symbol. Ein Symbol für Fortschritt, für Mut, für den Glauben an unsere eigene Zukunft. Eine Investition in die Herzen und Hirne unserer Kinder.“ Zugleich erinnerte er offen an die teils hitzigen Debatten um den Standort. „Der Weg hierher war kein gerader. Über den Standort der neuen Grundschule wurde leidenschaftlich gestritten. Worte sind gefallen, die wehgetan haben, Gräben haben sich aufgetan.“ Göll vertrat die Auffassung, „dass der Neubau insbesondere wegen dieser Diskussionen so gut gelungen ist“. Es sei ein Ort für Kinder entstanden, „auf den wir alle stolz sein können“.

Heute stehe die Gemeinde geeint zusammen, so Göll. „Ein Streit endet nicht durch eine Entscheidung, sondern damit, dass man gemeinsam nach vorn blickt. Mit der Einweihung dieser Schule beginnt ein neues Kapitel. Eines, in dem das ‚Wir‘ wieder zählt.“ Besonders hob das Gemeindeoberhaupt die Nachhaltigkeit des Schulhauses hervor. Das Gebäude ist ein Passivenergiehaus mit 96-Kilowatt-PV-Anlage und einem 100-Kilowattstunden-Stromspeicher sowie einem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen. „Denn wir bauen nicht nur Schulen. Wir bauen Zukunft“, fasst der Erste Bürgermeister zusammen. Preiswerter als geplant übrigens. Statt 13 Millionen wie von der eigenen Kostenberechnung vorausgesagt, hat die Schule lediglich elf Millionen Euro gekostet. Rund die Hälfte davon kam als Zuschuss aus München. Ebenfalls Geld aus der Landeshauptstadt hatte der Kammersteiner Landtagsabgeordnete Volker Bauer mitgebracht. Er überreichte einen symbolischen Scheck über 150 000 Euro aus der Initiative seiner Fraktion. Damit kann der größte Teil einer Sportanlage mit Hartplatz, Laufbahnen und einer Sprunggrube finanziert werden.

Schulleiterin Melanie Grillenberger wandte sich an die 149 Kinder, die in der Grundschule lernen. „Diese Schule ist für euch gebaut. Ihr habt euch darauf gefreut, endlich mehr Platz zu haben: Platz zum Lernen, zum Spielen, zum Entdecken, zum Wachsen. Und genau diesen Raum bekommt ihr.“ Dabei lobte sie Wolfram Göll und die Gemeinde für die hervorragende Zusammenarbeit und die moderne Ausgestaltung. „Das Raumkonzept bietet die Freiheit, unterschiedliche pädagogische Ideen umzusetzen – flexibel, kreativ und zukunftsorientiert. Es schafft Orte für gemeinsames Lernen ebenso wie für individuelles Arbeiten“, sagte Grillenberger. Die Schule sei „nicht nur ein Ort des Unterrichts – sie ist ein Ort der Begegnung, der Entwicklung und der Inspiration. Ein Ort, an dem Kinder ihre Talente entdecken, an dem Neugier gefördert wird, an dem Gemeinschaft gelebt wird.“

Architektin Pia Regner erläuterte die technische Meisterleistung hinter dem Projekt. Die Planung begann bereits Mitte 2019, wurde 2023 auf acht Klassen erweitert und erreicht Plusenergie-Standard. „Das Gebäude erzeugt 22 000 Kilowattstunden mehr Energie, als es über das Jahr an Energie verbraucht.“ Regner hob den Massivbau mit Kalksandsteinwänden, Recycling-Schotter, reduziertem Betonanteil und Barrierefreiheit hervor. Sie dankte dem Gemeinderat, der Bauverwaltung und allen 42 ausführenden Firmen: „Entstanden ist ein Gebäude, das mit Licht durchflutet ist und großzügige Räume bietet für das Lernen nach neuen pädagogischen Konzepten.“

Stellvertretender Landrat Walter Schnell und sein Chef Ben Schwarz sahen in der neuen Schule die Voraussetzung dafür, dass die Kammersteiner Kinder ihre Potentiale voll entfalten können. Schulamtsleiterin Antje Döllinger wies auf die geringe Klassengröße von 19 Kindern hin. „Hier lässt sich toll arbeiten“, fand sie. Den kirchlichen Segen spendete Pfarrerin Daniela März. Sie betonte die Vielfalt an einer Schule und rief zur gegenseitigen Unterstützung auf. „Helft euren Mitschülern und habt offene Arme für alle, die anders sind“, wandte sich die evangelische Geistliche unmittelbar an die Schülerinnen und Schüler.

Das neue Schulhaus besticht durch acht lichtdurchflutete Klassenzimmer, eine großzügige offene Lernlandschaft, eine Schülerbibliothek, einen Musiksaal und einen einladenden Pausenhof. Die alte Schule in Barthelmesaurach wird künftig zum modernen Kinderhort für 125 Kinder umgebaut. „Ein echter Meilenstein“, wie Bürgermeister Göll sagte. „Wir können uns freuen über diese schöne neue Schule, wir können glücklich, dankbar und sogar auch ein bisschen stolz sein!“

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Sonntag, 19. April 2026 - Aktualisiert am Montag, 20. April 2026
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