Neuer Flächennutzungsplan für Roth

Roth - Nach über 20 Jahren braucht die Kreisstadt einen neuen Flächennutzungsplan. Er legt die Nutzung der Grundstücke im gesamten Stadtgebiet fest. Das Verfahren geht nun in seine letzte Phase. Endgültiger Beschluss wird im März nächsten Jahres gefasst.

Das Verfahren zur Erstellung eines neuen Flächennutzungsplans für das Gebiet der Stadt Roth biegt auf die Zielgerade ein. Der Planungsausschuss hat dem Stadtratsplenum während seiner jüngsten Sitzung empfohlen, den in mehreren Stadtrats- und Klausursitzungen entwickelten Entwurf dafür zur zweiten Beteiligung der Öffentlichkeit, der Träger öffentlicher Belange und der Nachbargemeinden auszulegen. 

Das soll nach dem zustimmenden Stadtratsbeschluss ab Oktober erfolgen. Die daraufhin eingegangenen Anregungen und Einwendungen sollen im März 2026 im Stadtrat behandelt werden, um den dann endgültig fertiggestellten Plan beim Landratsamt zur Genehmigung vorzulegen. „Wir gehen davon aus, dass keine entscheidenden Einwendungen mehr erfolgen und sie ohne weiteres erteilt wird“, so Max Kaminsky, Leiter der Stadtplanung im Rother Bauamt. Man habe nach der ersten Auslegung alle Anregungen im Dialog abgearbeitet.

Im Vergleich zum Vorentwurf hat das Bauamt insbesondere in Kooperation mit den Fachbehörden und nach den Beratungen im Stadtrat noch Anpassungen an Einwände und Vorschläge vorgenommen. In erster Linie betrifft das den geplanten Flächenverbrauch. So sind sowohl Areale für Wohnbau als auch solche für Gewerbe verringert worden. Die Flächen für neue Wohnhäuser sind von knapp 62 Hektar auf Rund 31 Hektar halbiert worden. Die Gebiete für neue Firmen oder Betriebserweiterungen sind ebenfalls um etwas mehr als die Hälfte reduziert worden. Nun sollen alles in allem gut 16 Hektar Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Im Vorentwurf waren es noch 33,6 Hektar gewesen. Als Gemeinbedarfsflächen etwa für Schulen, Sportstätten, das Kreiskrankenhaus oder die Feuerwehr sind 9,31 Hektar vorgesehen.

Bei den zusätzlichen Flächen für Unternehmen konzentrieren sich die moderaten Erweiterungen auf ein bestehendes Gewerbegebiet in der Kernstadt. Westlich der Bundesstraße zwei sind gut 1,6 Hektar für Gewerbe und östlich der überregionalen Magistrale an der Zufahrt zur Lände 1,5 Hektar für den neuen Bauhof ausgewiesen. Geplante Erweiterungen im Gewerbegebiet drei nahe der Gildestraße und an der Lände sind ebenso herausgenommen worden wie ein Gelände in Hofstetten. Beide Flächen umfassen jeweils gut 20 Hektar.
Bei den Ortsteilen sind in Kiliansdorf, Haimpfarrich und Rothaurach zusätzliche Gewerbeareale bestimmt worden. Im südlichen Ortsteil handelt es sich wegen der guten Erreichbarkeit über die Ausfahrt der B2 um knapp 10,08 Hektar. In den Stadtteilen im Osten und Westen sollen insgesamt knapp 2,1 Hektar zur Standortsicherung bestehender Betriebe dienen. 

Bei der Wohnbebauung verteilen sich die ausgewiesenen Flächen etwa je zur Hälfte auf die Kernstadt und die Ortsteile. Knapp 15,1 Hektar sollen auf der Abenberger Höhe, dem Westring-West, dem ehemaligen Leoni-Gelände und am Kiefernweg mit Wohnungen, Reihen- und Einfamilienhäusern bebaut werden. Vor allem die Abenberger Höhe ist dabei deutlich reduziert worden. Nach erheblichen Einwendungen der Nachbarschaft und des Naturschutzes im Bebauungsplanverfahren ist man dort von 10,3 Hektar im Vorentwurf abgerückt und auf 5,5 Hektar zurückgegangen. 

In den Ortsteilen steht bei den Wohnbauflächen Pfaffenhofen an erster Stelle. Dort stehen laut neuem Flächennutzungsplan 5,5 Hektar zur Verfügung. Allein vier Hektar betrifft dort die Neubebaung durch den Bund für Personal an der Offiziersschule der Luftwaffe in der Otto-Lilienthal-Kaserne. In Eckersmühlen sind gut 2,1 Hektar, in Belmbrach und Kiliansdorf jeweils 1,8 Hektar sowie in Rothaurach 1,7.Hektar für zusätzliche Wohnungen vorgesehen. Für Harrlach hat der Ausschuss dem Stadtrat empfohlen, eine Fläche am östlichen Ortsrand entgegen der Anregung des Eigentümers endgültig als nicht bebaubar zu deklarieren. Hauptgrund dafür ist, dass das Grundstück im Europäischen Vogelschutzgebiet „Nürnberger Reichswald“ liegt.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Dienstag, 16. September 2025 - Aktualisiert am Mittwoch, 24. September 2025
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