Neues Buch zur Geschichte Worzeldorfs
Worzeldorf - Der Bürgerverein sowie die Autoren Anton Boesch und Georg Darlapp beleuchten die Geschichte Worzeldorfs zwischen 1818 und 1972
Seit 1972 sind Nürnberg und Schwabach echte Nachbarstädte. Damals sind die Gebiete der Landkreise und kreisfreien Städte neu geordnet worden. Der Landkreis Schwabach wurde aufgelöst. Wolkersdorf kam samt Dietersdorf zu Schwabach. Katzwang und Worzeldorf sind Teile der Stadt Nürnberg geworden. Seit dieser ersten Stufe der Gemeindegebietsreform in Bayern grenzen die beiden kreisfreien Städte unmittelbar aneinander. Worzeldorf war bis dahin eine echte Landgemeinde mit den Ortsteilen Herpersdorf, Gaulnhofen, Königshof, Pillenreuth und Weiherhaus gewesen.
Heute ist es mit Kornburg Teil des Nürnberger Bezirks mit der Nummer 49. Der Bürgerverein Worzeldorf hat nun ein Buch herausgegeben, das die Geschichte des Ortes von 1818 bis zum Verlust der Selbständigkeit 1972 beleuchtet. „Die ehemalige Landgemeinde Worzeldorf“, so sein Titel, soll die Erinnerung an eine Zeit wachhalten, in der sich Worzeldorf unter dem Wirken fleißiger Bauern zu einer Gemeinde mit weiten Landschaften, ansehnlichen Bauernhäusern und Prachtbauten sowie vielen Traditionen und sportlichen Gruppierungen entwickelt hat. „Von all dem ist seit der Eingemeindung leider nicht mehr viel übrig geblieben“, schreibt Dietrich Dieckhoff in seinem Vorwort. „Vielleicht lässt sich ja aus den Fehlern der Vergangenheit etwas Positives für Gegenwart und Zukunft ableiten“, wünscht sich der Erste Vorsitzende des Bürgervereins. Schließlich sind seit 1972 „die meisten historisch wertvollen Bauten aus Unwissenheit oder Geldgier abgerissen, die Wälder größtenteils abgeholzt und die Felder und Wiesen von Neubauten überdeckt worden“, zählt Dieckhoff die Sünden des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts aus seiner Sicht auf.
Das neue Buch ist bereits die dritte Kooperation des Bürgervereins mit den Autoren Anton Boesch und Georg Darlapp. Boesch hat die aufwändige Recherchearbeit erledigt und die Texte geschrieben. Darlapp hat sein Archiv geöffnet und teilweise einmaliges historisches Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Der Seifert-Verlag in Wendelstein hat alles in eine äußerst ansprechende Form gebracht.
Das reichhaltig bebilderte Werk schildert auf 127 Seiten die Entwicklung Worzeldorfs, als die Gemeinde noch südlich Nürnbergs lag. „Eine Zeit, die gewiss nicht immer angenehm war, aber durchaus ihre Reize hatte“, ist Dietrich Dieckhoff überzeugt. Heute ist das Gebiet trotz mancher gewiss kritisch zu betrachtender politischer Entscheidung ein bedeutender Stadtteil im Nürnberger Süden, der Wohnqualität für ein wohlhabendes Bürgertum mit Nähe zur Natur verbindet. Immerhin gibt es „noch einige wenige Landwirte, die ihrer mühevollen Arbeit nachgehen“, sagt Dieckhoff. Es existieren eine eigene Freiwillige Feuerwehr, zwei Kirchen, mehrere Reiterhöfe und eine immer noch höchst abwechslungsreiche Landschaft, die auch von einem Stück des Ludwig-Donau-Main-Kanals unverwechselbar geprägt wird. Die Reste des ehemaligen Hafens Worzeldorf bilden sogar ein Stück lebendige Industriegeschichte. Ab 1818 gehörte das Kloster Pillenreuth zu Worzeldorf. Dessen gut erhaltene Tore im Westen und Osten zeugen noch heute von dieser Verbindung.
Erwerben kann man das Buch unmittelbar beim Bürgerverein: Dietrich Dieckhoff, Stockweiherstr. 48, Tel: 0911-88 88 698 oder im „Kleinen Laden“ in der Marpergerstr. 16a hinter dem Aldi in Herpersdorf. Der Preis beträgt 23 Euro.
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