Nie wieder Krieg
Barthelmesaurach - Anlässlich des Volkstrauertags am Sonntag gedachte man in Barthelmesaurach der Toten der Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft. Hauptmann Daniel Vogel stand an der Spitze eine Ehrenabordnung der Bundeswehr aus Roth.
Die Familiengeschichte des Kammersteiner Landtagsabgeordneten Volker Bauer (CSU) ist auch geprägt vom Zweiten Weltkrieg. Sein Kammersteiner Großvater kam als Kradmelder 1942 zwischen Moskau und Kiew ums Leben. Sein Großvater aus Barthelmesaurach ist bald nach seiner Rückkehr aus dem Krieg 1949 an den Folgen russischer Kriegsgefangenschaft gestorben.
Bei der Feier zum Volkstrauertag 80 Jahre nach Kriegsende am Ehrenmal des Alten Friedhofs in Barthelmesaurach gedachten knapp 50 Bürgerinnen und Bürger der Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft. Dabei forderte Bauer „eine entschlossene Wehrbereitschaft gegenüber jedem, der unseren Frieden als Aggressor in Frage stellt“. Zugleich brach der CSU-Politiker eine Lanze für den Dienst in der Bundeswehr und appellierte an die junge Generation, Landesverteidigung ernst zu nehmen. „Meine Großväter wurden von einem faschistischen Diktator in einem verbrecherischen Angriffskrieg verheizt“, so Bauer. „Heute schützen Bürger in Uniform Frieden, Freiheit und Demokratie.“
Deshalb war es Bauer wichtig, eine Abordnung der Rother Otto-Lilienthal-Kaserne an das Ehrenmal auf dem Kirchengelände in dem Kammersteiner Ortsteil einzuladen. Hauptmann Daniel Vogel, Unteroffizierin Katja Müller sowie die Hauptgefreite Lea Schreitmüller vertraten auf dem Barthelmesauracher Friedhof die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland und legten einen Kranz des Bundesverteidigungsministers nieder.
Für die Gemeinde Kammerstein trat Erster Bürgermeister Wolfram Göll (CSU) ans Mikrophon. „Wir als Gemeinde sagen heute und immer unmissverständlich: Nie wieder Krieg. Nie wieder Gewalt. Nie wieder Entmenschlichung“ so der Appell des Gemeindeoberhaupts. „Die Toten der beiden Weltkriege erinnern uns, wohin Hass, Hetze und nationalistischer Wahn führen können“, sagte Göll. „Insbesondere in einer Zeit, in der der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist“, fügte der CSU-Politiker hinzu, „in der Menschen und Länder einander wieder mit Waffen begegnen sind wir aufgerufen, unsere Stimmen zu erheben: für den Frieden, für die Freiheit, für Menschlichkeit, für ein Miteinander, das Grenzen überwindet, statt neue zu errichten“, so Gölls Appell.
Pfarrerin Judith Köhler zitierte aus einem Bericht über das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Region, der den Ersatz eines Hitlerbilds durch das Kreuz schilderte. „Damit waren die Verhältnisse zurechtgerückt“, war die evangelische Geistliche überzeugt.
Zur Feier waren die Feuerwehr ebenso vertreten wie die Kirche und Gemeinderatsmitglied Roland Ammon. Sie konnten verfolgen, wie Wolfram Göll einen Kranz der Gemeinde vor das Ehrenmal platzierte.
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