Null Zinsen – und kein Ende in Sicht!

Nürnberg - Veränderungen im Leben können quasi über Nacht kommen wie der Mauerfall und die deutsche Wiedervereinigung. Sie können aber auch schleichend und über einen längeren Zeitraum unser Leben beeinflussen. Die Entwicklung der Zinsen ist ein gutes Beispiel dafür. Über viele Jahrzehnte konnten Anleger mit festverzinsten Wertpapieren oder Termin- und Tagesgeldern attraktive Renditen erwirtschaften. Doch diese Zeiten sind vorbei!

  • Wolfgang Juds beim Interview in der Frankfurter Börse

    Wolfgang Juds beim Interview in der Frankfurter Börse

  • Solche Mut machenden Menschen möchten wir als Team der CREDO Vermögensmanagement GmbH gern für Sie sein und Sie in Ihrem finanziellen Vorhaben unterstützen!

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Zinsanlagen galten gerade in Deutschland immer als Symbol der Sicherheit, als solide und risikoarm. Es war genau das, was viele konservative Sparer so geliebt haben. Nur sind die Zinsen in den vergangenen Jahren in der Eurozone immer weiter gefallen. Man mag die Situation beklagen, nur ändern lässt sie sich nicht.

Die Gründe dafür liegen in der Euro-Schuldenkrise. Es war im Herbst 2009, als die griechische Regierung zugab, dass ihr Haushaltsdefizit bei 12 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt. Investoren wurden unruhig. Die Risikoaufschläge für griechische Anleihen stiegen in kurzer Zeit dramatisch an. Hinzu kam, dass die Ratingagenturen den Daumen senkten und sich die Kreditwürdigkeit verschlechterte. Auch andere Länder wie Spanien, Portugal und Irland gerieten in den Sog steigender Zinsen für ihre Staatsanleihen. Bereits im Frühjahr 2010 war Griechenland nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu bedienen. Es folgten mehrere Rettungspakete für die in Not geratenen Euro-Staaten. Ein Krisengipfel jagte den nächsten. Sie fanden in immer kürzeren Abständen statt und es kam im März 2012 zur Gründung des Europäischen Fiskalpaktes, um eine einheitliche Linie in der Wirtschafts- und Haushaltspolitik in der Eurozone zu finden.

Die EU beschloss als Selbstverpflichtung strenge Obergrenzen für die Staatsverschuldung. Aber es half alles nicht. Die Krise setzte sich fort. Im Mai 2012 endete die griechische Parlamentswahl praktisch im Chaos. Der Vorsitzende des linksradikalen Parteienbündnisses SYRIZA, Alexis Tsipras bekam das Mandat zur Regierungsbildung. Medienwirksam teilte er den Führern der EU schriftlich mit, das griechische Volk habe mit der Wahl die Zusagen von Sparmaßnahmen für null und nichtig erklärt. Am Ende musste Griechenland doch einlenken. Es wurden drei Rettungspakete über knapp 278 Mrd. Euro geschnürt. Teils floss das Geld in Form direkter Kredite der Euro-Staaten, teils über die Rettungsschirme und teils über den Internationalen Währungsfonds. Doch noch immer hat sich die Lage nicht beruhigt.

Es war die berühmte Rede vom scheidenden EZB-Chef Mario Draghi am 26. Juli 2012 in London, die die Wende brachte. Nicht die Milliarden-Hilfen retteten damals den Euro, sondern seine Worte: „Im Rahmen unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Notwendige zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird genug sein.“ Danach beruhigte sich die Lage. Die Risikoaufschläge gingen zurück. Für 10-jährige spanische Anleihen fielen die Sätze von über 7 auf 2,5 Prozent.

Anschließend hat die EZB gehandelt und die Geldschleusen massiv geöffnet. Es gab in den vergangenen Jahren diverse Anleihekaufprogramme, um zusätzliche Liquidität in den Bankensektor zu pumpen. Das Ziel besteht darin, die Inflation in Richtung 2 Prozent zu bewegen, was nur zum Teil gelang. Ab November 2019 will die Notenbank wieder Wertpapiere im Umfang von 20 Mrd. Euro pro Monat kaufen und die Leitzinsen wurden auf den Rekordwert von null Prozent gesenkt. Wenn Banken bei der EZB Geld parken, müssen sie selbst sogar 0,5 Prozent an Strafzinsen zahlen.

Umdenken bei der Geldanlage

In Deutschland haben Anleger wie in kaum einem anderen Land auf zinstragende Wertpapiere sowie auf Sparanlagen und Terminanlagen gesetzt! Aktien waren nahezu tabu. Negative Erfahrungen mit der Telekom-Aktie und der Internet-Blase am Neuen Markt zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben die Menschen nachhaltig abgeschreckt. Der Grundsatz der Risikostreuung hat kaum Beachtung gefunden. Zinsanlagen galten als sicher und haben stetige und kalkulierbare Erträge gebracht. Zahlungsausfälle hat es auch nur wenig gegeben. Da brauchte niemand eine Diversifikation bei seinen Kapitalanlagen.

Inzwischen ist der Zins geschmolzen wie Schnee in der Sonne. Berücksichtigen wir Steuern und die Inflation, erwirtschaften Anleger bereits seit ein paar Jahren keinen positiven Ertrag mehr. Aber die Entwicklung hat sich weiter dramatisch verschärft. Bei den Unternehmensanleihen weisen viele Titel inzwischen negative Renditen auf. Dazu gehören bekannte Firmen wie die Brauerei Anheuser-Busch Inbev, die Rabobank, das Telekommunikationsunternehmen Orange, der Mineralölkonzern Total, die Versicherung Axa, der Autobauer VW sowie die Geschäftsbanken BNP Paribas, Credit Suisse und Credit Agricole. Aber auch bei den meisten europäischen Staatsanleihen sieht es nicht besser aus - im Gegenteil! Sogar bei kurz laufenden griechischen Staatspapieren zahlen Anleger drauf. Und dennoch halten viele Anleger an den Zinspapieren fest. Sie werden vermutlich erst dann reagieren, wenn Banken Minus- oder Strafzinsen einführen, da sie selbst für ihre überschüssige Liquidität an die EZB zahlen müssen.

Die Zukunft ist ungewiss! Dennoch sollten Anleger nicht erwarten, dass die Zinsen in nächster Zeit wieder steigen werden. Das dürfte sich als Irrtum erweisen. Vielmehr sollten sie ihre Strategie überdenken. Sinnvoll ist eine Aufteilung des Vermögens nach dem Grundsatz der Risikostreuung auf verschiedene Anlageklassen, die sich gegenseitig ergänzen. Das bedarf einer intelligenten Vorgehensweise, die im Ergebnis negative Kurseffekte zumindest teilweise neutralisiert.

Aus Gesprächen mit Anlegern weiß ich, wie schwierig es ist, seine über viele Jahre gewonnenen Überzeugungen zu ändern und aufzugeben. Der fehlende Zins hat die gesamte Anlagewelt fundamental und nachhaltig verändert. Trotzdem halten sich bestimmte Überzeugungen weiterhin hartnäckig. Die Angst vor Verlusten ist enorm stark ausgeprägt. Anleger, die durch Inflation und Steuern regelmäßig und systematisch Geld verlieren, tun sich trotzdem schwer, ihr Vermögen breiter zu streuen.

Was ist zu tun?

„Nicht die Ereignisse in unserem Leben prägen unsere Persönlichkeit, sondern unsere Überzeugungen und Interpretationen dieser Ereignisse.“ (Tony Robbins) - Wenn die Erkenntnis gereift ist, dass eine Veränderung notwendig ist, ist der Durchbruch bereits nahe. Im zweiten Schritt geht es um die Umsetzung. Dazu braucht es einen konkreten Plan und die Konsequenz in der Umsetzung. Eine wichtige und unerlässliche Eigenschaft ist wie im Sport das Durchhalten. Kleine Anfänge verbunden mit positiven Erfahrungen helfen bei der Veränderung. Anleger können eine ganze Reihe von Schritten gehen, um noch erfolgreicher im Bereich der Geldanlage zu agieren. Menschen an unserer Seite, die uns unterstützen, wenn es mal schwierig wird, sind Gold wert.

Solche Mut machenden Menschen möchten wir als Team der CREDO Vermögensmanagement GmbH gern für Sie sein und Sie in Ihrem finanziellen Vorhaben unterstützen!

Es grüßt Sie herzlich, 
Ihr Wolfgang Juds

Von: Wolfgang Juds (Geschäftsführer), Samstag, 07. Dezember 2019 - Aktualisiert am Sonntag, 08. Dezember 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »CREDO Vermögensmanagement GmbH« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/credo

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