Pandolfo

Schwanstetten - Unsere Leserinnen empfehlen

Michael Römling

Pandolfo

Erschienen im Rowohlt Verlag 

Ein überwältigend prächtiger, phantastisch recherchierter und ungeheuer spannender historischer Roman in der Tradition von Umberto Eco. Mailand 1493: Der junge Pandolfo wird schwer verletzt und ohne Gedächtnis von dem Seidenhändler Bernadino Bellapianta auf der Straße gefunden. Nun arbeitet er für den reichen Unternehmer und Abenteurer. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit steigt Pandolfo mit einem Flugmaschinenbauer in die Lüfte auf, stolpert über einen toten Osmanen, verliebt sich zum zweiten Mal in dieselbe Frau, überlebt einen weiteren Mordanschlag und kommt langsam dahinter, dass sein Wohltäter nicht ganz so tadellos ist, wie er scheint. (Rowohlt Verlag)

Mailand 1493: Der junge Pandolfo liegt in Mailand mit eingeschlagenem Schädel in einem Abfallhaufen. Wie durch ein Wunder überlebt er diesen Mordanschlag, hat aber sein Gedächtnis verloren. Gerettet und aufgenommen wird er von dem stadtbekannten Seidenhändler Bernardino Bellapianta.

 Von diesem Punkt an wird der Leser in diesem fesselnden und interessanten Buch auf die Entdeckungsreise in Pandolfos Vergangenheit, die seines Retters Bernardino Bellapianta und in die Welt des nördlichen Italiens zu Beginn der Renaissance genommen. Wie bei einem Rubbellos werden nach und nach verschiedene Elemente herausgearbeitet und so entsteht im Verlaufe des Romans ein vielschichtiges Bild.

Dabei erfährt der Leser neben der Lebensgeschichte der beiden Protagonisten auch viel über die politischen Umstände, die Intrigen der Mächtigen aus Adel und Kirche, über Handelsgeschäfte im Mittelalter und vieles mehr aus der Zeit des Leonardo da Vinci, ohne dabei mit Fachwissen überfrachtet zu werden.

Der Autor spielt bei seiner Geschichte humoristisch mit zwei Erzählebenen: der des Ich-Erzählers Pandolfo und eines allwissenden Erzählers. Dieser übernimmt Teile der Geschichte, die Pandolfo gar nicht kennen kann oder an die er sich aufgrund seines Gedächtnisverlustes vielleicht nicht mehr ganz richtig erinnert, wie mit einem gewissen Augenzwinkern eingestreut wird. Das spannend aufgebaute Buch, das immer im richtigen Moment den Platz des Geschehens wechselt, liest sich dabei sprachlich flüssig und angenehm. Eine für geschichtlich und lebensgeschichtlich interessierte Leser kurzweilige und absolut empfehlenswerte Lektüre!                                                                                                    Anja Paulus

Von: Anja Paulus (Inhaber), Dienstag, 16. April 2019 - Aktualisiert am Mittwoch, 19. Juni 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Buchhandlung am Sägerhof« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/schwanbuch

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