Parkplatznot in der Innenstadt.
Roth - Umbau und Erweiterung des Rother Schlosspark-Centers in der Hauptstraße würde zwölf zusätzliche Stellplätze erfordern, die nach einem Ausschussbeschluss nun aber nicht erstellt werden müssen. Markus Würth sieht das kritisch. Dort herrsche heute schon "Parkpklatznot ohne Ende", erklärt das Stadtratsmitglied der Freien Wähler.
Die Umgestaltung des Schlosspark-Centers an der Hauptstraße hin zum Marktplatz in eine Art Wohnheim mit 22 Mikroappartements für Personal der Luftwaffenoffiziersschule in der Otto-Lilienthal-Kaserne, ist nicht ganz problemlos möglich.
Zwar ist die im Bauausschuss vorgestellte Gesamtplanung mit einem Neubau als Rückgebäude, wodurch eine Art Atrium entsteht, als innovativ begrüßt worden. Kopfschmerzen haben dem Ausschuss jedoch die zwölf zusätzlich notwendigen Stellplätze gemacht, die der Bauherr zur Hälfte ablösen und zur anderen Hälfte erlassen haben wollte. Dennoch hat das Gremium einstimmig grünes Licht gegeben.
Bisher reichten für die Nutzung der ehemaligen Einkaufspassage am südlichen Innenstadteingang zehn Stellplätze, die im Umfeld auch nachgewiesen worden sind. Der Umbau zum Wohngebäude erfordert laut Stellplatzsatzung aber ein Dutzend weiterer Parkplätze. Ein Grund dafür ist, dass die Fläche nicht mehr im förmlichen Sanierungsgebiet liegt. Anderenfalls wäre eine pauschale Abweichung schon laut Satzung möglich, wenn das Bauvorhaben den Zielen der Sanierung entspreche. Nun aber musste der Ausschuss entscheiden. Nach Darstellung des Ersten Bürgermeisters, stellt das Projekt einen gewissen Härtefall dar, weil es erst kürzlich durch eine neue Satzung aus dem Sanierungsgebiet herausgefallen sei. Die Ablöse für einen Stellplatz beträgt 10 000 Euro.
Im Ausschuss entspann sich eine kurze Diskussion, ob die angestrebte Lösung die Parkplatzsituation in der Innenstadt noch verschärfe. „Ich mache mir Sorgen, denn dort herrscht Parkplatznot ohne Ende“, sagte Stadtratsmitglied Markus Würth (Freie Wähler). „Zwölf weitere Parkplätze wird man dort nie nachweisen können“, reagierte Erster Bürgermeister auf diesen Einwand und gab zugleich, seiner Freude darüber Ausdruck, dass das Schlosspark-Center endlich wieder sinnvoll genutzt werde. „Ich bin heilfroh, dass es saniert wird und dass wieder Leute in der Innenstadt wohnen“, erklärte das Stadtoberhaupt. Als eventuelle Alternative für neue Parkplätze im Umfeld verwies er auf die Möglichkeit, Parkplätze in den städtischen Parkhäusern zu mieten.
Ebenfalls ein Projekt mit Innenstadtbezug ist der Umbau der Gebäude Bahnhofstraße 11 bis 13, welche die Stadt Roth im Februar 2022 erworben hat. Dort könnte ein neuer Standort für die Stadtbibliothek entstehen, weil die jetzigen Räumlichkeiten im Schloss Ratibor auf Dauer zu klein sind. Die Zustimmung zu einer erforderlichen Machbarkeitsstudie hat der Bauausschuss nun dem Stadtrat empfohlen. Sie soll auch den alten Stadtmauerturm miteinbeziehen. Die Kosten dafür liegen bei 70 000 Euro. 60 Prozent davon werden durch den Freistaat Bayern gefördert.
Markus Würth sah darin allerdings eine Insellösung und regte eine Umsetzung im Rahmen eines Gesamtkonzepts für den Marktplatz an. Das brachte Andreas Buckreus leicht auf die Palme. „Es gibt ein Gesamtkonzept für die Entwicklung des Marktplatzes-West, das ruht aber, weil es der Stadtrat so beschlossen hat“, entgegnete Buckreus etwas aufgebracht. „Jetzt wollen wir etwas anderes aufnehmen, um weiterzukommen“, lautete seine Begründung.
