PFAS in den Jägerseen – was bedeutet das?

Wendelstein - Das Landratsamt Roth hat in den Jägerseen, zwei beliebten Badegewässern zwischen Wendelstein und Feucht, bei Wassertests sog. PFAS nachgewiesen. Am 13. Juli 2026 veranstaltete das Landratsamt eine Informationsveranstaltung.

  • v.l.: Jägersee, Martin Mändl

    v.l.: Jägersee, Martin Mändl
    © grüner OV Wendelstein

Anwesend waren unter anderem der Landrat Ben Schwarz, Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, des Bayerischen Umweltamtes, des Bayerischen Amtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Veterinäramtes sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Auch der Wendelsteiner und der Feuchter BN sowie aus dem Wendelsteiner Gemeinderat zwei Vertreter der Grünen und jeweils ein Vertreter der FW und der CSU waren vor Ort.

Was ist der Sachstand?
In den Jägerseen wurden PFAS gefunden. Diese resultieren mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus auf der (ehemaligen) MUNA verwendeten Löschschäumen.

Was sind PFAS?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien, die etwa ab den 1970er-Jahren in zahlreichen Produkten eingesetzt werden, darunter Feuerlöschschäume, Antihaftbeschichtungen, wasser- und fettabweisende Textilien, beschichtete Papiere und Kunststoffe. Sie zeichnen sich durch extreme chemische und thermische Stabilität aus, was sie in der Industrie nützlich, in der Umwelt jedoch problematisch macht. PFAS werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie in der Umwelt nahezu nicht abbaubar sind und sich im Menschen, in Tieren, Pflanzen und Sedimenten anreichern. Die Folgen für den Menschen sind noch nicht vollständig erforscht. Einigkeit besteht über die Gesundheitsschädlichkeit. Die Rede ist von negativen Effekten auf Leber, Immunsystem, Hormonhaushalt, Stoffwechsel oder Fortpflanzung.

Wo kommen die PFAS her?
Als Anfangsverdacht wird davon ausgegangen, dass die Quelle wohl PFAS-haltige Löschschäume sind, die auf der ehemaligen MUNA nach 1945 während der Nutzung als Airfield zum Einsatz kamen. Weitere Untersuchungen laufen.

Kann ich in den Jägerseen baden?
Ja. Die Aufnahme von PFAS erfolgt nicht über die Haut, problematisch ist das Verschlucken des Wassers beim Schwimmen. Hier sind die Experten der Ansicht, dass die in Betracht kommenden Mengen, angenommen werden jeweils 100 ml verschlucktes Wasser, unbedenklich sind.

Kann mein Hund in den Jägerseen baden?
Vermutlich Ja. Die Untersuchungen kommen zu der Erkenntnis, dass auch ein Kleinkind mit etwa 10 kg Körpergewicht sorglos baden kann, angenommen werden jeweils 50 ml verschlucktes Wasser. Ob das auf Hunde übertragbar ist, ist nicht wirklich klar.

Kann ich Fische aus den Seen gefahrlos essen?
Nein. Die Laborergebnisse von allen acht untersuchten Fischen zeigen, dass die nach Lebensmittelrecht geltenden Höchstwerte nicht eingehalten werden und die Fische für den Verzehr nicht geeignet sind.

Wie geht es weiter?
Aktuell und künftig ist die Verwendung von PFAS untersagt. Die Behörden werden weitere Untersuchungen des Wassers in den Jägerseen durchführen und weitergehende Ursachenforschung betreiben, insbesondere weitere Grundwassermessstellen einrichten.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des LRA Roth unter
www.landratsamt-roth.de/themen/verbraucherschutz/lebensmittelkontrolle/faqs-pfas 

Wir Grüne werden das Thema weiterverfolgen und berichten.

Weil wir hier leben.

Martin Mändl

Marktgemeinderat BÜNDNIS90 / DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein

 

Von: Martin Mändl (Fraktionssprecher BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN im Marktgemeinderat Wendelstein), Mittwoch, 15. Juli 2026
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Ortsverband Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-wendelstein

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