Rahmenbedingungen in der Pflege stimmen nicht mehr – MdL Hermann Imhof warnt vor Pflegenotstand – Informationsveranstaltung der CSU Wendelstein

Wendelstein - Das Verhältnis Patient/Pfleger stimmt nicht mehr. Was wäre, wenn das Pflegepersonal streikt? Bessere Pflege ist ohne finanziellen Mehraufwand nicht zu bekommen.

  • MdL Hermann Imhof, Erster Bürgermeister Werner Langhans und CSU-Vorsitzender Thomas Puschner umgeben von Teilnehmerinnen an der Informationsveranstaltung

    MdL Hermann Imhof, Erster Bürgermeister Werner Langhans und CSU-Vorsitzender Thomas Puschner umgeben von Teilnehmerinnen an der Informationsveranstaltung
    © Ulrich Pohl

„Stellen Sie sich vor, alle Pflegekräfte in Deutschland würden einen Tag ihre Arbeit niederlegen“ , mit diesem dramatischen Bild wies Hermann Imhof, der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, auf die prekäre Situation in der Kranken- und Altenpflege hin, wo etwa 300.000 Pflegekräfte fehlen.
Viele  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kranken- und Altenpflege stehen mit 50 Jahren kurz vor der Berufsunfähigkeit. Sie geben alles und sind nur noch am Rennen und Hetzen. „Wenn wir nicht sofort handeln, werden wir in naher Zukunft auf eine ganz dramatische Situation zusteuern. Es ist fünf vor zwölf, wenn nicht schon weiter“, warnt Imhof bei einer Informationsveranstaltung der CSU Wendelstein.

Vier Forderungen sieht Imhof als oberste Prioritäten:

1. den Personalbemessungsschlüssel deutlich anheben, denn das Verhältnis Patienten/Pfleger stimmt nicht mehr;

2. die Bezahlung erheblich verbessern, denn sie muss endlich der Leistung angepasst werden;

3. die Bürokratie auf die unbedingt notwendige Dokumentation senken, denn es muss auch noch Zeit für den Patienten bleiben;

4. pflegende Angehörige bestmöglich unterstützen, denn ohne sie könnte der Pflegebedürftige nicht in seiner gewohnten Umgebung bleiben.

Imhof ist überzeugt, dass die neue Bundesregierung die Prioritäten umgehend in Angriff nehmen wird. Erster Bürgermeister Werner Langhans unterstrich, dass alle drei Träger der Wendelsteiner Pflegeheime sich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sehen, spezielle Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten. "Hier müssen der Staat und die Kommunen die Träger unterstützen", forderte Langhans.

Als weitere Schwerpunkte nannte Imhof flexible Arbeitszeiten und Pflegegeld für pflegende Angehörige - ähnlich dem Erziehungsgeld -, Einführung eines Pflegestärkungsgesetzes, Unterstützung und Anerkennung für die Pflegekräfte in der Bevölkerung. Er forderte die Pflegekräfte auf, in der Öffentlichkeit für ihre Rechte zu kämpfen. Jeder möchte im Bedarfsfall menschenwürdig gepflegt werden. Das geht aber nicht ohne höheren finanziellen Aufwand.
 
CSU-Vorsitzender Thomas Puschner bedankte sich bei MdL Hermann Imhof für seine überaus anschaulichen Ausführungen, die den Anwesenden die Dramatik in der Krankenpflege erst so richtig bewusst gemacht haben. Er versprach, dass der CSU-Ortsverband ihn bei seinen Bemühungen um Verbesserung der geschilderten Situation auf kommunaler, auf Landes- und Bundesebene voll unterstützen wird.

 

Von: Ulrich Pohl (Marktgemeinderat), Sonntag, 08. Oktober 2017 - Aktualisiert am Montag, 09. Oktober 2017
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