Region der Lebensretter: Wenn Nachbarn zu Rettern werden
Region - Neuer DEFI in Katzwang. Machen auch Sie Ihren DEFI zum Teil des bundesweiten Netzwerks, werden Sie Ersthelfer:in oder Unterstützer:in.
Ein plötzlicher Herz-Kreislaufstillstand zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland – und ist gleichzeitig einer der zeitkritischsten Notfälle überhaupt. Ohne sofortige Reanimation sinken die Überlebenschancen mit jeder Minute drastisch. Das Problem: Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen im Schnitt acht bis fünfzehn Minuten – für ein gutes Überleben oft zu lang. Genau hier setzt der Verein Region der Lebensretter e. V. an.
Helfer aus der Nachbarschaft
Seit 2018 betreibt der Verein ein App-basiertes Alarmierungssystem, das eng mit den Rettungsleitstellen zusammenarbeitet. Geht bei der 112 ein Notruf wegen eines Herz-Kreislaufstillstands ein, wird automatisch parallel zum Rettungsdienst ein Alarm an registrierte Ersthelfende in der unmittelbaren Nähe des Einsatzortes gesendet. Ausgewählt werden jeweils vier Personen, die voraussichtlich am schnellsten vor Ort sein können – oft noch bevor der Rettungswagen eintrifft.
Diese wenigen Minuten machen den entscheidenden Unterschied: Treffen professionell geschulte Ersthelfende innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten ein, kann sich die Überlebenschance der Betroffenen verdoppeln bis vervierfachen.
Wer sind die Ersthelfenden?
Alarmiert werden ausschließlich volljährige, medizinisch geschulte Personen – etwa aus Rettungsdiensten, Pflegeberufen oder mit vergleichbarer Qualifikation. Interessierte können sich über ein Self-Sign-On-Verfahren direkt in der App anmelden; die Freischaltung erfolgt erst nach Prüfung der Qualifikationsnachweise durch die jeweiligen Regionenverantwortlichen. Wer im Einsatz war, kann im Anschluss über die App auch psychosoziale Unterstützung anfordern.
Die DEFI-map: AEDs gezielt einbinden
Hat ein alarmierter Helfer keinen eigenen Defibrillator dabei, prüft das System, ob ein öffentlich zugänglicher AED schneller erreichbar ist als der Rettungsdienst. Grundlage dafür ist das Register DEFI-map, in dem öffentlich verfügbare Defibrillatoren verzeichnet sind. Wird ein passendes Gerät gefunden, schickt das System einen der Ersthelfenden gezielt dorthin, bevor er zum Patienten weiterfährt.
Ein wachsendes, bundesweites Netzwerk
Was in einzelnen Regionen begann, ist mittlerweile bundesweit aufgestellt: Das System ist auf regionenübergreifenden Betrieb ausgelegt, sodass registrierte Ersthelfende in allen angeschlossenen Leitstellenbereichen alarmiert werden können. Zum Stand Juli 2026 zählt der Verein rund 54.700 registrierte Lebensretter, über 15.500 erfasste Defibrillatoren und Regionen in sieben Bundesländern mit insgesamt gut 22 Millionen Einwohner*innen.
Warum das auch lokal zählt – öffentliche Defibrillatoren melden!
Für Vereine, Betriebe und Privatpersonen, die einen öffentlichen Defibrillator anschaffen, ist die Einbindung in das System von Region der Lebensretter deshalb mehr als eine Randnotiz: Ein gemeldetes Gerät wird Teil eines Netzwerks, das im Ernstfall gezielt genutzt wird – und damit direkt zur Überlebenschance vor Ort beiträgt.
Ein Beispiel aus der Region: Katzwang
Wie sich das ganz konkret vor Ort auswirkt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Katzwang: Das Bestattungsinstitut Sigrun Alter hat der Gemeinde einen rund um die Uhr zugänglichen AED* (Automatisierter Externer Defibrillator) gespendet. Das Gerät ist im Umfeld des Bestattungsinstituts installiert und wurde in das System von Region der Lebensretter eingebunden – dank klarer Schritt-für-Schritt-Anleitung ist es auch für Laien im Ernstfall einfach zu bedienen.
Weitere Informationen und die Möglichkeit, selbst Ersthelfer zu werden oder einen AED zu melden, gibt es unter regionderlebensretter.de.
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