Rother Bauausschuss billigt Einstieg in die Energiesanierung

Roth - 16 von 120 Gebäuden der Stadt Roth sollen bis Ende 2028 so ertüchtigt werden, dass Energie eingespart wird, um Kohlendioxidneutralität zu erreichen. Der Löwenanteil der Investitionen wird dabei über Zuschüsse des Freistaats und die Einsparungen finanziert. Der Bauausschuss hat dem Stadtrat nach kurzer Diskussion einstimmig eine Billigung des Konzepts empfohlen.

Wie bei der Diskussion über das Heizungsgesetz klar geworden ist, müssen in Deutschland Gebäudezustände und Heizsysteme zeitnah erneuert oder ertüchtigt werden, um Energie einzusparen und die Kohlendioxidneutralität zu erreichen. Dafür besteht vor allem bei den Kommunen enormer Handlungsbedarf. So auch in Roth.

Alle Gemeinden Bayerns verfügen über eine riesige Anzahl von Gebäuden, in oder mit denen sie ihre Aufgaben erfüllen: Rathäuser, Verwaltungsbauten, Schulen, Kindergärten, Feuerwehrhäuser, Mehrzweckhallen, Bauhöfe und vieles mehr. In Roth ist die Stadt Eigentümerin von 120 Liegenschaften. 25 davon sind Wohnhäuser. Der Bauausschuss hat nun dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung empfohlen, mittels „Energiesparcontracting“ bei 16 Gebäuden der Stadt in die Mammutaufgabe der Energiesanierung aller Bauten einzusteigen. 

Bis 2028 sollen alle baulichen Maßnahmen und technIschen Neuerungen dieses ersten Schritts umgesetzt sein. Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats liegt das Investitionsvolumen dafür bei knapp 9,2 Millionen Euro. Bezahlen muss die Stadt Roth aber aller Voraussicht nach lediglich knapp 3,2 Millionen Euro. Der Rest wird über Förderungen des Freistaats von gut 1,5 Millionen Euro und die Einsparungen finanziert. Die jährlichen Kosten zur Versorgung der 16 Gebäude mit Wärme, Strom und Wasser werden laut Berechnungen künftig um 670 000 Euro geringer ausfallen. Laut Vertrag fließen diese Einsparungen zehn Jahre lang an das Contracting-Unternehmen. Die Kohlendioxid-Einsparung liegt bei 871 Tonnen pro Jahr. Die Planer gehen von einem jährlich geringeren Verbrauch von je gut 20 Prozent Strom und Wärme sowie knapp acht Prozent Wasser aus.

„Energiesparcontracting“ ist ein Modell, bei dem ein spezialisiertes Unternehmen (Energie-Contractor) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in einem Gebäude, Betrieb oder einer Kommune plant, finanziert und umsetzt. Die Einsparungen bei den Energiekosten werden genützt, um die Investitionen des Contractors über einen vertraglich festgelegten Zeitraum zurückzuzahlen. Durch diese Systematik ergeben sich für die Stadt Roth relativ geringe Ausgaben bei hoher Klimaschonung. Allerdings liegt noch ein weiter Weg vor Stadtrat und Erstem Bürgermeister. Denn mit diesem ersten Schritt werden noch nicht einmal zehn Prozent aller städtischer Gebäude klimaschonend umgebaut.

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Freitag, 20. März 2026 - Aktualisiert am Montag, 13. April 2026
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