Schreiner:innen präsentierten ihre Gesellenstücke

Region - Bei der traditionellen Ausstellung in der Rother Berufsschule haben 19 Nachwuchs-Schreinerinnen und -Schreiner ihre praktischen Abschlussarbeiten gezeigt. „Meisterwürdig“, war Schulleiterin Undine Landvoigt überzeugt.

  • Pamina Heruth aus dem Rohrer Ortsteil Kottensdorf hat ein Hänge-Sideboard gebaut. Das Möbel ist ganz genau unter die Lupe genommen worden.

    Pamina Heruth aus dem Rohrer Ortsteil Kottensdorf hat ein Hänge-Sideboard gebaut. Das Möbel ist ganz genau unter die Lupe genommen worden.
    © Robert Schmitt

  • Da staunte selbst stellvertretender Landrat Walter Schnell (mi.) nicht schlecht: Die Dartscheibe im Holzschrank mit Schubfächern für die schnellen Pfeile.

    Da staunte selbst stellvertretender Landrat Walter Schnell (mi.) nicht schlecht: Die Dartscheibe im Holzschrank mit Schubfächern für die schnellen Pfeile.
    © Robert Schmitt

  • Antonia Hohmann aus Heideck erklärt die Funktionsweise ihres Möbelstücks.

    Antonia Hohmann aus Heideck erklärt die Funktionsweise ihres Möbelstücks.
    © Robert Schmitt

  • Marlene Dorner aus Thalmässing und ihr Weinschrank.

    Marlene Dorner aus Thalmässing und ihr Weinschrank.
    © Robert Schmitt

  • Jule Berghofer aus Schwabach hat eine Wanduhr mitgebracht.

    Jule Berghofer aus Schwabach hat eine Wanduhr mitgebracht.
    © Robert Schmitt

Eine witzige Dart-Box, ein Multifunktions-Weinschrank, eine Wanduhr, ein Bücherschrank, in dem die Musterung eines Buchenpilzes verarbeitet war, sowie ein hängendes Sideboard mit Beleuchtung und Geheimfach. Die Vielfalt war groß bei der diesjährigen Ausstellung der Schreiner-Gesellenstücke aus dem Landkreis Roth.

19 Noch-Azubis haben am Sonntag ihre erstaunlichen Werke in der Berufsschule der Kreisstadt präsentiert. Die Werkschau gibt es bereits über 40 Jahre. Regelmäßig am dritten Juli-Sonntag lockt sie zahlreiche erfahrene Schreiner an, die sich die Stücke des Nachwuchses ganz genau ansehen. „Perfekt gearbeitet“, lautete häufig der Kommentar der Fachleute.

Zu den Ergebnissen der praktischen Prüfung konnte Innungs-Obermeister Reinhard Siegert noch nichts sagen, denn sie werden erst zum 1. August bekannt gegeben. Dennoch gab es eine Auszeichnung. Antonia Hohmann kann bei der Besten-Feier der Berufsschule in dieser Woche nicht dabei sein. Deshalb hat sie die Urkunde für ihren Staatspreis während der Ausstellungseröffnung erhalten. Schulleiterin Undine Landvoigt und Reinhard Siegert gratulierten zu einem Notenschnitt von 1,2. Hohmann hat ihre Ausbildung bei der Schreinerei Alexander Bräunlein in Georgensgmünd gemacht.

Die beste Berufsschulabsolventin unter den Schreinern ist die 19-Jährige aus Heideck damit allerdings nicht. Die 21-jährige Pamina Heruth aus Rohr kann ein Zeugnis vorweisen, in dem ausschließlich die Bestnote vorkommt: Schnitt also 1,0. Besser geht es in der Theorie nicht. Sie überzeugte aber auch mit ihrer praktischen Arbeit außerordentlich. Heruth war eine gefragte Gesprächspartnerin, um die exakte Fertigung ihres Hänge-Boards zu erklären, in dem ein verschiebbares Behältnis für zusätzliche Lagerfläche sorgt. Wie das Geheimfach funktioniert, hat sie ebenfalls preisgegeben. Pamina Heruth arbeitet bei der Schreinerei Wagner in Gustenfelden. 

Antonia Hohmanns Sideboard ist bodengebunden und war ähnlich umlagert. „Viele der Gesellenstücke könnten auch eine Semesterarbeit der Meisterschule sein“, würdigte Undine Landvoigt die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler, die nun drei Jahre Ausbildung hinter sich haben: Ein Berufsgrundschuljahr und anschließend zwei Jahre in den Betrieben und der Berufsschule. 

„Es sind sehr schöne Stücke“, bestätigte Reinhard Siegert die Meinung der Schulleiterin, die als gelernte Holzbildhauerin mit dem Grundmaterial der Schreiner bestens vertraut ist. „Wie immer haben wir viel Neues unter den Gesellenstücken, denn die Trends wechseln jährlich“, stellte der Innungs-Obermeister fest. Diesmal waren Hängemöbel besonders beliebt.

Zur Eröffnung der Ausstellung waren etwa 80 Interessierte gekommen. Die Rother Bürgermeisterin Claudia Lux zeigte sich begeistert von Talent und Leidenschaft der jungen Schreiner, die in ihren Werken zum Ausdruck kämen. „In dieser Hinsicht scheint es mir ein besonders guter Jahrgang zu sein“, sagte die CSU-Politikerin. Stellvertretender Landrat Walter Schnell (Freie Wähler) hob hervor, dass in vielen Gesellenstücken „eine künstlerische Ader zu erkennen ist“. Zugleich rief er die jungen Schreinerinnen und Schreiner auf, sich gesellschaftlich oder politisch zu engagieren, „um die Demokratie am Leben zu erhalten und zu bewahren“.

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Montag, 21. Juli 2025 - Aktualisiert am Freitag, 07. November 2025
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