Schwierige Situation für Kinder in Wendelstein bei Krippen- und Kindergartenplätzen

Wendelstein - Die aktuelle Landespolitik von CSU und FW mit der raschen Reform des Einschulungskorridors für dieses Einschulungsjahr führt auch in Wendelstein zu massiver Verunsicherung und Verärgerung. Durch Zuzug und häufigere Inanspruchnahme eines Kinderbetreuungsplatzes hat sich in den letzten zwei Jahren eine Verschlechterung angebahnt. Eine nun sehr schnell verabschiedete Neuregelung bringt nun das Fass zum Überlaufen.

Durch den neu eingeführten Einschulungskorridor haben Eltern die Wahl, ob sie ihr Kind, welches zwischen dem 01.07. und 30.09. sechs Jahre alt wird, einschulen wollen. Dies bedeutet, dass etliche Kinder noch ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben werden und folglich deutlich weniger Kinderbetreuungsplätze frei werden. Bayernweit reden wir hierbei von 30 000 betroffenen Kindern, die nun die Wahl haben. In Wendelstein sind es immerhin 40, was einer Größe von mehr als zwei zusätzlichen Gruppen entspricht.

Nun gibt es lange Wartelisten in den Kindergärten und viele unzufriedene Eltern, die bisher vergeblich auf eine Zusage eines Kindergartenplatzes warten. Im Mai müssen Eltern, die eine Rückstellung wollen, dies in der Sprengelgrundschule melden. Erst danach wissen die Kommunen und Kindergartenträger, wie es mit den Plätzen weitergeht.

Eine betroffene Mutter, die gerne einen Kindergartenplatz für ihre 3-jährige Tochter will, berichtet im Gemeinderat, dass sie sich von der Marktgemeinde alleingelassen fühlt. Denn der örtliche Träger beruft sich auf die lange Warteliste und verweist auf die Gemeinde. Ruft sie dort an, werde sie zurück auf den Träger verwiesen und es folge der Zusatz, der Träger könne ja eine zusätzliche Gruppe beantragen. Solche Aussagen ärgern sehr, denn der jungen Mutter ist klar, dass für die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz einzig und alleine die Gemeinde zuständig und verantwortlich ist. Sie empfindet es unredlich, junge Eltern auf einen Träger zu verweisen, wenn klar ist, dass in den vorhandenen Räumlichkeiten gar keine weitere Gruppe entstehen kann.

Eine vorausschauende Weiterentwicklung der Kinderbetreuung in den einzelnen Ortsteilen durch die Gemeinde muss dringend erreicht werden, bestätigt der stellv. Juso-Bezirksvorsitzende Maximilian Lindner. „Viele junge Eltern wünschen sich einen Betreuungsplatz vor Ort, damit lästige Autofahrten wegfallen und später die Einschulung im selben Sprengel einfacher ist. Aber einzelne Ortsteile sind schon jetzt diesbezüglich minderversorgt. So hat beispielsweise der zweitgrößte Ortsteil Großschwarzenlohe mit über 3300 Einwohner nur 12 Krippen- und 50 Kindergartenplätze.“ Weiter ergänzt Lindner, dass Wendelstein laut eigener Bevölkerungsstatistik in den letzten drei Jahren einen Zuwachs von mehr als 300 Personen zu verzeichnen hat. Damit waren die Kinderbetreuungsplätze in Wendelstein schon vor dieser übereilten „Münchner- Korridorregelung“ knapp.

Neben der größeren Flexibilität der Gemeinde bei der Vorhaltung von Kinderbetreuungsplätzen gilt es also die geplante Ortsentwicklung mit Zuzug und Neuausweisung von neuen Wohnbaugebieten vorausschauend in der Planung zu berücksichtigen. Zunehmend nehmen junge Eltern ihren Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung in Anspruch. Wenn bei der Ausweisung eines größeren Wohngebietes, wie z.B. den 99 Häusern des „Hörnlein-Areals“, nicht Fragen zur Infrastruktur (wie Kinderbetreuungsplätze) geklärt sind, entsteht berechtigterweise Unruhe und Unverständnis in der Bevölkerung.

Dr. Kurt Berlinger

Pressemitteilung für die SPD im Markt Wendelstein

Von: Dr. Kurt Berlinger (Vorsitzender des SPD OV Wendelstein), Donnerstag, 11. April 2019 - Aktualisiert am Donnerstag, 18. April 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »SPD im Markt Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/spd-markt-wendelstein
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