Sehen ist mehr, als wir sehen
Region - Sehen ist wahrnehmen, verstehen, erleben. Warum gutes Sehen keine Selbstverständlichkeit ist. Informationen zur bundesweiten „Woche des Sehens“.
Wie wichtig ist Ihnen Ihr Sehvermögen?
Darüber denken die meisten Menschen vermutlich selten nach. Wir öffnen morgens die Augen und sehen. Wir erkennen das Gesicht unseres Partners, lesen unsere Nachrichten auf dem Handy, orientieren uns an Wegweisern, genießen die Farben der Landschaften – Sehen begleitet uns durch nahezu jeden Augenblick unseres Lebens. So erscheint gutes Sehen selbstverständlich.
Doch was wäre, wenn sich das plötzlich verändern würde? Wenn Gesichter nur noch schemenhaft zu erkennen wären? Wenn die Schrift eines Buches nicht mehr lesbar wäre? Wenn eine Treppenstufe nicht mehr sicher eingeschätzt werden könnte? Oder wenn das zentrale Sehen langsam verloren ginge und Lesen und Gesichter erkennen immer schwieriger würden?
Erst wenn das Sehen eingeschränkt ist, wird vielen Menschen bewusst, wie viel Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität davon abhängt.
Nicht jede Sehverschlechterung ist eine Frage der Brille.
Eine Sehschwäche kann viele Ursachen haben. Kurz- oder Weitsichtigkeit, eine Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit lassen sich in der Regel mit einer entsprechenden Sehhilfe korrigieren. Anders ist es bei Erkrankungen des Auges. Sie können das Sehvermögen trotz optimaler Brillenkorrektur beeinträchtigen oder zu einem dauerhaften Sehverlust führen.
Häufige Augenerkrankungen
Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse. Das Sehen wird zunehmend unscharf und kontrastärmer, häufig kommt eine erhöhte Blendempfindlichkeit hinzu. Eine Operation kann das Sehvermögen in vielen Fällen deutlich verbessern.
Der Grüne Star (Glaukom) kann dagegen lange unbemerkt bleiben. Dabei kann der Sehnerv nach und nach geschädigt werden. Bereits entstandene Schäden lassen sich nicht rückgängig machen – deshalb ist eine möglichst frühe Erkennung besonders wichtig.
Bei der Makuladegeneration (AMD) ist die Mitte der Netzhaut betroffen. Gerade sie benötigen wir zum Lesen, für feine Details und zum Erkennen von Gesichtern. Verzerrtes oder neu verschlechtertes zentrales Sehen sollte deshalb zeitnah augenärztlich abgeklärt werden.
Auch Diabetes kann die Netzhaut schädigen. Die diabetische Retinopathie verursacht anfangs häufig keine Beschwerden. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind deshalb wichtig.
Vorsorge bedeutet, Veränderungen ernst zu nehmen.
Viele Augenerkrankungen machen sich erst bemerkbar, wenn bereits Veränderungen eingetreten sind. Umso wichtiger ist es, neue oder ungewohnte Veränderungen des Sehens nicht einfach als Alterserscheinung abzutun.
Plötzlich auftretende Sehstörungen, Lichtblitze, Schatten, Einschränkungen des Gesichtsfeldes, verzerrte Linien oder eine unerklärliche Verschlechterung des Sehens sollten ärztlich abgeklärt werden.
Auch der allgemeine Gesundheitszustand spielt eine Rolle. Diabetes und Bluthochdruck können die Augen beeinflussen. Nichtrauchen und der Schutz vor intensiver UV-Strahlung sind weitere Möglichkeiten, die Augengesundheit zu unterstützen.
Was bedeutet Sehen für unser Leben?
Als Augenoptikerin erlebe ich täglich, wie selbstverständlich gutes Sehen für viele Menschen ist. Erst wenn das Sehen nachlässt, wird vielen bewusst, wie viel Lebensqualität daran hängt. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst kleine Buchstaben lesen zu können. Sehen bedeutet, Menschen zu erkennen, die uns wichtig sind. Es bedeutet Orientierung und Sicherheit. Es bedeutet, ein Buch zu lesen, einem Hobby nachzugehen, sich selbstständig zu bewegen und die Welt um uns herum wahrzunehmen.
Die Woche des Sehens möchte sensibilisieren – für die Bedeutung unseres Sehvermögens, für Augenerkrankungen, für Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung und für die Lebenssituation von Menschen mit Sehbehinderung.
Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, Veränderungen und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Und der Augenoptiker kann dabei unterstützen, die persönliche Sehqualität im Alltag zu überprüfen und eine passende Korrektur für die individuellen Bedürfnisse zu finden. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, Veränderungen und Erkrankungen möglichst früh zu erkennen. Und der Augenoptiker kann dabei unterstützen, die persönliche Sehqualität im Alltag zu überprüfen und eine passende Korrektur für die individuellen Bedürfnisse zu finden.
Sehen ist nicht selbstverständlich. Unseren Augen Aufmerksamkeit zu schenken, ist eine wichtige Form von Selbstfürsorge.
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