„SHELTER CONNECT – Ehrenamtlich stark für Frauen in Not"
Schwabach - Das Projekt „SHELTER CONNECT – Ehrenamtlich stark für Frauen in Not" der Schwabacherin Sandra Joachim wurde mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2026 ausgezeichnet.
Ein besonderer Moment für Schwabach: Sandra Joachim, Inhaberin der Kommunikationsagentur inline-kommunikation, wurde am 27. April 2026 in München mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2026 ausgezeichnet. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf überreichte die Auszeichnung in der Kategorie „Neue Ideen“ – dotiert mit 3.000 Euro – für das Projekt „SHELTER CONNECT – Ehrenamtlich stark für Frauen in Not“. Insgesamt waren über 470 Bewerbungen aus ganz Bayern eingegangen. Zur Preisverleihung nach München gereist waren eigens Oberbürgermeister Peter Reiss, Gleichstellungsbeauftragte Marita Heiss-Hertle, Maren Wurdinger vom Frauennetzwerk Femplace sowie Chris Dorner von der Nasdo AG, welche das technische Konzept der App mitentwickelt. Eine Schwabacher Delegation, die unterstreicht, welches Gewicht dieses Projekt bereits in der Stadt hat.
Eine Geschichte, die alles veränderte
Der Ursprung liegt in einem konkreten Erlebnis: Sandras Mitarbeiterin Emily half spontan einer weinenden, hilflosen Frau am Nürnberger Hauptbahnhof – und geriet dabei selbst unbemerkt in eine gefährliche Situation. Die Erkenntnis daraus war klar: „Es fehlte nicht an Hilfsbereitschaft – sondern an einem sicheren Weg.“
Unternehmerin in Verantwortung
Für Sandra Joachim ist das Projekt mehr als eine Idee – es ist der konsequente Ausdruck ihrer Haltung als Unternehmerin. Seit über 25 Jahren in Schwabach verwurzelt, ehrenamtlich aktiv bei Rotary, im Gewerbeverein, im Verkehrsverein und in kommunalen Gremien, weiß sie: Gesellschaftliche Verantwortung hört nicht an der Bürotür auf. Als zertifizierte KI-Transformationsberaterin bringt sie zudem das technische Know-how mit, um moderne digitale Lösungen und bewährte ehrenamtliche Strukturen sinnvoll zu verbinden.
„Ich habe eine Idee angestoßen – aber was gerade passiert, gehört nicht mehr nur mir. Dass sich immer mehr Menschen melden, die mitgestalten und mithelfen wollen, bewegt mich zutiefst. SHELTER CONNECT bekommt gerade ein Gesicht – und das sind all diese Menschen.“
Was SHELTER CONNECT leisten soll
Wer einen Autounfall hat, weiß sofort: Polizei, Notruf, 110 oder 112. Aber wer kennt die bundesweite Notrufnummer 116 016 – das Hilfetelefon für Frauen, die Gewalt erfahren? Genau diese Lücke zwischen dem Moment der Not und dem Wissen, wohin man sich wenden kann, will SHELTER CONNECT schließen.
Geplant ist ein Netzwerk ehrenamtlicher Frauen, das Betroffenen von häuslicher Gewalt, Stalking oder digitalem Missbrauch schnell, diskret und niedrigschwellig zur Seite steht – noch vor dem oft so schwierigen ersten Schritt zu offiziellen Stellen. Eine digitale Anlaufstelle mit Notrufoption, anonymem Erstkontakt und Chatfunktion soll entstehen, ergänzt durch ehrenamtliche Begleiterinnen, die Frauen bei Behördengängen, Arztterminen oder Polizeibesuchen unterstützen.
Stärken, was schon gut funktioniert
Das Herzstück von SHELTER CONNECT ist dabei die enge Vernetzung mit den bereits bestehenden professionellen Hilfsangeboten in Schwabach – und die sind vielseitig und stark. Beratungsstellen, Frauenhäuser, Polizei und die städtische Gleichstellungsbeauftragte sind von Anfang an als gleichberechtigte Partner gedacht. SHELTER CONNECT soll keine Parallelstruktur aufbauen, sondern die Lücke schließen, die zwischen dem Moment der Not und dem ersten Griff zum Telefon oft noch klafft. Ehrenamtliches Engagement und professionelle Fachkompetenz werden so zu einem tragfähigen Netz verknüpft, das niemanden fallen lässt.
Von Schwabach in die Welt
Der Start soll in Schwabach und Mittelfranken gelingen – dort, wo die Strukturen stimmen, die Wege kurz sind und das Vertrauen bereits gewachsen ist. Von hier aus soll der Kreis größer werden: Zunächst ganz Bayern, dann – im besten Fall – ganz Deutschland. Denn was in Schwabach funktioniert, kann überall funktionieren, wo Menschen bereit sind, füreinander einzustehen.
Sozialministerin Scharf brachte es bei der Verleihung auf den Punkt: Engagierte Frauen, die einen Beitrag für mehr Sicherheit und Zusammenhalt in ihren Gemeinden leisten wollen, verdienten viel Unterstützung – sowohl ehrenamtlich als auch von den maßgeblichen Stellen.
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