So fahren Sie sicher in den Winterurlaub – und auch wieder zurück

Wendelstein - Die Skisaison ist auf dem Höhepunkt und der wohlverdiente Skiurlaub kann beginnen. Reisen Sie mit dem Auto an, sollten Sie sich gut vorbereiten. Besonders das Fahren in den Bergen ist anspruchsvoll – so beugen Sie Risiken vor.

  • Adobe © Laszlo

    Adobe © Laszlo

In unseren Breitengraden sind die Winter meist mild. Eis und Schnee begegnen uns auf den Straßen eher selten. Fahren wir 300 km in Richtung Berge, sieht es bereits ganz anders aus. Die Straßenbedingungen wechseln in kürzester Zeit. Urplötzlich kann die Fahrbahn zu einer Eisbahn mutieren und das Fahren wird zur Schlittenfahrt. Richtig spannend wird es, wenn Steigungen und Gefälle von mehr als 10 Prozent gefahren werden müssen.

Treffen Sie daher folgende Vorbereitungen:

• Checken Sie ihr Auto. Füllen Sie Frostschutz pur in die Scheibenwaschanlage. Ist die Scheibenflüssigkeit eingefroren und die Scheibenwischer verschmieren nur noch das Streusalz der Straße, ist der Spaß am Fahren vorbei. Steht die Sonne dazu noch tief, fahren Sie völlig im Blindflug. Apropos Scheibenwischer: Prüfen Sie vor der Fahrt den Zustand. Die Wischblätter sollten keinen Film auf der Scheibe zurücklassen. Ist dies der Fall, tauschen Sie diese besser aus.

• Fahren Sie ausschließlich mit tadellosen Winterreifen. Zugelassen sind Reifen mit dem Schneeflockensymbol. Außerdem müssen die Räder genügend Profil besitzen – unter 4 mm Profiltiefe ist ein Winterreifen auf Schneefahrbahnen wertlos! In Österreich beträgt die Mindestprofiltiefe für Winterreifen 4 mm. Wer darunter fährt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Und vergessen Sie nicht, den Reifendruck an Ihr voll beladenes Fahrzeug anzupassen.

• Je nach Gegend empfehle ich, vorsorglich Schneeketten einzupacken. Am Berg sind diese oft die einzige Möglichkeit, sicher durchzukommen und an vielen Strecken sogar Pflicht. Mein Tipp: Montieren Sie die Schneeketten zum ersten Mal zu Hause in der trockenen Garage. Das erspart Ihnen im Ernstfall Stress und Chaos. Übrigens können Sie Schneeketten auch ausleihen – das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Weitere Fahrtipps beim Fahren im Winter

1. Auf der Autobahn wird bei Schnee meist zuerst die rechte Fahrspur freigeräumt. Oft fahren ungeübte oder ängstliche Fahrerinnen und Fahrer auf der freien Spur extrem langsam. Möchten Sie überholen, ist ein Spurwechsel zur glatten Fahrbahn nötig. Das birgt eine Gefahr: Unterschiedlicher Fahrbahnbelag bringt Ihr Fahrzeug schnell ins Schleudern.
Mein Tipp: Bleiben Sie im Zweifel auf der freien Spur und verzichten Sie auf das Überholen. Schneematsch in Verbindung mit hoher Geschwindigkeit lässt ihr Auto plötzlich aufschwimmen. Aquaplaning ist die Folge – und der Kontrollverlust vorprogrammiert!

2. Schalten Sie als Anfahrhilfe das ASR oder ESP kurzzeitig aus. Räder mit 20% Schlupf können Ihr Fahrzeug bei Glätte besser in Gang setzen. Zu viel Gas bringt ihr Fahrzeug allerdings schnell ins Schleudern – hier ist Gefühl gefragt. Nach dem Anfahren ESP unbedingt wieder einschalten!

3. Bei Allradfahrzeugen ist die Beschleunigung auf Schnee atemberaubend. Beim Bremsen und Einlenken in den Kurven hilft Ihnen der Allradantrieb allerdings nicht. Drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit in Kurven und vor dem Bremsen – so geraten Sie nicht ins Schleudern.

4. Beim Bergab-Fahren wird Ihr Auto bereits von der Hangabtriebskraft beschleunigt. Je schwerer das Fahrzeug, desto größer die Beschleunigung. Deshalb gilt: Fahren Sie bergab immer mit dem gleichen Gang den Berg hinunter, mit dem Sie auch hochfahren würden. Nur so können Sie die Motorbremswirkung ausnutzen. Sind Sie bereits zu schnell, kann ihnen niemand mehr helfen. Genau für diesen Fall können Sie bei Automatikgetrieben manuell schalten.

Eine sichere und rutschfreie Fahrt wünscht Ihnen Ihr
Thomas Walch!

Von: Tanja Rose (Werbeagentur), Dienstag, 21. Januar 2020 - Aktualisiert am Mittwoch, 05. Februar 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Fahrschule Walch« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/fahrschule-walch
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.