Sommerzeit ist Wespenzeit – doch keine Panik

Hilpoltstein - LBV gibt hilfreiche Tipps zum Umgang mit Wespen – ein einfacher Wassernebel hilft

  • © Peter Bria / LBV-Archiv

Die bisherige Trockenheit und Hitze sind für ein gutes Wespenjahr verantwortlich. Doch erst jetzt ab August steuern die gelb-schwarzen Insekten verstärkt immer häufiger vor allem Obstkuchen, Saft und Eis an. Der Genuss von süßen Speisen unter freiem Himmel kann deshalb schnell unangenehm werden. Aber: die Begegnung mit den ungebetenen Gästen ist kein Grund zur Panik.

Der LBV gibt hilfreiche Tipps, wie man sich bei Wespenbesuch richtig verhält und sich effektiv vor Stichen schützen kann. „Zum Beispiel hilft ein mit Leitungswasser gefüllter Zerstäuber, um die Insekten ganz einfach naturverträglich zu vertreiben“, empfiehlt LBV-Pressereferentin Stefanie Bernhardt.

In Bayern hält die Hitze die Menschen in Atem. Im heißen und trockenen Sommer sind Wespen wieder unterwegs und können für Menschen lästig werden. Bis etwa Ende Juli benötigen die Wespen nur Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven. Vor allem im Spätsommer, wenn die Brut selbstständig ist, genießen die Alttiere ihr restliches Leben bis zum Herbst. Nun suchen sie gezielt nach Nahrung für sich selbst und fliegen gerne Lebensmittel wie Limonade, Kuchen oder Fleisch an. „Tatsächlich sind nur zwei Arten der Wespen für den Menschen besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise vor sich haben: die Gemeine und die Deutsche Wespe“, erklärt Stefanie Bernhardt. Doch viele vermeintlich hilfreiche Tricks, um Wespen dauerhaft fernzuhalten, wie etwa auf den Tisch gelegte Kupfermünzen, sind nutzlos. „Fangfallen oder Ablenkfutter haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden“, so die LBV-Pressereferentin. „Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg.“

Klappt das nicht, ist es wichtig die Ruhe zu bewahren, wenn Wespen zu nahekommen. Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe der gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger vermieden werden. „Die Wespe auf keinen Fall wegpusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Eine wirksame Methode im Umgang mit Wespen ist es, das Insekt mit zerstäubtem Wasser zu besprühen. Die Wespe denkt, es finge an zu regnen und wird zurück in ihr Nest flüchten“, erklärt Bernhardt. Außerdem reagieren Wespen bei der Nahrungssuche außerhalb ihres Nestbereichs nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen.

Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln lassen sich unliebsame Zwischenfälle oft vermeiden: Decken Sie Lebensmittel und Getränke im Freien ab und räumen Sie alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weg. „Wichtig ist es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken“, so Stefanie Bernhardt. Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden. Aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. Fliegengitter oder eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstür, sind nützlich, um Wespen aus Wohnung und Haus fernzuhalten.

Im Sommer schwärmen Wespen in Gärten und Siedlungen herum und leisten wichtige Dienste für Landwirt*innen und Hobbygärtner*innen, indem sie unerwünschte Insekten wie Raupen und Fliegen fangen. Zudem spielen sie eine kleine Rolle als Bestäuber, da beim Besuch von Blüten Pollen an ihren Körpern hängen bleiben und weiter transportiert werden. Die Nester der Wespen sind geschützt und dürfen ohne Genehmigung nicht entfernt werden. Auch ein Herumstochern in den Wespennestern ist zu vermeiden. Nur in Ausnahmefällen ist ein Entfernen der Nester zugelassen. Deshalb sollte bei Wespennestern im eigenen Garten nicht gleich zu drastischen Maßnahmen gegriffen werden. Der LBV rät: Bevor ein Wespennest umgesiedelt werden soll, sollte überlegt werden, ob nicht doch ein Miteinander von Mensch und Wespenstaat möglich ist. Spätestens im Herbst ist die Zeit der Wespen vorbei. Dann sterben die Völker ab und nur die diesjährigen Königinnen überwintern, um im nächsten Jahr neue Völker zu gründen. Hilfe bei schwierigen Fällen können Wespenberatende geben. Die jeweilige Untere Naturschutzbehörde oder das Landratsamt können bei der Vermittlung und Beratung helfen.

Mehr Infos und ein kostenloses Faltblatt auch unter www.lbv.de/wespen .

Von: Markus Erlwein (LBV-Pressestelle), Donnerstag, 27. August 2020
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »LBV Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/lbv-bayern
Empfehlen Sie diesen Artikel:

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.