Spiel- und Sportfest für Menschen mit Handicap
Roth - 400 Menschen mit Behinderung aus dem Landkreis und Schwabach trafen sich in Roth zu Sport mit viel Spaß. 20 Soldatinnen und Soldaten aus der Otto-Lilienthal-Kaserne haben zum Gelingen beigetragen.
Als Gudrun Öhler ihr Podest auf der Tartanbahn bestiegen hat, um als Vorturnerin für das Aufwärmtraining zu agieren, hatten bereits alle 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Spiel- und Sportfests für Menschen mit Behinderung sowie die Reha-Sportgruppen ihre traditionell angestammten Plätze auf dem Fußballfeld der Kreissportanlage eingenommen. Mit ihren Visitenkarten. „Regens-Wagner Zell“, „Lebenshilfe Schwabach-Roth“ oder „Auhof“ war auf den großen Namensschildern zu lesen.
Nicht nur die Menschen mit Handicap und die Rehasportler haben sich am Vorbereitungstraining beteiligt. Auch Kommunalpolitiker und die 20-köpfige Helfertruppe der Soldaten aus der Otto-Lilienthal-Kaserne sind in das Gymnastikprogramm eingestiegen. Neben Landrat Ben Schwarz waren mehrere Erste Bürgermeister und Bürgermeister aus den Gemeinden des Landkreises auf die Kreissportanlage gekommen, um dem Sportfest ihre Reverenz zu erweisen. Alle hatten sich mit den strahlend gelben T-Shirts samt buntem Logo aus den Lebenshilfe-Werkstätten eingekleidet.
Etwa zehn Minuten hat die Übungsleiterin der Reha-Sportgruppe Schwabach gezeigt, wie man sich am besten dehnt, lockert und die Muskeln vorbereitet, um den Sporttag verletzungsfrei zu genießen. Der Auftakt endete unerwartet, aber in großer Gemeinschaft. Kommunalpolitiker und Soldaten schlossen sich zu einem großen Kreis zusammen und tanzten Sirtaki.
Auch bei seiner 43. Auflage hatte das Sportfest also Überraschungen parat. Doch eines ist seit der Erstauflage 1981 gleich geblieben. „Wir gehen immer mit einem breiten Grinsen zurück in die Kaserne, weil wir hier soviel Herzlichkeit erleben“, beschrieb Hauptmann Stefan Ballack die Gefühle auf Seiten seiner Frauen und Männer. „20 Freiwillige habe ich immer schnell zusammen“, schilderte Ballack den jährlichen Rekrutierungsprozess vor dem Sportfest.
Soldatin Saskia Greco fungierte als Starterin beim 50-Meter-Lauf und musste dabei häufig die Leidenschaft der Sportlerinnen und Sportler dämpfen, um Frühstarts zu verhindern. Doch sie und ihre Kameraden beließen es nicht bei sachlicher Unterstützung. Greco absolvierte selbst die 50 Meter, um einen kleinen Jungen zu begleiten. An der Weitsprunganlage gratulierte ein Soldat zu besonders guten Leistungen und beim Kugelstoßen gab ein anderer Tipps zur Technik. Gudrun Öhler setzte ihren Einsatz als Übungsleiterin an der Wurfball-Station fort. Gewissermaßen erneut als Vorturnerin. Mit vollem Körpereinsatz zeigte sie, wie man den Ball so beschleunigt, dass er besonders weit fliegt.
Das Spiel- und Sportfest des Landkreises ist immer eine große Gemeinschaftsleitung. Neben zahlreichen Sponsoren, die Organisation, Aufbau und Ablauf finanziell erleichtern, und der Bundeswehr sind auch stets zahlreiche Ehrenamtliche verschiedener Organisationen im Einsatz. Auszubildende der Sparkasse und des Landratsamts sowie Sanitäter und eine Verpflegungseinheit des Roten Kreuzes waren am Samstag Mitglied des Teams. Ebenfalls jedes Jahr dabei ist der Kreisjugendring. Er sorgt für die Spielangebote wie Hüpfburg und Fitness-Parcours.
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