Stolzer Rückblick auf bisher Erreichtes – Neue Projekte in 2025 geplant
Worzeldorf - Die Lebensmittelretter aus Worzeldorf und den Siedlungen Süd haben anlässlich ihrer Jahresabschlussfeier stolz auf die Leistungen in den ersten fünf Jahren seit ihrer Gründung zurückgeblickt. Zugleich hat Vereinschefin Monika Simon-Deinlein geschildert, welche neuen Projekte im kommenden Jahr geplant sind. Ein Höhepunkt steht bereits Ende Januar an. Dann wird in Nürnberg-Herpersdorf zu Ehren der Ehrenamtlichen eine Delegation des Bayerischen Symphonieorchesters für ein Benefizkonzert erwartet.
350 Tonnen Lebensmittel gerettet
Seit dem Start des Projektes „Lebensmittelretten mit Begegnungscafé“ im Süden Nürnbergs als Projekt der CSU/Frauen-Union Worzeldorf sind laut Monika Simon-Deinlein 350 Tonnen Lebensmittel gerettet und dadurch 900 Tonnen Kohlendioxid eingespart worden. Mittlerweile ist daraus der gemeinnützige Verein „Lebensmittelretten & Nachhaltigkeit Nürnberg e.V.“ entstanden. 150 Besucherinnen und Besucher werden wöchentlich an zwei Standorten mit den geretteten Lebensmitteln versorgt. In der Ausgabestelle in Herpersdorf, der Pfarrei Corpus Christi, erwartet die Besucher parallel zur Lebensmittelausgabe ein Begegnungscafé, das die Menschen mit kostenfreiem Kaffee, Tee und Gebäck versorgt.
Lebensmittelretten mit Begegnungscafé - Klare Abgrenzung zu den Tafeln
120 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter holen wöchentlich etwa 2,5 Tonnen Lebensmittel ab, die noch genießbar sind, aber nicht mehr verkauft werden dürfen. Dafür kooperieren die Worzeldorfer Lebensmittelretter mit Herstellern und Einzelhändlern. „Unsere nachhaltigen und sozial-ökologischen Projekte unterscheiden sich deutlich zum Angebot der Tafeln“ betont Simon-Deinlein und konkretisiert ihre Aussage:
Menschen, die zu uns kommen, benötigen keinen Berechtigungsschein. Zu uns kommen Menschen, deren Einkommen wenige Euro über der Tafelberechtigung liegen, es kommen auch Menschen, die sich schämen zur Tafel zu gehen. Die Menschen in unseren Projekten treffen sich auf Augenhöhe unabhängig von Einkommen, Ethnie, Alter, Geschlecht und Nationalität.
Wir leben den Gedanken der Inklusion:
Bei uns arbeiten Menschen mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung. Wir schaffen in unseren Projekten Zugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl für Besucher und unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter. In unserem „Begegnungscafé“ bieten wir unseren Besuchern Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. In unserem Projekt „Begegnungsmenü aus geretteten Lebensmitteln mit kulturellem Kurzreferat“ informieren wir unsere Besucher über nachhaltige und soziale Themen. Wir unterstützen die Projekte „1 $ Brille“, Ukraine Hilfe, Udo Kraus Triathlon für die Kinderkrebshilfe und das Start-up Unternehmen „Gentlemachine“. Wir veranstalten die „Worzeldorfer Kleidertauschbörse“. Wir sind alle ehrenamtlich ohne Vergütung tätig. Die unseren Mitarbeitern übertragenen Aufgaben erhöhen deren Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit. Unsere Mitarbeiter kreieren eigene Projekte, z.B. den „Begegnungstisch“ im Begegnungscafé.
In unserem Projekt „Lebensmittelretten mit Begegnungscafé“ gibt es einen „bunten Tisch“, an dem Gebrauchtwaren und -kleidung kostenlos angeboten werden. Bei uns herrscht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Nachhaltigkeit und soziale Themen werden in den Gesprächen mit den Mitarbeitern und Besuchern sichtbar gemacht
Ressourcen-Verschwendung sichtbar machen und ihr entgegentreten
Das in fünf Jahren erworbene Wissen gibt der Verein gerne an interessierte Gruppen und Organisationen weiter. „Wir wollen vor allem Ressourcen-Verschwendung sichtbar machen und ihr entgegentreten“, so Simon-Deinlein. Der Verein hat bislang neun „Begegnungs-Menüs aus geretteten Lebensmitteln mit kulturellem Kurzreferat“ angeboten und seit der Gründung fünf große „Kleidertauschbörsen“ auf die Beine gestellt. Dabei wurden insgesamt mehr als 8.000 Kleidungsstücke getauscht und ca. 80 t CO² eingespart. So viel, wie rund 5.000 Bäume in einem Jahr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und speichern. Darüber hinaus sparte der Tausch rund 1,6 Mio. Liter Wasser, die für die Neuproduktion der Kleidungsstücke benötigt würden.
Neue Projekte in 2025
2025 stehen neue Pläne auf dem Programm. So soll es in Kooperation mit der Stadt Nürnberg eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Filmen, Workshops und Podiumsdiskussionen zum Thema Kreislaufwirtschaft geben. Weiter soll eine eigene „Werkzeugbörse“ entstehen und es wird Vorlesenachmittage für Kinder geben.
Start einer eigenen Homepage
Der Verein wird Ende Januar eine eigene Homepage an den Start schicken. Sobald diese online ist, wird eine Crowd Funding Aktion in Kooperation mit der VR Bank Erlangen für die Anschaffung eines dringend benötigten Transporters zur Abholung der Lebensmittel gestartet.
Kontakt: Lebensmittelretten & Nachhaltigkeit Nürnberg e.V., Monika Simon-Deinlein, Vorsitzende, E-Mail: monikadeinlein@yahoo.com
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