Straßenfest der Gerechtigkeit
Roth - Mit einem bunten und vielfältigen Fest im Stadtgarten hat die Stadt Roth die Roadshow der "Straßenschilder der Gerechtigkeit" in der Kreisstadt beendet. Zwei Jahre lang waren die Symbole für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt bei Organisationen, Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen in der Stadt unterwegs gewesen. Das gelungene Familienfest war ein würdiger Abschluss des Projekts.
ROTH – Es war ein Fest, wie man es sich für einen Sommertag wünscht. Der Rother Stadtgarten hat mit seiner Platzallee und der Seebühne eine stimmungsvolle Kulisse für das „Straßenfest der Gerechtigkeit“ geboten. Rechts und links des breiten Wegs zu Spielplatz luden Mitmachaktionen zum Ausprobieren ein, auf der Seebühne wechselten sich Musik, Tanz und Vorführungen ab. Vor allem Familien mit Kindern nahmen das Angebot gerne an. Die Atmosphäre war entspannt, fröhlich und den ganzen Tag über ausgesprochen harmonisch.
Den Ausgangspunkt bildeten die „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ des Nürnberger Künstlers Johannes Volkmann. Die Stadt Roth hatte einen Satz der Schilder erworben und ihn im vergangenen Jahr an Schulen, Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen und Unternehmen weitergegeben. Dort entstanden Projekte, Ausstellungen und Workshops, deren Ergebnisse nun beim Abschlussfest präsentiert wurden. Die Stadt Roth hatte gemeinsam mit vielen Partnern ein gut organisiertes Fest auf die Beine gestellt. Besonders charmant war die Aufbau-Form: Ein regelrechtes Spalier von Mitmachaktionen zog sich rechts und links der Bäume durch den Park. Werte wie Gerechtigkeit, Zusammenhalt und gesellschaftliche Vielfalt standen im Mittelpunkt.
Auf der Seebühne gab es im Stundentakt ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein – darunter Auftritte des Gebärdenchors und der Hip-Hop-Gruppe von Regens Wagner, eine kleine Aufführung der Krippe „Bärenhöhle“ sowie als Highlight die „rockenden Socken“. Um 15:30 Uhr schloss das Bühnenprogramm mit einer Überraschung. Ein 50-köpfiger Kinderchor sang „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani. Die inoffizielle Hymne der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 passte mit ihrem mitreißenden Charakter perfekt zum Teamgeist des Straßenfests. Als kollektiver Motivationssong kennzeichnete es die Verbundenheit im Stadtgarten und verstärkte als Schlusselement die durchaus euphorische Stimmung. Gewiss jeder konnte das Fest anschließend mit einem echten Hochgefühl verlassen.
Das Fest bot eine breite Plattform für kreative Arbeiten und Projekte, die im Rahmen der Roadshow mit den Verkehrsschildern entstanden waren. Schulen, Kindergärten, soziale Einrichtungen und Unternehmen präsentierten ihre Ergebnisse und luden zum Mitmachen ein. Zahlreiche Akteure wie der Helferkreis Asyl & Integration, „Regens Wagner“ aus Zell, „3fürDemokratie“, die Berufsschule, „Roth ist bunt“ und verschiedene städtische Stellen mit dabei. Deutlich dominiert hat im Stadtgarten die Arbeiterwohlfahrt. Immerhin hatte die Wohlfahrtsorganisation den Rahmen als „Sommerfest“ für ihre Einrichtungen genützt.
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) war mit den Kindertagesstätten „Villa Wirbelwind“, „Abenteuerland“, „Mittagsblume“, „Lummerland“ und „Waldwichtel“, dem Hort „Bärenhöhle“, der Krippe „Zwergenland“, dem Betreuten Wohnen, der Schulsozialarbeit, der Mittagsbetreuung und der Mineraliengruppe vertreten. Daneben präsentierten sich zahlreiche weitere Einrichtungen und Initiativen. „Regens Wagner“ aus Zell setzte auf der Seebühne eigene Akzente. Dabei zeigte die Behindertenhilfeorganisation eindrucksvoll, wie Inklusion gelebt werden kann.
Offiziell eröffnet hat das Straßenfest Erster Bürgermeister Andreas Buckreus. Er versprach, die Schilder der Gerechtigkeit würden in Roth einen festen Platz erhalten. „Damit wollen wir zum Dialog aufrufen sowie Hoffnung und Mut machen, denn die Gesellschaft ist geteilt und brennt teilweise“, so der SPD-Politiker. Die stellvertretende Landrätin Birgit Fuchs hob die große Bedeutung für ein friedliches und tolerantes Miteinander sowie des Umweltschutzes im Landkreis Roth hervor. „Das sind die Leitplanken für die der Kreis und die Stadt stehen“, so die Grünen-Politikerin. Sven Ehrhardt, Chef der AWO Mittelfranken-Süd und Rother Stadtratsmitglied, betonte den Wert der Gerechtigkeit, der für seine Organisation und ihre Arbeit hohe Bedeutung habe, „damit insbesondere Kinder die selben Chancen haben“.
Das Straßenfest der Gerechtigkeit war ein rundum gelungenes, kunterbuntes Familienfest, das die positiven Werte der Roadshow lebendig werden ließ. Die charmante Location im Stadtgarten, das abwechslungsreiche Programm und die hohe Familienbeteiligung sprechen für eine gute Organisation durch die Stadt Roth. Aus dem attraktiven Veranstaltungsort, den vielen Mitmachaktionen und dem abwechslungsreichen Bühnenprogramm ist für einige Stunden ein lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Das gelungene Familienfest war ein würdiger Abschluss des Projekts rund um die „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“.
Das Konzept der „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ ist ein internationales Kunstprojekt des Nürnberger Konzeptkünstlers Johannes Volkmann. Es wurde in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Wertebündnis Bayern, dem Staatstheater Nürnberg, dem Menschenrechtsbüro Nürnberg und weiteren Institutionen entwickelt.
Kernidee ist, dass es im Straßenverkehr eine universelle, international verständliche Bildsprache durch Verkehrsschilder gibt, die fast überall auf der Welt erkannt wird. Unabhängig von Sprache oder Kultur. Genau diese Idee überträgt das Projekt auf gesellschaftliche Werte: Die Schilder sollen sichtbare Zeichen für ein gerechtes, respektvolles und friedliches Miteinander setzen. Zwischen Menschen, mit der Umwelt und untereinander. Sie regeln nicht den Verkehr, sondern regen zum Nachdenken über Themen wie Toleranz, Solidarität und Fairness an. Zusammengefasst ist es eine smarte, zugängliche Form von öffentlicher Kunst, die die Macht simpler Symbole nutzt, um wichtige gesellschaftliche Botschaften sichtbar zu machen. In Roth hat es bereits zu vielen lokalen Aktionen und dauerhaften Zeichen geführt.
