Tag der Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie

Wendelstein - Ein anderer „Tag der offenen Tür“: Am Sonntag, 29. September 2019, präsentiert die Gemeinde Wendelstein aktuelle Zukunftsthemen. Über 50 Einrichtungen, Vereine und Firmen aus der Region stellen Projekte zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie vor.

  • Der Flyer mit Lageplan liegt in den Rathäusern,  Gemeindewerken, Bücherei und weiteren Stellen aus.

    Der Flyer mit Lageplan liegt in den Rathäusern, Gemeindewerken, Bücherei und weiteren Stellen aus.
    © Markt Wendelstein

Mitveranstalter und Ideengeber ist das „Energiebündel Roth-Schwabach“, das nach seinem Energiesparfestival letztes Jahr die Idee an den Wendelsteiner Bürgermeister Werner Langhans herantrug – und offene Türen einrannte, wie der 1. Vorsitzende des Vereins, Werner Emmer, erfreut feststellte. Was normalerweise alle vier bis sechs Jahre als regulärer „Tag der offenen Tür“ veranstaltet wurde, um die Gemeinde mit ihren kommunalen Einrichtungen vorzustellen, wird kurzerhand eine große Ausstellung die zeigt, wie viel sich in der Region betreffs aller relevanten Zukunftsthemen tut. „Kurzerhand“ ist dabei nicht so ganz korrekt, immerhin wurde der Termin vor fast eineinhalb Jahren fest geklopft – also noch vor Greta Thunbergs legendärem Auftritt beim Klimagipfel in Krakau im Dezember 2018.

Viele kleine Mosaiksteinchen
Der Markt Wendelstein stellt mit seinen Gemeindewerken die verschiedenen Aktivitäten vor, die seit Jahren auf diesen Gebieten unternommen werden. Die Vielfalt in diesen „Zukunfts-Sektoren“ zeichnet die Marktgemeinde aus, betonte Bürgermeister Werner Langhans beim Abstimmungsgespräch mit Andrea Dornisch von Energiebündel Roth-Schwabach. „Eines der vielen Mosaiksteinchen“, die der Markt Wendelstein beiträgt, wie Pressesprecher Norbert Wieser es nennt, ist etwa die Idee einer „Fairtrade-Gemeinde“, also das Konzept, immer mehr Verbrauchsartikel, die für die öffentlichen Einrichtungen angeschafft werden, aus fairem und nachhaltigem Handel zu beziehen. So wird etwa der Kaffee für die kommunalen Einrichtungen oder Bekleidung für Angestellte von fairen und regionalen Anbietern und möglichst aus Bio-Anbau gekauft. Das ist nicht nur so dahin gesagt: Der Transfair e.V., der Dachverband für die Zertifizierung, hat den Markt Wendelstein offiziell als „Fairtrade-Gemeinde“ anerkannt. Die offizielle Auszeichnungsfeier mit Übergabe der Urkunde wird noch im Herbst stattfinden.

Zu den vielen Projekten der Gemeinde gehört aber auch die Schaffung eines Energiespeichers aus ausgedienten Hochvoltbatterien, die Förderung von Streuobst-Wiesen, die Einrichtung von insgesamt sechs E-Ladestationen und die Schaffung einer Carsharing-Station mit zwei Fahrzeugen, die ab Mitte September an den Start gehen soll. Aber auch das Bürgerkraftwerk, die Subvention von Zisternen für ein kluges Wassermanagement oder auch der Umstand, dass die private Anschaffung von Haushaltsgeräten der Energieeffizienzklasse A+++ mit 50 Euro unterstützt wird. Viele kleine Schritte eben, mit denen die Menschen in Wendelstein in eine nachhaltige Zukunft eingeladen und mitgenommen werden sollen. Über diese Projekte und Angebote kann man sich am Tag der Umwelt bei der Gemeinde ausführlich informieren. Denn das ist ja das wichtigste Ansinnen dieser Veranstaltung: „Mit den Leuten ins Gespräch kommen – und Impulse an Nachbarkommunen zu senden“, wie Pressesprecher Norbert Wieser erklärt.

Die ganze Vielfalt der Region
Neben der Gemeinde stellen über 50 weitere Aussteller in der Hans-Seuffert-Halle und auf dem umliegenden Freigelände ihre Projekte vor. Darunter natürlich der Mitveranstalter „Energiebündel Roth-Schwabach“, ein 2010 gegründeter Verein, der es sich zum Ziel macht, die Region Roth-Schwabach und möglichst viele umliegende Gemeinden energieunabhängig zu machen. Hierfür wurden schon viele Photovoltaikanlagen überwiegend auf Gemeindegrund geschaffen und eine Genossenschaft gegründet, an der jeder Anteile kaufen kann – mit lukrativer Verzinsung, übrigens. Unterstützt wird das Bündnis von insgesamt sieben Parteien und vielen Vereinen und Organisationen, unter anderem dem Bund Naturschutz.

Am gemeinsamen Stand stellt dieser sein Energiespardorf vor, ein Modell eines kompletten Dorfes mit allem Drum und Dran auf sieben Quadratmetern. Das Modelldorf tourt durch Schulen und bildet die komplette energetische Situation mit verschiedenen Einrichtungen und Verbrauchern einer Kommune ab. Schüler können zum Beispiel ein Musterhaus einrichten und sehen, welche Verbrauchsgeräte welchen Energieverbrauch verursachen. Wie kann ich reagieren? Zum Beispiel Glühlampen durch LEDs ersetzen – bing: der aktuelle (verbesserte!) Verbrauch wird auf dem Display angezeigt. Was aber ist mit der Kommune? Die Schüler bilden selbständig einen Gemeinderat, um das komplette Dorf zu managen. Und jede Handlung, die in punkto Energieverbrauch oder -einsparung unternommen wird, kann sofort auf der Anzeige abgelesen werden.

Weiters stellt der Bund Naturschutz ein Energiefahrrad vor, mit dem man am eigenen Leib „erfahren“ kann, was es zum Beispiel heißt, Wasser zum Kochen zu bringen. So viel sei verraten: die 500 Watt für das Erhitzen eines Liters Wasser sind für eine einzelne Person nicht ... (ver)tretbar. „Durch Beinarbeit ist das kaum machbar – die Teilnehmer müssen sich abwechseln“, weiß Werner Emmer vom Energiebündel aus Erfahrung – er ist ebenfalls im Bund Naturschutz engagiert und kennt das Energiefahrrad gut.

Wer den Verzicht aufs Auto zum Vergnügen machen will, findet bei Rad & Tat die aktuellsten Pedelecs – und natürlich auch tolle Fahrräder.

Zum Thema Photovoltaik und Speicher informiert die Firma iKratos aus Weißenohe. Geschäftsführer Willi Harhammer wird zu den Themen auch einen Vortrag halten und den TESLA Model X vorführen.

Einen Vortrag bietet auch Ulrich Bauer an. Seine natürlich baubiologisch GmbH ist darauf spezialisiert, Gebäude schadstofffrei, umweltfreundlich und effizient zu konzipieren und bauen oder sanieren.

Passend dazu bietet die unabhängige EnergieBeratungsAgentur des Landkreises Roth (ENA) unter dem Motto „Die beste Kilowattstunde ist die, die nicht gebraucht wird“, „live“ einen Eindruck von den Möglichkeiten des modernen Bauens und Sanierens. Zu sämtlichen Themenbereichen wie Gebäudesanierung, Neubau, Heiztechnik, Energiesparen, Solarenergienutzung und Fördermittel sind am Stand ausführliche Informationsschriften erhältlich und kompetende Energieberater stehen Rede und Antwort.

Wer seinen Wohnraum mit individuellen, langlebigen Meisterwerken einrichten möchte, wird bei der Schreinerei Martin fündig – ob Einzelmöbel, Badezimmer, Einbauküche oder einem Esstisch für die ganze Familie.

Zum Schlemmen und Genießen
Natürlich muss auf der Veranstaltung von 10 bis 17 Uhr auch niemand Hungern. Unter den vielen Ständen für nachhaltige und umweltfreundliche Genüsse ist etwa Wendelsteins erstes vegetarisch-vegane Café Avocado vertreten und Heubeck’s Hofladen aus Raubersried, die selbst gebackene Kuchen und Honig aus eigener Herstellung anbieten. Der Zeidlerverein wird neben Honiglikör und heißem Met auch Wachsprodukte anbieten, aber natürlich auch interessierte Hobbyimker über die naturnahe Bienenhaltung in der Kleinimkerei informieren. „Wer nicht so tief einsteigen will, für den gibt es Möglichkeiten eines Sponsorings oder einer Fördermitgliedschaft“, verspricht Thomas Pfaffinger, 1. Vorstand des Zeidlervereins Wendelstein 1912. e.V.. Für weitere regionale Speisen und Getränke sorgen auch die Getränkeritter und das Team vom Gasthof Grüner Baum.

Und viel zum Lernen und Ausprobieren
Flankierend zu den vielen Ständen findet ein umfangreiches Vortrags- und Mitmachprogramm statt. So referiert Hanke Hans, zertifizierter EM-Berater aus Rednitzhembach, unter dem Titel „Mikroben als Lebenspartner“ über Effektive Mikroorganismen. Wer durch unseren Artikel über EMs in der Juli-Ausgabe 2019 ( www.meier-magazin.de/epaper/2019_juli/64/ ) bereits angefixt wurde, kann sich hier weitere Infos holen.

Am Stand der Abfallwirtschaft des LK Roth werden Abfallvermeidung und der Einsatz von Plastik in unserem Alltag anhand einer Plakatausstellung und anschaulichen Beispielen dargestellt. Das Abfallreferat informiert über die Abfallwirtschaft im Landkreis – Mitarbeiter stehen für Fragen bereit und ein Abfallsortierspiel sorgt dafür, dass der Spaß nicht zu kurz kommt!

Der Fachbereich Klimaschutz des Landkreises Roth ist mit einem Informations- und Mitmachstand zum Thema „Nachhaltig mobil“ vertreten. Welche Wege können wir mit Bus oder Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen? Wie ist der Stand der E-Mobilität im LK Roth? Zu diesen Fragen können Sie sich am Klimaschutzstand informieren. Kinder haben die Möglichkeit, an einer Bastelstation ihre eigenen Solarenergieautos zu bauen und vor Ort gleich auszuprobieren.

Um es kurz zu fassen.
Alle, denen die Zukunft nicht egal ist und die einfach sehen wollen, wie groß die Zahl der Möglichkeiten ist, etwas zu bewegen und zu verbessern – oder die auch nur ein bisschen stolz sein wollen, wie viel sich in Wendelstein und der Region tut: den 29. September gleich ganz dick im Kalender markieren! 

Programm
10 Uhr:
Musikalische Begrüßung der Grundschule Schwarzenlohe und Eröffnung durch Bürgermeister Werner Langhans auf dem Schulhof

11 Uhr: Musikalischer Beitrag der Grundschule Wendelstein auf dem Schulhof

11 Uhr: Futterglocken-Basteln im Kinder- & Jugendbüro

12 Uhr: „Gesund Wohnen ist kein Zufall – Ökologische Baustoffe für Neubau und Sanierung“
Vortrag von Ulrich Bauer (natürlich baubiologisch)*

13 Uhr: „Energie rund ums Wohnen“
Vortrag von Willi Harhammer (iKratos)*

14 Uhr: „Elektromobilität – Laden im Ladeverbund+“
Vortrag von Markus Rützel (solid)*

14 Uhr: Umweltpolit. Film im Kinder- & Jugendbüro

15 Uhr: „Behaglichkeit und gesundes Wohnen – kein Widerspruch beim energieeffizienten Bauen und Sanieren“ Vortrag von Dieter Tausch (ENA)*

16 Uhr: „Effektive Mikro-organismen“ Vortrag von Hans Hanke (zert. EM-Berater)*

* Die Vorträge finden im Mehrzweckraum statt

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Tag der Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie
29. September von 10 bis 17 Uhr
Hans-Seufert-Halle (Am Schießhaus 2) und umliegendes Freigelände
Eintritt: frei
Weitere Infos unter www.wendelstein.de

Von: Kristin Wunderlich ( Dipl. Biologin), Donnerstag, 19. September 2019 - Aktualisiert am Samstag, 05. Oktober 2019
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