Todesursache der Jungstörche in Spalt weiter ungeklärt

Hilpoltstein - Obduktion schließt illegalen Abschuss aus – Zeitnahe Aufklärung der Todesursache dringend erforderlich

Die Todesursache der beiden am 12. Juli in Spalt im Landkreis Roth geborgenen Jungstörche bleibt weiterhin unklar. Die zunächst vermuteten Verletzungen durch Beschuss haben sich nicht bestätigt. Das zeigen die heute veröffentlichten Ergebnisse der Obduktion durch das Landesamt für Gesundheit (LGL) in Erlangen. „Wir sind erleichtert, dass durch die Obduktion klar ist, dass ein illegaler Abschuss der beiden Jungstörche in Spalt ausgeschlossen werden kann“, so die LBV-Storchenexpertin Oda Wieding. Sie ergänzt: „Das von den Behörden nun veranlasste toxikologische Gutachten ist dringend erforderlich, da wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung weiterhin eine unnatürliche Todesursache vermuten. Wir brauchen jetzt schnelle Ergebnisse, um das weitere Vorgehen abstimmen und dem Informationsbedarf der Bevölkerung nachkommen zu können.“

Da die beide Tiere Verletzungen am Kopf vorwiesen, bestand zunächst der begründete Verdacht, dass die Vögel illegal abgeschossen wurden. Durch die auf den Fotos sichtbaren kreisrunden Blutspuren ist nicht auszuschließen, dass das Blut erst durch den Aufprall aus den Ohren der Tiere ausgetreten ist. „Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Bilder von abgestürzten Störchen gesehen, aber noch nie wies irgendeiner dieser Vögel ein derartiges Verletzungsbild auf. Auch ist es sehr ungewöhnlich, dass die beiden Jungvögel gleichzeitig vom Himmel stürzten“, erklärt Wieding. Bei seiner ersten Einschätzung zum möglichen Geschehen am 13. Juni musste sich der LBV auf Fotos aus der Bevölkerung und Informationen der Polizei von der Bergung der Störche stützen. „Ferndiagnosen sind natürlich immer etwas schwierig. Im ersten Moment erschien das Ohrenbluten auf den Bildern jedoch wie die kreisrunden Löcher eines Durchschusses. Darüber hinaus ging die Polizei von einer vorsätzlichen Verletzung aus“, so Wieding.

 

Der LBV hält eine weitere Untersuchung aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Verdauungstrakt der Störche für den richtigen nächsten Schritt und unterstützt diesen ausdrücklich.

Von: Markus Erlwein (LBV-Pressestelle), Freitag, 24. Juli 2020 - Aktualisiert am Mittwoch, 12. August 2020
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