Trinkwasser in Gefahr

Allersberg - Gerdt Rohrbach aus Roth ist Videojournalist und Filmemacher. In Interviews mit Fachleuten und Politikern stellt er mit Blick auf den Brunnbach Pro und Contra der Amazon-Ansiedlung in Allersberg gegenüber.

  • Gerdt Rohrbach aus Roth ist ein engagierter Dokumentarfilmer, dem seine Heimat am Herzen liegt.

    Gerdt Rohrbach aus Roth ist ein engagierter Dokumentarfilmer, dem seine Heimat am Herzen liegt.
    © Robert Schmitt

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Er hat bereits den Kampf der Harrlacher gegen das ICE-Werk und die Bedeutung des Wasserkreislaufs dabei filmisch dokumentiert. Nun hat Gerdt Rohrbach erneut zur Kamera gegriffen, um eine lokale Gefährdung der regionalen Wasserversorgung zu beleuchten. „Trinkwasser in Gefahr“, heißt sein neuer Streifen, mit dem er die Ansiedlung von Amazon in Allersberg unter die Lupe nimmt. 

In Interviews mit Fachleuten und dem Allersberger Ersten Bürgermeister Daniel Horndasch werden die Fakten dazu aus verschiedener Sicht erläutert. „Die Protagonisten stehen sich wie in einem Boxkampf gegenüber“, sagt der 73-jährige Germanist aus Roth. 

Generell geht es darum, zu erörtern, ob die hohe Schmutzfracht aus der 19-Hektar-versiegelnden Neubebauung gegenüber des Altenfelder Bahnhofs das Trinkwasser für Fürth und Allersberg gefährdet. Ferner sieht ein Anlieger das Ökosystem im dortigen Umfeld als bedroht an. Er hat den Brunnbach auf eigene Kosten teilweise renaturiert. Wenn verschmutztes oder gar kein Wasser mehr komme, dann sei diese Anstrengung vergeblich gewesen. 

Laut einer Darstellung werde der Neubau eine Verlegung des Brunnbachs erfordern. Nach Meinung des Ersten Bürgermeisters sei das nicht erforderlich, denn er verlaufe an ganz anderer Stelle. Diese gegensätzlichen Sichtweisen erklären, warum der Begriff des „Boxkampfs“ so zutreffend ist.

Gerdt Rohrbach ist ein passionierter Amateur-Dokumentarfilmer. Er hat bereits mehrere Filme zum Thema „Naturschutz in der Region“ produziert, darunter einen, der explizit Harrlach und das Wasser im Landkreis Roth beleuchtet. Er heißt “Tote Heimat – Ist der Naturschutz am Ende?”. Der Streifen feierte am 17. Oktober 2022 Premiere im Bavaria-Kino in Roth und widmet sich den Bedrohungen für die Natur und das Grundwasser durch geplante Großprojekte. 

Besonders fokussiert er auf Harrlach als Konflikt-Hotspot bei der Suche nach einem Standort für ein ICE-Werk der Bahn in der Region. Dabei drohte ein Kahlschlag von 45 Hektar Wald und damit verbunden eine Gefährdung des Trinkwassers für rund 200 000 Menschen in Fürth und Teilen des Landkreises Roth. Der Film warnt vor Raubbau, hebt aber auch lokale Naturschutzinitiativen hervor und verbindet dies mit breiteren Themen wie Artenvielfalt und Wasserschutz. Er basiert auf Interviews mit Experten und Akteuren und dient als Appell für nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Nun warnt Gerdt Rohrbach erneut vor einem bedrohlichen Umweltfrevel durch Industrieansiedlung.

„Trinkwasser in Gefahr“ ist auf You Tube zu finden: www.youtube.com/watch?v=UZ28xXUttgM

Von: Robert Schmitt (meier Redaktion), Donnerstag, 18. September 2025 - Aktualisiert am Montag, 22. September 2025
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