Turnerinnen erlebten ihr blaues Wunder

Schwanstetten - Während am Nürnberger Norisring Tausende dem Rennen der schnellsten Boliden folgen und im Landkreis Roth aus Fünftausend Sportlern die weltbesten Eisenmänner und -Frauen sich im Wasser, auf dem Fahrrad und beim Marathonlauf quälen, machen die Turnerinnen des 1.FC Schwand einen erinnerungswerten Ausflug zum höchsten Kirchturm der Welt in Ulm und zum Blautopf, einer der seltsamsten Quellen in der Schwäbischen Alb.

  • Blautopf

    Blautopf
    © selbst

  • Mittelschiff

    Mittelschiff
    © selbst

  • Ulmer Münster

    Ulmer Münster
    © selbst

Dank LKW-Fahrverbot bringt uns unser Bus nach zügiger Fahrt durch unsere schöne fränkische Landschaft „fast staufrei“ direkt zum Münsterplatz vor dem hoch aufragenden Münster in Ulm. Fußgänger- und Marktgewusel, viele Obst- und Gemüsestände, wie wir es von Nürnberg her kennen. Nur das hoch aufragende Münster zieht immer wieder unseren Blick auf sich. Wenig später schon sind wir eine der zahlreichen Besuchergruppen, die in die größte evangelische Kirche Deutschlands strömen.

Die dreischiffige gotische Hallenkirche mit den emporstrebenden Säulen, das oben abschließende Deckenmaßwerk und die zahlreichen in leuchtenden Farben strahlenden Glasfenster stellen alles, was wir bisher an Kirchen kennen, in den Schatten. Dieser dem Kölner Dom ebenbürtige gotische Kirchenbau hat auch eine bewegte Geschichte:

Das Ulmer Münster (Münster Unserer Lieben Frau) ist eine im gotischen Baustil errichtete Kirche in Ulm. Es ist die größte je gebaute evangelische Kirche. Der Rat der ehemals freien Reichsstadt Ulm gab dem Baumeister Ulrich Ensinger 1377  den Auftrag, mitten in der  reichen Handelsstadt an der Donau die damals größte Kirche zu bauen. Die Bauzeit betrug mit Pausen ca. 300 Jahre. Der Kirchenbau wurde von der Stadt Ulm und ihren Patriziern finanziert. Die neben der Kirche stehende Bauhütte der Stadt ist noch heute für den Erhalt  des gotischen Münsters mit seinem 161,53 m hohen Turm verantwortlich (Bürgerkirche). Die Kirche überstand die heftigen Luftangriffe auf Ulm zu Ende des zweiten Weltkriegs relativ unbeschadet. Die Sanierung der durch Umwelteinflüsse heute entstehenden Schäden am Bauwerk  sind da erheblich größer.

Nach einer interessanten Führung im Innern der Kirche hatten sogar noch einige Turnerinnen die Kondition, in ihrer Mittagspause den höchsten Kirchturm der Welt mit seinen 768 Treppenstufen zu ersteigen, um einen Blick über die Dächer der Stadt, über die Donau-Ebene bis zu den Alpen zu riskieren. Redlich geschafft und voller neuer Eindrücke kletterten wir am frühen Nachmittag wieder in unseren Bus, der versuchte, aus dem Verkehrsgewimmel unser zweites Ausflugsziel durch das liebliche Blautal anzusteuern, den sog. Blautopf bei Blaubeuren, die Quelle der Blau.

Das auf der Schwäbischen Alb niedergehende Regenwasser bahnt sich durch Höhlen im Kalkgestein seinen Weg und strömt als mächtige Quelle im Blautopf wieder zu Tage. Das je nach Wetterlage mit bis zu 2000 L/sec  aus 40 Meter Tiefe aufsteigende  kalkhaltige und 9° kalte Wasser ist kristallklar, leuchtet aber an der Oberfläche des Blautopfs bedingt durch die Brechung des Tageslichts in der Tiefe der Quelle kräftig blau. Das klare Quellwasser enthält leider auch Einträge aus der Landwirtschaft auf der Alb und ist als Trinkwasser nicht geeignet. Das Flüsschen  Blau schlängelt sich durch ein liebliches Tal gen Ulm im Osten und mündet dort in  die Donau.

Genug erlebt für heute? Unser Bus bringt die müde Wandergruppe durch die uns unbekannte Donau-Ebene mit ihren großen fruchtbaren Feldern wieder Richtung Heimat. Im fränkischen  Wettelsheim bei Treuchtlingen  stärken wir uns bei einer zünftigen Grillparty im lauschigen Biergarten, bevor uns unser Busfahrer am Abend beim Sportheim Schwand  wieder aussteigen lässt.

Herzlicher Dank gebührt unserer Rosemarie Strehler, der Seele der Turnabteilung des 1.FC Schwand, die als leuchtendes Beispiel einer Ehrenamtlichen die aufwendige Vorbereitung dieses gelungenen erlebnisreichen Ausflugs übernommen hat.

Christel Jotz

Von: Christel Jotz, Donnerstag, 11. Juli 2019 - Aktualisiert am Freitag, 12. Juli 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »1. FC Schwand e.V.« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/fc-schwand
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