Verteuert die Erschließung Wohnraum in Roth?

Roth - Stadtratsmitglied Martin Winkler stellte im Planungsausschuss detaillierte Fragen zu den Kosten für die Infrastruktur im neuen Wohngebiet zwischen Kreiskrankenhaus und Abenberger Straße. Bauamt rechnet mit bis zu 16 Millionen Euro für Straßen, Plätze, Kanäle, Wege und Erholungseinrichtungen.

„Bezahlbarer Wohnraum.“ So lautet eines der wichtigsten Ziele aktueller Politik auf allen Ebenen. Auch in Roth hat man es sich aufs Panier geschrieben. Sichtbarster Ausdruck dafür ist eine Quote von jeweils 30 Prozent Geschosswohnungsbau bei neuen Bebauungsplänen. Eine Diskussion im jüngsten Stadtrat hat nun aber gezeigt, dass eine solche Festlegung alleine noch nicht zu mehr Wohnungen mit Mieten für Normalverdiener führt. Denn der Bebauungsplan für das neuen Wohngebiet Westring-West nähert sich der Rechtskraft. Der Stadtrat hat dem Beginn des öffentlichen Verfahrens mit einem endgültigen Entwurf zugestimmt. Für Martin Winkler (Die Partei) freilich ein Schritt in die richtige Richtung. Doch insbesondere die Kosten für die städtischen Erschließungsmaßnahmen in dem Gebiet zwischen Abenberger Straße und Kreisklinik bereiten ihm Sorgen. Um die öffentlichen Einrichtungen dort zu schaffen, die in einem Wohngebiet erforderlich sind, rechnet die Stadt nämlich durchaus mit bis zu 16 Millionen Euro. Eine Summe, die jede einzelne neue Wohnung teurer machen würde.

Winkler kritisierte nun, dass eine vernünftige Kalkulation fehle, „um überhaupt eine Entscheidung über die Gestaltung des Gebiets treffen zu können“, und meinte damit, dass eine Bauplanung mit entsprechenden Wohnformen und zurückhaltender Erschließung ein Weg zu bezahlbarem Wohnraum sei. Der andere Weg einer öffentlichen Förderung sei ja gegenwärtig aufgrund erschöpfter Mittel weitgehend verschlossen. Zugleich wollt Winkler wissen, ob nach Änderungen am Bebauungsplan möglich wären, um die Erschließung zu verbilligen. Man könne hier nichts mehr groß reduzieren, hieß es dazu aus dem Bauamt.

Winkler bemängelte, dass der Stadtrat bislang zu wenig über „die preislichen Gegebenheiten des Wohngebiets“ wisse. Zugleich solle er aber den Bebauungsplan immer weiter vorantreiben. Seiner Ansicht zufolge würden „mehr Transparenz und Vorabberechnungen die Entscheidungen leichter machen“, so Winkler. „Dann könnte man zwischen der ästhetischen Gestaltung des Gebiets, dem Wohnkomfort und dem dafür erforderlichen Preis abwägen“, gab er zu bedenken. „Ohne die finanzielle Betrachtung bleiben nur Ästhetik und Komfort, ohne zu bedenken, wer sich das leisten kann“, so Winklers Kritik.

Martin Winkler forderte deshalb die Vorlage exakter Zahlen. „Ich finde es schwierig, eine Entscheidung über den Aufbau eines Gebiets zu treffen, wenn ich die Kostenperspektive gar nicht kenne“, sagte Winkler auf Nachfrage. Ihm fehlten vor allem verschiedene Versionen zur Bebauung, um sie vergleichen zu können. Dabei hält es Winker nicht für ausgeschlossen, dass man bei hohen Kosten für die öffentliche Erschließung Änderungen vornehmen müsste. „Wir könnten diese Kosten nämlich besser verteilen, wenn man mehr Wohnblöcke bauen würde“, lautete seine Schlussfolgerung.

Von: Robert Schmitt meier Redaktion, Mittwoch, 03. Dezember 2025 - Aktualisiert am Donnerstag, 04. Dezember 2025
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