Vertrauen schaffen!

Nürnberg und Umgebung - Auf dem Vereinsgelände der Therapiehunde Deutschland e.V. in Nürnberg-Kornburg finden regelmäßige Hunde-Trainings-Einheiten statt. Bezüglich der sich dort zutragenden Erlebnisse zum Thema „Hundeerziehung“ möchte Ihnen das Trainerteam des Vereins mit Vorschlägen und Erziehungstipps eine kleine Hilfestellung anbieten, wenn Sie sich und Ihren Vierbeiner in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden.

  • Vertrauen schaffen

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Stellen Sie sich vor, Sie rufen Ihren Hund mit freudiger Stimmlage, klopfen sich dabei auf die Schenkel, ballen vielleicht noch die Fäuste, fuchteln mit den Armen herum und beugen Ihren Oberkörper nach vorne in Richtung ankommenden Hund. Sieht das für Sie nach einer vertraulichen bzw. vertrauensschaffenden Körpersprache aus?

Entweder der Hund kommt gar nicht oder er springt Sie mit angelegten Ohren an, um Ihrem Signal-Wirrwarr zu entkommen.

Wie wäre es richtig?

Die Körpersprache muss eindeutig und freundlich auf den Hund wirken, also

- nicht nach vorne beugen,
- eine entspannte, lockere Haltung einnehmen,
- mit freundlicher Stimme (keine Dauerbeschallung) sprechen,
- bitte nur ein Wort (z.B. Hier oder Komm),
- evtl. rückwärts vom Hund wegbewegen (in Blickrichtung Hund) und
- nicht auf den Hund zurennen – nach dem Motto „Fang mich doch“

Handelt es sich um ängstliche, unsichere Tiere oder Welpen, geht man am besten in die Hocke und empfängt den Hund mit freundlicher Stimme. Auch in dieser Situation den Oberkörper nach hinten beugen und die Hände am Körper lassen. Nicht mit beiden Armen nach vorne greifen, um den Hund einzufangen. Mit dieser Methode erzieht man handscheue Geschöpfe.

Hat ein Hund nicht gelernt, sich auf seine(n) Partner(in) verlassen zu können, wird es immer Schwierigkeiten beim Rückruf geben. Der Hund hat kein Vertrauen zum Parnter Mensch! 

Nächstes Verwirrspiel: Wurfspiele

Bei Wurfspielen neigt der Mensch dazu, den Hund mit einem angedeuteten Wurf zu verwirren. In Franken nennt man das „drezn“. Der Mensch deutet in eine Richtung an, wirft aber in eine andere oder behält das Bringsel in der Hand. Der Hund läuft wie aufgescheucht durch die Gegend und ist total verwirrt.

Schafft so eine Aktion Vertrauen? Eindeutig Nein! Wurfspiele brauchen Rituale um
a) den Hund nicht zu verwirren und
b) zur Sicherheit des Hundeführers.
Auch nervenaufreibende Hetz- und Zerrspiele sind kontraproduktiv für alle Beteiligten!

Zu Beginn muss der Hund lernen, dass das Spiel erst beginnt, wenn Ruhe eingekehrt ist – und diese kehrt ein, indem Sie Ihren Hund mit dem Kommando „Bleib“ in Grundstellung bringen. Wenn das Wurfobjekt fliegt, bleibt der Hund sitzen.

Danach kommt das Kommando, z.B. bring, hol es – oder auf welches Kommando Sie und Ihr Hund eingespielt sind – und erst dann setzt sich das Tier in Bewegung. Er bringt das Objekt, sitzt vor und legt es auf das Kommando „Aus“ in die Hände des Hundeführers / der Hundeführerin.

Wenn das Spiel in vollem Gang ist – brechen Sie ab. Das Spiel ist beendet. Der Hundeführer / die Hundeführerin bestimmt Anfang und Ende eines Spiels, das nur in kurzen Einheiten erfolgen sollte, damit keine Möglichkeit zum Stressaufbau entstehen kann.

Der Hundeführer / die Hundeführerin hat bei dieser Spielweise die Möglichkeit, ohne Kratzer oder gar Bissverletzungen heil aus der Situation herauszukommen und der Hund lernt, sich zu beherrschen und zu benehmen.

Wenn Kinder im Spiel sind, versteht sich diese Vorgehensweise von selbst – wenn überhaupt. Es gibt sicherere Spiele für Hund und Kind!

ALSO: Nur kontrollierte Wurfspiele, keine Täuschungsmanöver. So entsteht ein vertrauensvolles Miteinander.

Ritualisierte Wurfspiele verhindern ein hektisches, überschießendes Spiel, das im Chaos endet.

Um das Vertrauen zu festigen, gibt es viele Spiele, die Hund und Mensch gemeinsam Freude bereiten – ob unterwegs oder zu Hause. Jedes gemeinsam bewältigte Spiel, aktive Spaziergänge, aber auch für den Hund bedrohliche Situationen schaffen eine Vertrauensbasis.

Wenn Sie mögen, lesen wir uns im nächsten Meier-Magazin wieder. J

Sie würden gerne an unserem 14-tägigen Hundetraining (keine Welpen) auf dem Hundeplatz in Nürnberg-Kornburg teilnehmen? Voraussetzung ist eine Vereins-Mitgliedschaft und ein Jahresbeitrag zum Training. Wünschen Sie nähere Informationen – beim Verein hilft man Ihnen gerne weiter.

geschaeftsstelle@therapiehunde-deutschland.team oder Telefon 0911.884008

Von: Sabine Beck (Medienbüro Die.Schreiberei ), Montag, 04. Juli 2022 - Aktualisiert am Mittwoch, 06. Juli 2022
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Therapiehunde Deutschland e.V. « finden Sie unter: www.meier-magazin.de/therapiehunde

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