Wendelstein blüht auf…

Wendelstein - … verspricht die CSU zusammen mit einem findigen Landwirt aus Kleinschwarzenlohe. Die Bürger sollen sich für einen Beitrag von 50€ an einer Blühwiese beteiligen können, um zu zeigen wie sehr sie das Artensterben verhindern wollen. Und falls die Beteiligung gering ist, kann man einwenden, die Bürger interessierten sich gar nicht für die Artenvielfalt. Aber eigentlich hat das Volksbegehren ganz was anderes ergeben – nämlich 3004 Unterschriften für den Artenschutz alleine in Wendelstein, und das nicht einfach nur für ein paar Blühsamenbomben, sondern für eine weit umfangreichere Gesetzesänderung!

  • "Begrünung"

    "Begrünung"
    © Barbara Dorfner

  • Verkehrsinsel Nürnberger Straße

    Verkehrsinsel Nürnberger Straße
    © Barbara Dorfner

Die PR Aktion der CSU ist allerdings leicht zu durchschauen. Zunächst erscheint das Angebot hoffnungslos überteuert. Hier will wohl ein Landwirt sein Flurstück einer neuen Nutzung zuführen, das beim Flächennutzungsplan aus der Planung gefallen ist. Zudem ist die schwarz-orange Mehrheit im Gemeinderat nicht gerade bekannt dafür, blühende Landschaften zu schaffen. Wenn man sich in Wendelstein umschaut, stehen diese Fraktionen eher für Beton- und Schotterwüsten, weil die Spielräume der Bebauungspläne, die durchaus da wären, selten genutzt werden, um den Investor nicht „zu verschrecken“. Das Volksbegehren aber hat die CSU-Oberen aufgeschreckt und von Markus Söder bis hin zur Kommunalpolitik bekommt die Partei jetzt einen grünen Anstrich…

Viel besser wäre es, wenn jeder Einzelne in seinem Garten das macht, was er oder sie kann. Ein wenig Blühwiese in jedem Garten, einen naturnäheren Garten an sich schaffen, das wäre ein Anfang. Und wann fängt eigentlich die Gemeinde an, auf Ihren Flächen konsequent den Artenschutz zu leben? Ein paar Tulpen und ein Apfelbaumprojekt reichen da nicht. Wer sehen will, was die Gemeinde unter begrünen versteht, kann sich beispielhaft die Verkehrsinsel in der Nürnberger Str. am Kanal anschauen…

Ein weiterer Punkt für den Artenschutz ist das Flächensparen. Laut Herrn Aiwanger soll das Ganze auf Freiwilligkeit basieren. Schaut man sich im Landkreis um, klappt das eher so gar nicht. Wendelstein weist im neuen Flächennutzungsplan 10 ha Gewerbeflächen aus und da sind die schon überplanten aber noch nicht bebauten Flächen noch gar nicht mit drin, die ja dann auch versiegelt werden. Allersberg weist gerade ein riesiges Industriegebiet (30 ha) aus. Rednitzhembach hat ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen – genau wie Roth an der Lände. Georgensgmünd, Spalt und Röttenbach weisen ein gemeinsames Gebiet aus. An sich eine gute Idee, die Flächen zusammenzulegen und somit zu sparen. Aber wenn man das Ganze dann in einen Wald legt, ist das nicht gerade zielführend. Egal wo man hinschaut – Flächenverbrauch statt Artenschutz. Das ist die Politik der CSU und der Freien Wähler…

Statt Pseudo-Artenschutz bleibt nur, erstens: Das Volksbegehren Artenschutz zum Erfolg zu führen (danach sieht es ja aktuell aus) und zweitens: Endlich die Begrenzung des Flächenverbrauchs anzugehen. Die Freiwilligkeit hilft hier leider erwiesenermaßen nicht. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Kinder in dieser Welt auch noch naturnah und gesund leben können.

In einem stimmen wir der CSU aber zu: Europawahl! Gehen Sie bitte alle wählen und wählen Sie Parteien, die Europa nicht abschaffen wollen. Europa ist Frieden! Europa ist Freiheit! Europa ist Wohlstand! Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN ist die Partei, die schon immer für ein freies, friedliches Europa stand!

Von: Boris Czerwenka (Vorsitzender OV Wendelstein - BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), Samstag, 06. April 2019 - Aktualisiert am Montag, 29. April 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bündnis 90 / Die Grünen - Ortsverband Wendelstein« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/gruene-wendelstein

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