Wendelsteiner Hausbesitzer: Geld sparen mit Wärmepumpe
Wendelstein - Die einen haben eine Uralt-Heizung im Keller, andere die Unwägbarkeiten der Öl- und Gasmärkte satt. Was beide Gruppen von Wendelsteiner Hausbesitzern eint: Sie suchen nach einer Alternative zu ihrem Öl- oder Gasbrenner – und liebäugeln dabei mit einer Wärmepumpe. Bei einer Veranstaltung der Initiative „Bürger gestalten Wendelstein“ (IBgW) lieferten Ihnen örtliche Hausbesitzer jüngst ihre persönlichen Erfahrungen mit der fossilfreien Heiztechnik.
Dass sich eine Ortsinitiative mit dem Thema beschäftigt, hat durchaus auch lokale Gründe, wie die IBgW betont. Denn mit dem Aus des zunächst in Teilen Wendelsteins geplanten Nahwärme-Netzwerks sind die Wendelsteiner Hausbesitzer in der schwierigen Heizungsfrage wieder auf sich alleine gestellt.
Für den Wendelsteiner Hausbesitzer Thomas Wiesner ist die Sache jedenfalls klar: „Einfach machen“, schloss er seinen Vortrag. Und auch Wolfgang Ermel gab den rund 70 Zuhörern im katholischen Pfarrsaal einen klaren Rat mit auf den Nachhauseweg: „Wer eine Heizung (bald) braucht, sofort starten“. Wiesner hatte 2025 seine defekte Gasheizung, Ermel im selben Jahr seine 30 Jahre alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht. Beide nutzen für den Betrieb ihrer Wärmepumpe hauptsächlich die Energie ihrer Photovoltaik-Anlage, im Winter zusätzlich Netzstrom.
Deutlich effizienter als Öl- und Gasheizung
Und auch wenn sich die beiden Anlagen in einigen Punkten unterscheiden – die erste harte Bewährungsprobe, die teils zweistelligen Minusgerade im vergangenen Winter, hätten ihre Wärmepumpen mit Bravour bestanden, berichten die Beiden.
Vor allem aber haben die ersten Betriebsmonate eines deutlich gemacht: Dank der hohen Effizienz der sind Lösungen mit einer Wärmepumpe denen von Öl- und Gasheizungen deutlich überlegen, wie Berechnungen der beiden Hausbesitzer zeigen. Denn: Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Wärmepumpe bis zu vier Kilowattstunden nutzbare Wärme.
Das zahlt sich für beide Hausbesitzer auch finanziell aus: Hatte Ermel für sein Reihenmittelhaus im Wendelsteiner Heuweg für Öl und Hausstrom zuletzt pro Jahr 3600 Euro aufgewandt, sind es jetzt – dank des eigenen Photovoltaik-Stroms und nach Abzug von 400 Euro Einspeisevergütung - nur noch 1400 Euro. Und selbst ohne Photovoltaik-Anlage fiele die jährliche Energierechnung der Familie Ermel immer noch um 700 Euro günstiger aus als bisher. Ähnlich sieht die Kostenbilanz von Thomas Wiesner aus.
Wohlige Wärme bis zu 20 Grad minus
Für den baldigen Einzug einer Wärmepumpe im Heizungskeller spricht nach der Erfahrung der beiden Hausbesitzer zudem die nach wie vor hohe staatliche Förderung. Im Fall Wiesner schrumpften die Anschaffungskosten so auf rund 20 000 Euro, im Fall der etwas größer dimensionierten Ermel‘schen Anlage auf rund 28 000 Euro.
Zudem bemühten sich beide Wendelsteiner, mit einigen „Mythen“ aufzuräumen: Wärmepumpen sorgten auch mit den alten Heizkörpern, ohne umfassende thermische Gebäudesanierung und auch in älteren Bestandsbauten für wohlige Wärme – im Winter bei bis zu minus 20 Grad. Denn Wärmepumpen seien inzwischen „ausgereifte Hightech“. Und was Thomas Wiesner deutlich machte: Wärmepumpen bräuchten wenig Platz im Heizungskeller und seien geräuscharm. Und keinesfalls sollten sich Hausbesitzer von der vermeintlichen Komplexität der Wärmepumpentechnik abschrecken lassen.
Fundierte und persönliche und Hersteller-unabhängige Erstinformationen bei der Heizungswahl liefere beispielsweise die Energieberatungsagentur (ENA) des Landkreises Roth. Einmal im Monat bietet sie persönliche Beratung im Wendelsteiner Rathaus an, berichtet Ermel. In der weiteren Planungsphase aber gehe ohne einen individuellen Energieberater nichts – schon für die Förderanträge bei der staatlichen KfW-Bank. „Die KfW-Anträge sind ziemlich komplex. Wenn man hier was falsch macht, hat man schnell ein paar Tausend Euro Förderung verloren“, macht Thomas Wiesner deutlich.
