Wer singt denn da? Eine Vogelstimmenwanderung mit dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz in der Leerstettener Flur

Schwanstetten - Pünktlich zum Frühjahrsbeginn kommen Menschen in den Genuss eines ganz besonderen Konzerterlebnisses: die heimischen Vögel im Garten, Feld und Wald leiten mit ihren Gesängen den langersehnten Frühling ein. Wer genauer hinhört wird bemerken, dass sich die Vögel nach einer Art Zeitplan richten.

  • Was fliegt und singt denn da?

    Was fliegt und singt denn da?
    © E. Küster-Emmer

  • Vogelfreunde gut gelaunt

    Vogelfreunde gut gelaunt
    © E. Küster-Emmer

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt, ein Stück Natur wurde den Vogelfreunden wieder auf wunderbare Art ins Bewusstsein zurückgerufen. Elke Küster-Emmer begrüßte die Vogelliebhaber im Namen der BN-Ortsgruppe und LBV-Experte Klaus Reitmayer erläuterte den interessierten Teilnehmern nicht nur die Stimmen der Singvögel, sondern erklärte auch den Artenreichtum der Vogelwelt. Warum singen Vögel, warum singst Du? Natürlich wenn Du gut gelaunt bist! Die Vögel sind nicht nur gut gelaunt. Sie singen, um Abstand zu anderen Vögeln zu halten: hier ist mein Nest. Sie singen auch, um Weibchen anzulocken.

Wer es morgens nicht rechtzeitig aus dem Bett schafft, um den frühen Darbietungen zu lauschen, muss sich aber nicht ärgern. Die mehrstimmigen Melodien von beispielsweise Amsel, Rotkehlchen und Singdrossel erschallen nochmals in den Abendstunden und auch nachts trällern Vögel wie die Nachtigall noch ihr Lied, sodass jeder die Möglichkeit hat, das eindrucksvolle Konzert zu erleben. Menschen freuen sich auch über den fröhlichen, beschwingten Gesang der Feldlerche, die zum 2. Mal Vogel des Jahres ist.

Gesungen wird fast ausschließlich vom Männchen, wobei das Trällern der Melodien grundsätzlich zwei wichtige Ziele verfolgt: Das Vogelmännchen trifft meist etwas früher an den Brutplätzen ein als das Weibchen. Der Gesang dient hier zur Verteidigung des Reviers gegen gleichgeschlechtliche Rivalen, symbolisiert den Anspruch auf ein bestimmtes Hoheitsgebiet. Des Weiteren sollen die Lieder ein passendes Weibchen becircen.

Neben Elstern, Eichelhähern, Sperlingen, Schwarzdrosseln, Kohlmeisen, die das ganze Jahr über bei uns in Deutschland bleiben, Rabenkrähen, die hoch in Bäumen brüten, Goldammern mit ihrem leuchtend gelben Kopf und der goldenen Kehle, Buchfinken, deren Männchen ihren Gesang manchmal bis zu 700mal pro Stunde wiederholen, Rotkehlchen und dem kleinen Zilpzalp entdeckten die Wanderer auch Rauchschwalben, Mehlschwalben, Ringeltauben, Bluthänfling, der in geschlossenen Hecken brüter und Mauersegler, die sich von Insekten ernähren, die sie im Flug fangen. Sie bleiben immer in der Luft, auch beim Schlafen!

Nur zum Vergleich, Ringeltauben legen zwei und Meisen 12-14 Eier, die sie allerdings nicht alle ausbrüten. Natürlich sah und hörte man auch etliche Amseln, die zu den ersten Vögeln gehören, die im Frühling und oft auch schon an schönen Wintertagen singen. Besonders oft hört man sie morgens und abends. Richtig singen tun aber nur die Amselmännchen. Sie wollen den anderen Amseln zeigen, dass dort, wo sie singen, ihr Revier ist. Meistens haben sie, wenn sie singen, schon ein Weibchen. Das ist damit beschäftigt, ein Nest zu bauen und sich dann gut geschützt zu verstecken, um die Vogeljungen auszubrüten. 

Wer weiß schon, dass das Goldhähnchen die kleinste Vogelart in Europa ist? Sie bauen ihre Nester auf Fichtenzweigen.  Mönchsgrasmücken mit ihrem erfrischenden Gesang  sind keine Insekten, sondern sehr kleine Vögel, die in den afrikanischen Savannen zwischen Löwen und Wasserbüffel überwintern. Die Männchen sind oben auf dem Kopf schwarz. Sie werden auch Schwarzplättchen genannt.

Turmfalken fallen durch ihr Rütteln in der Luft auf, weshalb sie auch Rüttelfalke genannt werden. Hier besteht ein schönes Zusammenspiel: wo Rabenkrähen brüten, können auch Turmfalken brüten. Kuckuck, der mit 34 Zentimeter Körpergröße etwa so groß wie ein Turmfalke ist. Er ist ein eher scheuer Vogel, der die Nähe des Menschen meidet. Meist ist er im Flug zu sehen. Dabei erinnert er ebenfalls ein wenig an einen Falken, doch sein Schwanz ist deutlich länger, sein Flügelschlag auffallend flach. Am Waldrand erspähten die Wanderer dann auch noch Bundspechte und Grünspechte, die es nicht ganz so einfach wie früher haben, da viele Landwirte keinen Waldsaum mehr lassen und den Boden bis zum Waldrand bearbeiten. 

Der Bund Naturschutz hat auch mit dieser Wanderung wieder seinen Bildungsauftrag mit Freude ausgeführt, um die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu festigen und Menschen die Natur nahezubringen. Klaus Reithmayer erinnerte daran, dass der Mensch ohne Natur nicht leben könne, dass es z.B. ohne Hummeln keine Heidelbeeren und ohne Bienen keine Obstbäume gäbe…

Von: Elke Küster-Emmer (Organisation und Öffentlichkeitsarbeit), Mittwoch, 12. Juni 2019 - Aktualisiert am Sonntag, 23. Juni 2019
Weitere Informationen, Artikel und Termine von »Bund Naturschutz - Ortsgruppe Schwanstetten« finden Sie unter: www.meier-magazin.de/bn-schwanstetten
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