Wichtige Beschlüsse zur Entwicklung der Kreisstadt
Roth - Der Rother Stadtrat hat wegweisende Beschlüsse gefasst, welche die bauliche Entwicklung der Kreisstadt in den nächsten zehn Jahren prägen werden. Gewerbe- und Wohnbauflächen sind im Prozess für einen neuen Flächennutzungsplan von den Genehmigungsbehörden eingeschränkt worden. Erschließungsprojekte für Wohngebiet Westring-West beschlossen.
Während der jüngsten Stadtratssitzung hat sich das Plenum mit bedeutenden Fragen zur baulichen Entwicklung Roths befasst. Drei Beschlüsse waren es, welche die Bereitstellung von Wohn- und Gewerbeflächen oder Bautätigkeit in nächster Zukunft prägen werden.
So ist der abschließende Beschluss über den Flächennutzungsplan erfolgt, der jetzt lediglich noch vom Landratsamt genehmigt werden muss. Dabei erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Daniel Matulla, dass das Landratsamt und die Regierung „hektarweise Bauflächen reduziert“ hätten. Erster Bürgermeister Andreas Buckreus reagierte umgehend. Deshalb habe das Gewerbegebiet in Kiliansdorf jetzt „Priorität eins“, sagte Buckreus. Schließlich gebe es insbesondere in Sachen „Gewerbe“ in Roth Defizite. Für den Wohnbau sah Daniel Matulla über bereits bestehende Planungen hinaus ebenfalls Schwierigkeiten. „Schließlich gehören uns die entsprechend ausgewiesenen Flächen nicht“, gab der CSU-Politiker zu bedenken.
Ebenso ist der Stadtrat der Empfehlung des Planungsausschusses gefolgt und hat den Rahmenplan zur Bebauung der Fläche entlang der Industriestraße in Pfaffenhofen beschlossen. Dort wird der Bund etwa 350 Wohnungen für das Personal der Offiziersschule in der Kaserne errichten. Ferner hat der Rother Stadtrat eine erste Entwurfsplanung für die öffentlichen Projekte zu Erschließung des neuen Wohngebiets Westring-West beschlossen. Damit sollen die verkehrstechnische Erschließung, die Integration von Grün- und Erholungsflächen sowie die Abwasserentsorgung sichergestellt werden.
Ihre plangemäße Umsetzung wird mit 8,618 Millionen Euro für die Stadt zu Buche schlagen. Weitere 5,663 Millionen Euro werden die Stadtwerke investieren, um die Strom-, Wasser-, Breitband- und Nahwärmeversorgung samt Wärmeerzeugungsstation zu schaffen. „Wir wollen eine funktionale und ansprechende Erschließung schaffen“, so Stadtbaumeister Wolfgang Baier. Die Ausführung soll im vierten Quartal dieses Jahres beginnen.
Dabei soll laut Baier „generell auf eine nachhaltige Gestaltung mit möglichst wenig versiegelten Flächen und Regenwasserversickerung gesetzt“ werden. Das gesamte Gebiet soll im Trennsystem entwässert werden. Schmutzwasser aus den Haushalten wird zur Kläranlage geleitet. Daneben wird es eigene Regenwasserleitungen geben. Dazu soll laut Vorgabe des Wasserwirtschaftsamts ein Regenwassersammler entlang des Westrings bis zur Rednitz eingerichtet werden. Zugleich ist beim Bau der Straßen eine Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen.
Als Treffpunkt für die Anwohner soll es in dem Wohngebiet einen Quartiersplatz geben. Weitere Freiflächen werden als Grünflächen mit Gehölz- und Ansaatflächen vorgesehen. Ein zentrales Wäldchen wird weitgehend erhalten bleiben, um seine ökologischen Vorteile zu bewahren. Ferner soll es einen Spielplatz geben. Mehrere geschotterte Verbindungswege sind ebenfalls geplant, um den überörtlichen Fußgänger- und Radverkehr zu ermöglichen.
Stadtratsmitglied Joachim Holz bemängelte die Pellet-Heizung für das Nahwärmenetz und regte erneut ein kaltes Nahwärmenetz unter Nutzung von Erdwärme und Wärmepumpen an. Insbesondere die Feinstaubbelastung spreche gegen Holz. „Selbst das Umweltbundesamt empfiehlt zum Heizen von Gebäuden ausschließlich in gut begründeten Ausnahmefällen Holz einzusetzen, wenn es tatsächlich keine Alternative gibt“, zitierte Holz die Bundesbehörde.
