Wie aus einem Hund ein echter Therapiehund wird

Region - Ihr Wauzi ist lieb und geduldig und erreicht auf der „Internationalen Kampfschmuser-Skala“ im Bereich zwischen Eins und Zehn spielend die Zwanzig? Er mag Menschen und ist für Streicheleinheiten immer zu haben? Und Sie möchten sich gerne sozial engagieren, anderen Menschen Gutes tun und dabei zusammen mit ihrem Hund ein tolles Team bilden? Dann sollten Sie und die Therapiehunde Deutschland sich unbedingt näher kennenlernen.

  • Therapiehunde Choana und Grisu

    Therapiehunde Choana und Grisu
    © Therapiehunde Deutschland

Damit aus einem Hund ein echter Therapiehund wird, ist es übrigens völlig unerheblich, ob er ein edler „Von-und-Zu“ oder eine pfiffige Wald-und-Wiesenmischung ist. Es ist auch nicht von Bedeutung, ob der Hund groß oder klein ist – ein Weibchen oder ein Rüde. Ausschlaggebend für die Eignung zum Therapiehund ist einzig ein gutmütiges, freundliches und sozialisiertes Wesen.

Wenn Sie jetzt feststellen: „Hat mein Wauzi alles“, kommen Sie mit Ihrem Vierbeiner zu einem speziellen Eignungstest – einem Casting –, bei dem der Hund bestimmten Situationen ausgesetzt wird, denen er auch im Einsatz als Therapiehund, etwa im Seniorenheim oder einer Behinderteneinrichtung, begegnen würde. Dabei wird getestet, wie er zum Beispiel auf Menschen mit Gehhilfen oder in Rollstühlen reagiert, wie er sich verhält, wenn er von mehreren Personen angefasst, gestreichelt, gedrückt oder geschoben wird, wenn jemand laut und wild gestikulierend auf ihn zukommt, Gegenstände krachend auf den Boden fallen oder er durch ein Spalier von vielen Menschen gehen muss. Diese Situationen aus der Praxis werden von Vereinsmitgliedern nachgestellt, während die Hundetrainerinnen oder öffentlich bestellte und beeidigte Sachverständige für das Hundewesen den jeweiligen Hund beobachten und sein Verhalten anschließend mittels eines Punktesystems bewerten. Dabei wird kein Hund einer bedrohlichen oder schmerzhaften Situation ausgesetzt.

Hat Wauzi den Test bestanden und dadurch demonstriert, dass der Job als Therapiehund genau sein Ding ist, wird Frauchen oder Herrchen Mitglied im Verein, denn nur dann dürfen – nach dem Besuch des Basis-Seminars – im Auftrag des Vereins Einsätze absolviert werden, bei denen die Hundeführer dann auch entsprechend versichert sind.

Im Basis-Seminar wird den Hundeführerinnen und Hundeführern grundsätzliches Wissen über das Verhalten von Mensch und Hund für die Einsätze vermittelt. Während der praxisnahen Ausbildung werden die Therapiehunde-Teams durch Hundetrainerinnen, eine Tierheilpraktikerin, Fachkräften für die Einsätze in Schulen und Kindergärten sowie die Vereinsführung begleitet und tatkräftig unterstützt. Aber auch nach der Ausbildung bleibt niemand alleine auf sich gestellt, sondern wird während der gesamten Vereinszugehörigkeit betreut. Die beachtliche Anzahl der vierpfotigen Therapeuten im Verein – derzeit sind das 800 Therapie-, Schulbesuchs- und Lesehunde – beweist, dass schon eine Menge Teams die Ausbildung absolviert und bestanden haben.

Ob sich Ihr Wauzi nun für Einsätze in Seniorenheim-Gruppen oder als Einzel-Besuchshund in einer Behinderteneinrichtung eignet, ob er sich im Kindergarten oder im Gefängnis wohlfühlt oder gar ein toller Kumpel in der Schule wäre? Wenn Sie wollen, finden Sie es heraus und nehmen Sie einfach Kontakt zu den Therapiehunden auf. „Da werden Sie geholfen!“  

Kontakt und Informationen: www.therapiehunde-deutschland.team
Telefon: 0911 - 88 40 08

Von: Sabine Beck (freie Journalistin - die.schreiberei@web.de), Dienstag, 20. April 2021 - Aktualisiert am Mittwoch, 21. April 2021
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